ORF-RadioKulturhaus: Drei ORF-Radio-Produktionen mit „Radiopreis der Erwachsenenbildung 2020“ ausgezeichnet

Wien (OTS) - Die heuer zum 23. Mal vergebenen „Radiopreise der Erwachsenenbildung“ gehen an Alice Elstner und Renata Schmidtkunz für zwei Ö1-Produktionen und an Thomas Edlinger von FM4. Die Preisverleihung findet am Freitag, den 26. Jänner im Wiener ORF-RadioKulturhaus statt und ist ab 14.00 Uhr als Video-Livestream unter https://erwachsenenbildung.at/ zu sehen.

„Radio erschafft neue Welten: Gefühlswelten, Denkwelten, Erlebniswelten. Deswegen ist Radio als Medium ein unverzichtbarer Träger der Erwachsenenbildung und der politischen Bildung, eine wichtige Grundlage für Kulturschaffende, die ihre Beiträge und Gestaltungen einer breiten Bevölkerung vorstellen können. Exemplarisch dafür stehen die ausgezeichneten Sendungen, die auch die inhaltliche Vielfalt der ORF-Radios widerspiegeln. Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern sehr herzlich.“, so ORF-Radiodirektorin Monika Eigensperger.

In der Kategorie „Kultur“ geht die Auszeichnung an Alice Elstner für die Inszenierung des Ö1-Hörspiels „Lass dich heimgeigen, Vater oder Den Tod ins Herz mir schreibe“ nach einem Text von Josef Winkler. Darin stellt Winkler seinem verstorbenen Vater vor allem eine Frage: „Warum hast du geschwiegen, warum hast du es verschwiegen ... auf welchem Boden wir stehen?“. Denn erst spät, nach dem Tod des Vaters, hat Winkler erfahren, dass auf der Sautratten, dem Feld des Dorfes, auf dem das Getreide für das tägliche Brot der Familie angebaut wurde, 1945 der Leichnam Odilo Globocniks verscharrt worden war. Globocnik war der Organisator und Leiter der „Aktion Reinhardt“, er war maßgeblich verantwortlich für die Ermordung von mehr als eineinhalb Millionen Menschen in den Vernichtungslagern Belzec, Sobibor und Treblinka zwischen März 1942 und August 1943 und bis zuletzt stolz darauf.

In der Sparte „Bildung/Wissenschaft“ geht der nach dem ORF-Kurator und Erwachsenenbildner Eduard Ploier benannte Spartenpreis an Renata Schmidtkunz für ihre Ö1-„Radiokolleg“-Reihe „Es gab nicht nur eine DDR“. Zu Wort kommen Menschen, die von ihrem Leben in der DDR und den Jahren bis heute erzählen, etwa ein Wirtschaftsspion der HVA und der Direktor des Denkmalschutzes in Sachsen-Anhalt, die Publizistin Daniela Dahn und die Analytikerin Annette Simon, Tochter von Christa Wolf, eine Lehrerin aus Dresden und eine Literaturwissenschafterin der Akademie der Künste der DDR, der Friedenspfarrer von Leipzig, die Tochter des Gefängnisdirektors von Bautzen und viele mehr.

Für seine FM4-Reihe „The Divided States of America“ wird Thomas Edlinger in der Kategorie „Sendereihen“ ausgezeichnet. In der achtteiligen Serie, die in der FM4-Sendung „Im Sumpf“ ausgestrahlt wurde, hat Thomas Edlinger mit vielen Expertinnen und Experten den Mythos Amerika erkundet. Von ausgedehnten USA-Reisen durch das Hinterland, von denen der Filmkurator und Publizist Alexander Horwath erzählt, bis zu einer Geschichte der texanischen Gegenkultur in der Punkszene in Austin reichte das Spektrum.

Die Jury, der Journalist/innen, Erwachsenenbildner/innen und ein Medienwissenschafter angehören, hatte aus 18 für die Preisvergabe nominierten Produktionen zu wählen. Eingereicht wurden 153 Produktionen. Der Preis wird von zehn Verbänden der Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) – Arbeitsgemeinschaft Bildungshäuser Österreich, Berufsförderungsinstitut Österreich, Büchereiverband Österreichs, Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich, Ländliches Fortbildungsinstitut Österreich, Ring Österreichischer Bildungswerke, Volkswirtschaftliche Gesellschaft Österreich, Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung, Verband Österreichischer Volkshochschulen und Wirtschaftsförderungsinstitut der Wirtschaftskammer Österreich – gestiftet.

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