Interstitielle Lungenerkrankungen: Lungenfachärzte empfehlen dringend COVID-19-Impfung

World Rare Disease Day am 28. Februar: Seltene Lungenerkrankungen in der COVID-19-Pandemie

Wien (OTS) - Die sogenannten interstitiellen Lungenerkrankungen (ILD) sind sehr selten – in Österreich leiden aber doch immerhin fast 8.500[1] Menschen daran. Im Rahmen der COVID-19-Pandemie besteht für diese Erkrankungsgruppe ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe. Anlässlich des Welttages der seltenen Erkrankungen am 28. Februar weist die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) daher auf die Gefährdung von Patienten* mit ILD durch COVID-19 hin und empfiehlt eine Priorisierung von ILD-Patienten bei der COVID-19-Impfung.

Lungenerkrankungen wie Asthma bronchiale, COPD und Lungenkrebs treten sehr häufig auf und sind den meisten Menschen bekannt. Eine weitere, weit weniger bekannte Gruppe von schweren Lungenerkrankungen sind die sogenannten interstitiellen Lungenerkrankungen, die zu den „Seltenen Erkrankungen“ oder „Orphan Diseases“ zählen. Dazu gehören viele verschiedene Krankheiten, die die Lungenbläschen und vorwiegend das Lungengerüst verändern und schädigen. „Die Lungengewebserkrankungen sind zwar selten, beeinflussen aber das Leben der Betroffenen enorm. Eine möglichst frühzeitige Diagnosestellung und kompetente Behandlung in spezialisierten Zentren sind daher von großer Bedeutung. Dank neuer Medikamente können wir die Lebensqualität und den Krankheitsverlauf der Patienten positiv beeinflussen“, erläutert OA Dr. Klaus Hackner, Leiter des Arbeitskreises für Interstitielle Lungenerkrankungen und Orphan Diseases der ÖGP und Oberarzt an der Klinischen Abteilung für Pneumologie, Universitätsklinikum Krems.

„Allerdings stellen viele dieser Lungengerüsterkrankungen ein Risiko für einen schlechteren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung dar und erhöhen auch die Wahrscheinlichkeit zu versterben um das 1,5 bis 3,15-fache[2]. Daher unterstützt die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie nicht nur Bestrebungen, um ein verstärktes Bewusstsein für diese seltenen, aber durchaus schwerwiegenden Erkrankungen zu schaffen, sondern empfiehlt auch eine Priorisierung Betroffener im Rahmen der COVID-19-Impfung“.

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* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde im Text auf eine gendergerechte Schreibweise verzichtet. Alle Bezeichnungen gelten für alle Geschlechter.


[1] Prävalenz 97,9 pro 100.000 Einwohner (Duchemann, B et al. Prevalence and incidence of interstitial lung diseases in a multi-ethnic county of greater Paris, European Respiratory Journal 2017; 50:9); für 8.733.000 Österreicher bedeutet dies hochgerechnet 8.470 Betroffene.

[2] Cummings M, et al. Epidemiology, clinical course, and outcomes of critically ill adults with COVID-19 in New York City: a prospective cohort study, The Lancet 2020; 395: 1763-70; Drake M, et al. Outcome of Hospitalization for COVID-19 in Patients with Interstitial Lung Disease. American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine 2020, 12: 1656-65

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