Litschauer: Betriebsverlängerung französischer AKWs ist nicht akzeptabel

Grüne: Bevölkerung wird weiter enormem Risiko ausgesetzt

Wien (OTS) - „Laufzeitverlängerungen von Reaktoren, die über die ursprünglich geplante Laufzeit hinausgehen, sind ein unvorhersehbares Sicherheitsrisiko. Die Versprödung des Materials nimmt mit jeder Betriebsstunde zu und damit wird auch das Risiko für die Bevölkerung immer größer. Ich vermute aber, dass die Betreiber erst an ein Reaktorunglück mitten in Europa glauben werden, wenn es schon zu spät sein wird. Einen Super-GAU mitten in Europa können wir uns keinesfalls leisten“, sagt Martin Litschauer, Anti-Atom-Sprecher der Grünen.

Wie heute bekannt wurde, hat die französische Atomaufsicht „Autorité de sûreté nucléaire“ (ASN) die Laufzeit der ältesten französischen Atomreaktoren von 40 auf 50 Jahre verlängert.

Nach Angaben von Greenpeace haben von diesen Alt-Reaktoren bereits 13 das Höchstalter von 40 Jahren, welches die mehrheitlich staatliche Betreibergesellschaft „Electricité de France“ (EDF) ursprünglich vorgesehen hatte, überschritten. Die Verlängerung betrifft unter anderem das Atomkraftwerk Bugey östlich von Lyon, das seit Ende der 1970er Jahre in Betrieb ist. Betroffen sind auch die Reaktoren in Dampierre südlich von Paris und Tricastin nördlich von Avignon, die seit Anfang der 80er Jahre Strom produzieren.

„Bei der Vertragsstaatenkonferenz zur Espoo-Konvention zur grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung im Dezember 2020 wurde die Vereinbarung getroffen, dass Laufzeitverlängerungen grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfungen zur Folge haben können. Ich erwarte mir daher, dass dies auch für jeden der französischen Atomreaktoren geprüft wird, denn eine radioaktive Wolke macht nicht an den französischen Grenzen halt. Statt auf den Profit sollte man in Frankreich mehr auf die Sicherheit schauen, immerhin stammt die Technik aus dem letzten Jahrtausend und soll nach deren Wünschen nun weitere zehn Jahre in Betrieb bleiben. Die Atomkraft ist dieses Risiko nicht wert und die Endlagerung des Atommülls ist auch in Frankreich weiter nicht geklärt“, sagt Litschauer.

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