Diskreditierung von Biomasse ist falscher Weg

Medienkampagnen ignorieren nachhaltige Waldbewirtschaftung

  • Wir werden es nicht zulassen, dass unqualifizierte Darstellungen und zweifelhafte Kampagnen die Versorgungssicherheit der heimischen Bevölkerung mit Energie und Holzprodukten gefährden
    Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes
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  • Ein Schwerpunkt im Klimaschutz sollte verstärkt darauf liegen, welche Praktiken, Innovationen und politischen Vorschriften erforderlich sind, um eine effiziente Umstellung auf Bioenergie und Holzprodukte nach österreichischem Vorbild weltweit voranzutreiben
    Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes
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Wien (OTS) - Im Augenblick laufen internationale Medienkampagnen und Veröffentlichungen, die die Verwendung von Holzbiomasse für die Erzeugung erneuerbarer Energien infrage stellen. Dabei werden die forstliche Praxis sowie die Bioenergiesysteme falsch dargestellt und eine Übernutzung der Wälder sowie eine dauerhafte Entwaldung aufgrund der europäischen Erneuerbaren-Energiepolitik in den Raum gestellt. In Wirklichkeit ist die Bioenergie ein integraler Bestandteil des Forst- und Holzsektors, der gleichzeitig langlebige Holzprodukte, erneuerbare Energie und eine Vielzahl anderer holzbasierter Waren bereitstellt sowie einen wesentlichen Beitrag zur Pflege unserer Wälder leistet. Die Medienkampagnen aber ignorieren die nachhaltige Waldbewirtschaftung in Europa. „Die jüngsten und falschen Darstellungen, die oftmals mit Schlagwörtern und Klischees behaftet sind, haben nur das Ziel die Biomasse als nachhaltige Energiequelle und die Waldbewirtschaftung an sich zu diskreditieren. Das ist gefährlich und kann schwerwiegende Folgen für die weltweite Energiewende haben. Wir werden es nicht zulassen, dass unqualifizierte Darstellungen und zweifelhafte Kampagnen die Versorgungssicherheit der heimischen Bevölkerung mit Energie und Holzprodukten gefährden“, erklärt Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes.

Minderwertige Hölzer aus nachhaltiger Bewirtschaftung
Energieholz ist kein hochwertiges Holz, wie fälschlicherweise oft in Studien angenommen wird, sondern umfasst typischerweise minderwertige Sortimente aus Durchforstungen, Ernterückständen oder Sägenebenprodukten. Beispielsweise basieren derzeit etwa 90% des weltweiten Verbrauchs an erneuerbarer industrieller Wärme auf Biomasse, hauptsächlich in Industrien, die ihre eigenen Biomasse-Nebenprodukte verwenden können, wie Sägewerke und die Zellstoff- sowie Papierindustrie. Das Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission stellte fest, dass etwa 50% des in der EU für Bioenergie verwendeten Holzes aus Sekundärprodukten stammen, 17% aus Baumwipfeln, Zweigen und anderen Rückständen und 20% aus minderwertigen Hölzern, die nicht in Sägewerken oder bei der Zellstoff- und Papierherstellung verwendet werden können.

Darüber hinaus ist allgemein anerkannt, dass jede Holzernte unabhängig von der Endnutzung innerhalb vorgegebener Nachhaltigkeitskriterien erfolgen muss. Dies garantieren strenge Forstgesetze, die in den vergangenen Jahrzehnten durch Nachhaltigkeitszertifizierungsprogramme wie PEFC ergänzt wurden. Hunderte Millionen Hektar Wald weltweit sind derzeit zertifiziert. Für große Kraftwerke, die auf Bioenergie basieren und dafür Förderungen erhalten, wurden von der Europäischen Kommission zudem europaweite Nachhaltigkeitskriterien eingeführt, die sich aktuell in Umsetzung befinden.

Nachhaltiger Kohlenstoffkreislauf
Es ist von entscheidender Bedeutung anzuerkennen, dass CO2 aus dem Einsatz von Bioenergie Teil eines kurzfristigen Kohlenstoffkreislaufs ist. Wenn in einem Waldbestand geerntet wird und ein Teil der Biomasse zur Energiegewinnung verwendet wird, wird der Kohlenstoff, der zuvor während des Bestandswachstums aus der Atmosphäre aufgenommen wurde, an die Atmosphäre abgegeben; gleichzeitig wird neuer Kohlenstoff wieder aufgenommen, weil der Bestand kontinuierlich nachwächst. Solange die Ernten die Kohlenstoffaufnahme im Wald nicht überschreiten, werden die atmosphärischen CO2-Konzentrationen nicht erhöht. Im Gegensatz dazu verursacht der Einsatz fossiler Brennstoffe einen Kohlenstoffstrom von geologischen Speichern in Richtung Atmosphäre. Der wichtigste Weg zur Bekämpfung des Klimawandels besteht darin, die Energie- und Verkehrssysteme so schnell wie möglich so umzugestalten, dass fossiler Kohlenstoff im Boden bleibt. Nachhaltige Bioenergie ist sofort verfügbar und einsetzbar, wodurch Kohle, Erdgas oder Erdöl jetzt ersetzt werden können. „Ein Schwerpunkt im Klimaschutz sollte verstärkt darauf liegen, welche Praktiken, Innovationen und politischen Vorschriften erforderlich sind, um eine effiziente Umstellung auf Bioenergie und Holzprodukte nach österreichischem Vorbild weltweit voranzutreiben“, schließt Titschenbacher.

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