Weltfrauentag: AK Präsidentin fordert Lohntransparenz im Betrieb

„Auch die EU-Strategie gehört in Sachen Lohntransparenz nachgeschärft“

Wien (OTS) - Anlässlich des Weltfrauentags am kommenden Montag hat die EU-Kommission einen Richtlinien-Entwurf zur Bekämpfung von Lohndiskriminierung vorgestellt. „Österreich sollte hier mit gutem Beispiel vorangehen“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. „Aus der AK Beratung wissen wir: Die Heimlichtuerei beim Einkommen verhindert, dass Frauen gleichen Lohn für gleiche Arbeit wirksam einfordern können, wenn notwendig auch vor Gericht. Gleichberechtigung heißt, dass Frauen ein von Männern unabhängiges Leben führen können. Gleichberechtigung beginnt daher beim Geld. Das Ziel muss sein, dass es in zehn Jahren keine Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern mehr gibt.“

Mit den Einkommensberichten in großen und mittleren Unternehmen ist in Österreich zwar bereits ein Instrument zu mehr Lohntransparenz vorhanden, doch es sind dringend weitere Maßnahmen notwendig, um Fairness bei Löhnen und Gehältern herzustellen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollen innerhalb des Unternehmens Einblick bekommen, wer wie viel verdient.

Österreich hat einen der höchsten Einkommensunterschiede in der EU – erwerbstätige Frauen sind damit oft wirtschaftlich abhängig von einem Mann. Als Folge niedrigerer Einkommen haben sie auch schwerwiegende Nachteile bei der sozialen Absicherung, insbesondere im Alter und, wie jetzt in der Coronakrise zu sehen, bei Arbeitslosigkeit.

Anderl: „Frauen sind stärker von der Corona-Arbeitslosigkeit betroffen als Männer. Die Frauen, die jetzt arbeitslos geworden sind, hatten im Durchschnitt sowieso schon um 35 Prozent weniger Einkommen als Männer und von diesem niedrigeren Einkommen fällt jetzt nochmal die Hälfte weg!“

Die AK Präsidentin fordert vier Maßnahmen:

1. Das Arbeitslosengeld muss angehoben werden, die Nettoersatzrate muss von 55 auf 70 Prozent steigen.
2. Volle Lohntransparenz im Betrieb.
3. Beruf und Familie müssen für sowohl für Frauen als auch für Männer besser vereinbar werden, damit Frauen nicht in Teilzeit gezwungen werden. Dazu braucht es 1 Prozent der Wirtschaftsleistung für Kinderbetreuung und eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit.
4. Gleichberechtigung auf allen Ebenen im Unternehmen durch eine verpflichtende Quotenregelung auch für den Vorstand von Unternehmen.

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