mumok Ausstellung zum Werk von Heimrad Bäcker im NS- Dokumentationszentrum München eröffnet

"Heimrad Bäcker. es kann sein, dass man uns nicht töten wird und uns erlauben wird zu leben" wurde nach Corona bedingter Verzögerung vor kurzem eröffnet

Wien (OTS) - Ab den 1960er-Jahren – lange bevor die Erinnerung an NS-Verbrechen in Österreich eine kollektive Prägung erfuhr – entstanden Heimrad Bäckers Fotografien auf dem Areal der Konzentrationslager Mauthausen und Gusen. Es handelt sich dabei um eine umfangreiche fotografische Dokumentation des zunächst verlassenen, später anders genutzten Areals: die Bestandsaufnahme eines Ortes in über 14.000 Fotografien. Bäcker, dessen dichterisches und verlegerisches Werk zu den herausragenden Leistungen der österreichischen Literatur nach 1945 zählt, verstand Mauthausen und Gusen als Gedächtnisorte im Sinne des französischen Historikers Pierre Nora. Dieser hatte den Begriff „lieux de mémoire“ geprägt, um damit Orte zu bezeichnen, an denen sich das kollektive Gedächtnis kristallisiert.

Seit 2015 befindet sich der fotografische Nachlass von Heimrad Bäcker als Schenkung seines Stiefsohns Michael Merighi im mumok. Es handelt sich dabei um ein Konvolut, das mit über 14.000 Einzelobjekten Zeugnis von einer lebenslangen Auseinandersetzung mit dem Ort und der ihm impliziten nationalsozialistischen Massenvernichtung ablegt. 2019 eröffnete das mumok die von Marie-Therese Hochwartner, Nora Linser und Susanne Neuburger kuratierte und in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Mauthausen entstandene Ausstellung.

Heimrad Bäcker. es kann sein, dass man uns nicht töten wird und uns erlauben wird zu leben basiert auf einer Auswahl von etwa 140 Fotografien, Notizen, Textarbeiten und Fundstücken aus dem Nachlass Heimrad Bäckers ergänzt um die Sound-Arbeit Ein mörderischer Lärm (2015) von Tatiana Lecomte und Rainer Iglars Fotostrecke Mauthausen 1974 (1983).

Die Ausstellung hätte bereits Ende 2020 in München eröffnen sollen. Auf Grund der Corona bedingten Schließung der Museen in Deutschland kam es zu einer Verzögerung. Seit 9. März ist die Ausstellung nun bis 6. Juni im NS-Dokumentationszentrum in München zu sehen.

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