Grüne Wien/Spielmann, Pühringer: Aktuelle Stunde zu Auswirkungen der Corona-Krise auf Frauen – „Applaus ist nicht genug!“

Wien (OTS) - Die Grünen Wien widmen anlässlich des nahenden Frauentages die aktuelle Stunde im heutigen Gemeinderat dem Thema Frauen in der Corona-Krise und bringen auch zahlreiche Anträge und Anfragen zu diesem Thema ein.

„Die Corona-Krise ist ein Turbobeschleuniger der sozialen und ökonomischen Ungleichheit, die sich auf Frauen ganz besonders hart auswirken“, so die Frauensprecherin der Grünen Wien, Viktoria Spielmann. Aufgrund der finanziellen Einbußen aufgrund von Erwersbarbeitslosigkeit und Kurzarbeit einerseits und steigender Kosten andererseits kommen Frauen besonders unter Druck. „Es zeigt sich, wie schnell längst überwunden geglaubte Rollenklischees plötzlich wieder aufleben“, so Spielmann. Die Mehrfachbelastung von arbeitenden Eltern und vor allem von Frauen mit Betreuungspflichten wird gerade jetzt besonders sichtbar: Homeoffice, Homeschooling und die Kinderbetreuung von kleinen Kindern ist ein Drahtseilakt und bringt viele an ihre Grenzen. Der Diskurs zeigt einmal mehr, dass Kinderbetreuung nicht als gesellschaftlich notwendige und relevante Arbeit gesehen und anerkannt wird. Besonders drastisch stellt sich die Situation für Alleinerzieher*innen dar.

„Während es auf der einen Seite gerade eine überdurchschnittliche und alarmierende Erwerbsarbeitslosigkeit von Frauen gibt, stehen Frauen in den sogenannten „systemrelevanten Berufen“ (wie etwa im Lebensmittelhandel, im Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich) enorm unter Druck. Frauen bilden hier die Mehrheit, verdienen gleichzeitig aber deutlich weniger als in männerdominierten Bereichen.“

„Die Arbeit am und mit den Menschen muss endlich adäquat bezahlt werden. Die Diskussion, die rund um die Verhandlungen der Sozialwirtschaft Österreich stattgefunden haben, war genau die richtige Diskussion: Wir brauchen bessere Arbeitsbedingungen, das heißt eine Arbeitszeitverkürzung und damit höhere Löhne. Wir könnten jetzt sofort beim Gesundheits- und Pflegepersonal der Stadt Wien beginnen und endlich eine 35 Stunden Woche einführen“, so die Grüne Stadträtin Judith Pühringer.

Eine 35-Stunden-Woche entlastet die Frauen in systemrelevanten Berufen und verteilt die Arbeitszeit gerechter auf mehrere Menschen, was zur Bekämpfung der Erwerbsarbeitslosigkeit und zu einem Anstieg bei der Bezahlung von teilzeitbeschäftigten Frauen führt. Wien könnte hier als größte Arbeitgeberin der Region europäische Vorreiterin sein, fordern Pühringer und Spielmann.

Es braucht dazu ein spezielles Konjunkturpaket für Wien, welches die Erwerbsarbeitslosigkeit bekämpft und dringend notwendige soziale (Bildungs-, Pflege- und Sozialeinrichtungen) und ökologische Infrastruktur (Ausbau von Radwegen und öffentlichen Verkehr) ermöglicht. Außerdem braucht es einen Ausbau der Kinderbetreuungsangebote, vor allem für Kinder unter 3 Jahren.

„Es ist unsere Aufgabe als Politikerinnen und Politiker in Wien, jede einzelne Maßnahme, die wir beschließen, jede Ausbildung und Weiterbildung, jede Joboffensive, jedes Angebot an Beratung und Unterstützung, jede bildungspolitische, stadtplanerische Maßnahme, Klimaschutzmaßnahmen und Soziale Maßnahmen genau daraufhin zu überprüfen, inwiefern sie den Frauen in dieser Stadt nützen. Denn nur so kann Gleichstellung erreicht werden“, so Spielmann und Pühringer abschließend.

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