10 Jahre Syrienkrieg: „Lebensbedingungen für Bevölkerung schlechter als je zuvor“ / Statement von 35 Hilfsorganisationen

Wien (OTS) - Ein Jahrzehnt nach Beginn des Konflikts sind die Lebensbedingungen für viele Menschen in Syrien schlechter als je zuvor. Es gibt weiterhin wahllose Angriffe gegen die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur. World Vision und weitere 34 Hilfsorganisationen, darunter CARE, warnen vor noch mehr Leid und Schaden für die Bevölkerung, das mit dem Fehlen ausreichender humanitärer Hilfe sowie einer politischen Lösung einhergeht.

Die verheerende humanitäre Bilanz nach zehn Jahren Krieg: In Syrien leben über 80 Prozent der Menschen in Armut, die Ernährungsunsicherheit ist auf einem Rekordhoch. Über 12,4 Millionen Menschen haben zu wenig zu essen. Fehlender Zugang zu sauberem Wasser ist für mehr als zwölf Millionen Syrer eine tägliche Herausforderung. Rund 2,4 Millionen Kinder gehen aktuell nicht zur Schule.

Wichtige Infrastruktur wie Krankenhäuser, Schulen, Märkte, Häuser und Straßen wurden während des Kriegs beschädigt oder zerstört. Weil der Wert des syrischen Pfunds sinkt, Arbeitslosigkeit weit verbreitet ist und Kraftstoffknappheit zunehmend häufiger wird, ist Syrien mit einer steigenden Inflation konfrontiert. Grundnahrungsmittel sind für viele nicht mehr erschwinglich, was Familien dazu zwingt, die Anzahl der Mahlzeiten zu reduzieren oder die wenigen Lebensmittel, die sie haben, gegen lebenswichtige Medikamente einzutauschen.

Schlimmste Vertreibungen seit dem 2. Weltkrieg

Die Vertreibung der syrischen Bevölkerung ist die schlimmste seit dem Zweiten Weltkrieg: 5,6 Millionen Syrerinnen und Syrien leben in Nachbarländern Syriens. Mehr als 6 Millionen mussten innerhalb Syriens vor Gewalt und Angriffen flüchten und ihr Zuhause zurücklassen.

Sebastian Corti, Geschäftsführer von World Vision Österreich: „Die Welt hat zugesehen und zugelassen, dass dieser Konflikt seit zehn Jahren wütet, Kinder ihrer Grundrechte und Zukunftsperspektiven beraubt werden. World Vision hat kürzlich mit dem Bericht „Ein zu hoher Preis: die Kosten des Konflikts für Syriens Kinder“ ("Too high a price to pay: the cost of conflict for Syria's children") weitere Argumente dafür geliefert, warum nachhaltige und umfassende Hilfen notwendig sind.“

Die Hilfsorganisationen fordern die internationale Gemeinschaft auf, ihre Hilfe für die Menschen in Syrien und den Nachbarländern zu verstärken und ihre Verantwortung wahrzunehmen. Der grenzüberschreitende Zugang zu Syrien muss aufrechterhalten, der humanitäre Zugang innerhalb des Landes ausgeweitet werden und in langfristige Entwicklungen investiert werden. Die von der EU am 29. und 30. März in Brüssel veranstaltete Ministerkonferenz ist die nächste Gelegenheit zu zeigen, dass die Welt Syrien nicht vergessen hat.

Link zu alle unterzeichnenden Organisationen:

ACT Alliance, Action Against Hunger, Basmeh & Zeitooneh Relief & Development, Cadus e.V., CAFOD, CARE International, Caritas Germany, Center for Civil Society and Democracy, Christian Aid, Diakonie Katasrophenhilfe, Dorcas, Hurras Network, Humanity & Inclusion, humedica international aid, International Medical Corps, International Rescue Committee, Médecins du Monde, MercyCorps, Orange Organization, Norwegian People’s Aid, Norwegian Refugee Council, Peace Winds Japan, People In Need, Right To Play, Save The Children, SAMS, Solidarités International, Syria Relief, Syria Relief & Development, Terre des Hommes, Terre des Hommes Italia, Trócaire, WeWorld-GVC, War Child, World Vision

Referenzen:

Data on poverty via ICRC

Data on food insecurity via World Food Programme

Data on access to water via UNICEF

Data on education via UNICEF

Data on scale of the displacement via UNHCR

3RP

Data on internally displaced people via UNHCR

Aktueller Report von World Vision

https://www.ots.at/redirect/worldvisionsyria

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