Jahresbilanz 2020 der VIENNA FILM COMMISSION

Gute Zahlen trotz enormer Herausforderungen durch die Pandemie

Wien (OTS/RK) - 2020 war geprägt von großer Unsicherheit für die österreichische Filmbranche und die Wiener Filmschaffenden. Nach einem fulminanten Start ruhten ab Mitte März für zwölf Wochen alle Dreharbeiten für Kino- und TV-Spielfilme, lediglich dokumentarisch wurde vereinzelt gefilmt. Doch Österreichs Filmschaffende haben schnell reagiert und gemeinsame Leitlinien erarbeitet, um unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen wieder arbeiten zu können.

In den Sommermonaten wurde deshalb in Wien so viel gefilmt wie nie zuvor. „Mein großer Dank gilt der Stadt Wien, die uns in unserer Arbeit für den Filmstandort Wien trotz der herausfordernden und enormen Aufgabe der Pandemiebekämpfung immer unterstützt hat“, betont Marijana Stoisits, Geschäftsführerin der Vienna Film Commission. Nach Abschluss des Jahres zeigen die Statistiken daher ein sehr viel erfreulicheres Bild, als die Umstände der Pandemie es hätten vermuten lassen.

„Die Stadt steht zu ihren Kunstschaffenden und unterstützt sie, auch und vor allem in schwierigen Zeiten. Nicht nur durch die Erhöhung des Filmförderbudgets und der finanziellen Mittel für die Arthousekinos, sondern auch mit der unverzichtbaren Arbeit der Vienna Film Commission,“ unterstreicht Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler. Abgesehen von Krankenhäusern waren überall in Wien Dreharbeiten möglich. Insbesondere die Sommermonate wurden von der Filmbranche daher intensiv in Wien genutzt, um die „drehlose“ Zeit des ersten Lockdowns zu kompensieren. „Vielleicht kann das All-Time-High des vergangenen Sommers zur Regel werden“, hofft Geschäftsführerin Stoisits.

Internationale Aktivitäten waren für die Vienna Film Commission 2020 nur sehr eingeschränkt möglich, da Festivals und Branchenveranstaltungen fast ausschließlich online stattfanden.

Ansuchen und Empfehlungsschreiben

572 Film- und TV-Projekte verschiedenster Genres hat die Vienna Film Commission 2020 bearbeitet. Das entspricht einem Rückgang von 16,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für diese heimischen und internationalen Projekte wurden insgesamt 934 Ansuchen um Drehgenehmigungen gestellt, woraus 1.001 Empfehlungsschreiben an die zuständigen grundverwaltenden Dienststellen und gleichzeitig an die Antragsteller*innen resultierten. Sowohl bei den Ansuchen als auch bei den Empfehlungsschreiben entspricht das einem Rückgang von 14,3 Prozent. Angesichts der Einschränkungen durch die Pandemie ein unerwartet erfreuliches Ergebnis.

Viel stärker machte sich die Pandemie bei den Ansuchen um Drehgenehmigungen aus dem Ausland bemerkbar: Die Zahl der internationalen Ansuchen hat sich 2020 halbiert. Zahlreiche Anfragen von kleineren Produktionen aus verschiedenen Ländern für diverse Online- und TV-Reiseformate sind in diesem Jahr aufgrund der unsicheren Lage und der Reisebeschränkungen ausgeblieben.

Motivrangliste Magistrat und ausgelagerte Institutionen
2020 hat die Vienna Film Commission mit 25 Magistratsabteilungen und Institutionen der Stadt kooperiert. An der Spitze liegen mit 210 Drehgenehmigungen die Gärten, Parkanlangen, Teiche, Spielplätze und Ballkäfige der Wiener Stadtgärten (MA 42) gefolgt von den Märkten des Marktamts (MA 59) mit 76 Bewilligungen und den stadteigenen Bädern (MA 44) mit 41 Drehgenehmigungen. Danach folgen Amtsgebäude der Stadt Wien (MA 34) mit 37, die Forstflächen, Wiesen und Stadtwanderwege des Forst- und Landwirtschaftsbetriebes der Stadt (MA 49) und der Via Donau mit jeweils 33 Bewilligungen

