Anschober zum Weltfrauentag: Corona-Krise trifft Frauen härter

Gesundheitliche und psychosoziale Belastungen nehmen massiv zu. Das Sozialministerium unterstützt mit Maßnahmen in den Bereichen Frauengesundheit, Pflege und Armutsreduktion.

Wien (OTS/BMSGPK) - Der 110. Internationale Frauentag steht heuer im Zeichen der Corona-Pandemie. Während Frauen weltweit die stabilisierenden und krisenrelevanten Leistungen für unsere Gesellschaft erbringen, sind sie in den systemrelevanten Berufen – in der Pflege und Betreuung, im Handel, im Gesundheits- und Sozialwesen – einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Die Krise hat damit massive Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit von Frauen. Sozial- und Gesundheitsminister Rudi Anschober: „Die wachsenden Herausforderungen für Frauen durch die Corona-Pandemie sind vielfältig und ebenso vielfältig müssen die Maßnahmen sein, die ergriffen werden. Das Sozialministerium unterstützt auf verschiedenen Ebenen: 2021 verstärken wir die Bekämpfung von Armut und finanzieren Projekte, die die negativen sozialen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf besonders gefährdete Personengruppen abfedern, derzeit in der Höhe von insgesamt 20 Millionen Euro. Darüber hinaus unterstützen wir Pflegekräfte und pflegende Angehörige – diese sind zum überwiegenden Teil weiblich – und setzen den mit dem Aktionsplan Frauengesundheit eingeschlagenen Weg fort. Dazu zählen Maßnahmen zum Schutz von Frauen vor häuslicher Gewalt ebenso wie die Förderung der psychischen Gesundheit.“****

Dies passiere unter anderem durch Aufklärung über und Sichtbarmachung von hohen (Mehrfach-)Belastungen, denen vor allem Frauen ausgesetzt sind. Im Rahmen des Aktionsplans wurden in den Bundesländern Focal Points mit Expertinnen für Frauengesundheit eingerichtet. Der engmaschige Austausch der Focal-Point-Expertinnen hat sich gerade in der Krise als besonders wichtig erwiesen. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie werden Frauen in allen Bundesländern mit spezifischen Angeboten unterstützt, die durch die Krise vor besonderen Herausforderungen stehen. Gewaltbetroffene Frauen werden auch konkret im Rahmen des Projekts PERSPEKTIVE:ARBEIT dabei unterstützt, ein sicheres, langfristiges Beschäftigungsverhältnis und damit existenzsicherndes Einkommen zu erlangen. Den Frauen und auch ihren Kindern wird damit nachhaltig ein gewaltfreies Leben ermöglicht.

Pflege ist weiblich

Am Weltfrauentag soll gerade in diesem Jahr auch daran erinnert werden: Pflege ist weiblich. Im professionellen Bereich der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe beträgt der Frauenanteil laut dem Jahresbericht zum Gesundheitsberuferegister 2019 85%. Die Studie „Angehörigenpflege in Österreich“ aus dem Jahr 2018 zeigt, dass auch der überwiegende Teil der pflegenden Angehörigen – rund 70 % - weiblich ist. Laut dieser Studie sind rund 950.000 erwachsene Menschen in Österreich von Pflege und Betreuung in der Familie betroffen.

Im Jänner 2021 hatten 289.009 Frauen und 172.659 Männer einen Anspruch auf Pflegegeld. Aufgrund dieser Tatsachen stellt die Unterstützung von Pflegenden ein besonderes Anliegen des Sozialministeriums dar. In den vergangenen Jahren wurde das Angebot (unter anderem finanzielle Zuwendung zu den Kosten der Ersatzpflege, sozialversicherungsrechtliche Absicherung, Pflegekarenzgeld oder das Angehörigengespräch) stets weiterentwickelt. Auch im Rahmen der Taskforce Pflege wird besonderes Augenmerk auf die Verbesserung der Situation der professionellen Pflegekräfte wie der pflegenden Angehörigen gelegt.

Pandemie verschärft soziale Ungleichheiten

Bundesminister Anschober: „Die Corona-Pandemie verschärft soziale Ungleichheiten und zeigt wie durch ein Brennglas, dass die Gleichstellung der Geschlechter noch nicht umgesetzt ist. Mit der Übernahme des größten Teils der unbezahlten familiären Erziehungs- und Sorgearbeit sind Frauen neben ihrer Berufstätigkeit massiven Mehrfachbelastungen ausgesetzt. Viele Frauen kommen durch Kurzarbeit und die gestiegene Arbeitslosigkeit in finanzielle Bedrängnis. Diese angespannte Lage stellt vor allem für von Gewalt betroffene Frauen eine enorme psychische und physische Gefährdung dar. Vor allem Frauen höheren Alters, Frauen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen zählen zur vulnerablen Gruppe. Viele von ihnen können auf Grund der vom Virus ausgehenden Bedrohung seit einem Jahr nicht mehr ihrem geregelten Alltag nachgehen. Die umfassenden Maßnahmen des Sozialministeriums sollen die massiven, negativen Auswirkungen der Pandemie abfedern und damit einen wesentlichen Beitrag zur Gleichstellung der Geschlechter leisten.“

Nähere Informationen:

  • Aktionsplan Frauengesundheit

https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Frauen--und-Gendergesundheit/Aktionsplan-Frauengesundheit.html

  • Gesundheitsspezifische Angebote für Frauen, die durch die Corona-Krise unter/vor besonderen Herausforderungen stehen

https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Frauen--und-Gendergesundheit.html

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