Die „Filmabteilung“ der Magistratsabteilung „Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten“ (MA 46) ist die wichtigste Kooperationspartnerin der Vienna Film Commission. Sie erteilt Drehgenehmigungen für öffentliche Straßen und Plätze, genehmigt erforderliche Straßensperren, Verkehrsanhaltungen und Halteverbote. Mit 839 Bewilligungen sind die Zahlen der MA 46 aufgrund der Covid-Einschränkungen ebenfalls rückläufig, das entspricht einem Minus von 18,2 Prozent zum Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Die Wiener Linien haben im Jahr 2020 90 Filmprojekte bewilligt: 14 Spielfilme, Kurzfilme und Serien, 42 Werbefilme, 12 Student*innenprojekte und 22 Dokumentationen. Gefilmt wurde vorwiegend im Stationsbereich: 59 Projekte in U-Bahn-Zügen und Stationen. 21 Projekte in Zügen und Stationen der Straßenbahnen, 4 Projekte wurden im Bereich des Busbetriebs umgesetzt und 6 Filmprojekte in einer Remise. Im Vergleich zum Vorjahr ist damit pandemiebedingt ein starker Rückgang von 41,2 Prozent zu verzeichnen. Die Wiener Friedhöfe haben im Jahr 2020 57 Projekte bewilligt, der Wiener Hafen 18 Projekte. In den Palais und Immobilien der Schönbrunn Group wurden 60 Filmprojekte umgesetzt. Die Prater Wien GmbH, zuständig für die öffentlichen Flächen im Wurstelprater, erteilte 146 Drehbewilligungen.

Bezirksverteilung

An der Spitze der Bezirke steht die Innere Stadt mit 21,4 Prozent der Dreharbeiten, gefolgt von der Leopoldstadt mit 10,7 Prozent, Mariahilf mit 7,6 Prozent, der Landstrasse mit 6,8 Prozent und Alsergrund mit 5,4 Prozent.

Neue Showreels der Vienna film Commissio

Im Herbst präsentierte die Vienna Film Commission zwei neue Showreels zur internationalen Bewerbung des Filmstandortes Wien. Die Videos sind unterlegt mit den Songs „Awarakadawara“ von Ernst Molden und „Unter den Masken“ von Buntspecht. Die Dreharbeiten fanden während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 statt.

https://www.viennafilmcommission.at/Motivdatenbank/Showreels

Filmwirtschaftsförderung

Um den Filmstandort Wien und Österreich international stärker zu positionieren, bedarf es dringend einer zeitgemäßen Wirtschaftsfilmförderung durch den Bund. Österreich ist im internationalen Wettbewerb vollkommen abgeschlagen. Die Nachbarländer überbieten einander mit Incentives für internationale Film-, TV- und Streaming-Produktionen. In Österreich hingegen sind diese Produktionen von Incentives ausgeschlossen, was einen enormen Wettbewerbsnachteil bedeutet. Geschäftsführerin Stoisits: „Es besteht dringender Handlungsbedarf für die Einführung einer Investitionsprämie, von der auch Streaming-Produktionen profitieren. Alleine zwei große „Sisi“-Projekte werden 2021 nicht in Österreich, sondern ausschließlich in Tschechien realisiert, weil es dort seit vielen Jahren ein Incentive für internationale Filmproduktionen gibt. Unabhängig davon, ob sie für TV, Kino oder Streaming-Plattformen produziert werden. Es ist höchste Zeit, dass die Gespräche, die seit Jahren geführt werden, endlich zu einem konkreten Ergebnis führen.

Für den Filmwirtschaftsstandort Österreich ist das dringend erforderlich.“

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Mag.a Elisabeth Kuntner
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Mediensprecherin StRin Mag.a Veronica Kaup-Hasler
Dr.in Renate Rapf
+43 1 4000-81175
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