Positive Bilanz am ersten Einkaufstag nach dem dritten harten Lockdown: Händler verzeichnen starke Einmaleffekte & gute Frequenzen.

22.500 Non-Food-Händler durften heute wieder öffnen. Kundenzulauf im Modehandel. 20m2-Regelung halbiert maximale Kundenzahl in Geschäften & sorgt für Schlangenbildung.

Wien (OTS) - Das Warten hat ein Ende: Nach 34 verlorenen Einkaufstagen durften heute 22.500 stationäre Non-Food-Händler ihre Geschäfte unter strengen Auflagen wieder aufsperren. Viele Händler verzeichneten am heutigen Einkaufsmontag sehr gute Frequenzen, der Kundenandrang legte mit Fortlauf des Tages weiter zu.

Tenor der Händler: "Wir sind mit dem heutigen Geschäftsstart zufrieden. Auffällig ist, dass die Warenkörbe weit größer sind als üblich. Dies liegt daran, dass viele Händler attraktive Angebote geschnürt haben, um nach dem Lockdown ihre Winterwaren zu verkaufen und damit die Kassen zu füllen. Damit können offene Rechnungen bezahlt und der Fortbestand gesichert werden", erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will in einer ersten Stellungnahme.

Konsumenten in den Geschäften diszipliniert und vorbildlich.

Dort, wo sich vor den Geschäften Kundenschlangen bildeten – ein klares Resultat der eingehaltenen Abstands- und Zutrittsregeln in den Geschäftsräumen (20m2 pro Kunde) – verlief alles ruhig und sicher. Die umfassenden Sicherheits- und Hygienekonzepte der Händler haben sich einmal mehr in der Praxis bewährt.

"Die Gesundheit der Kunden und Mitarbeiter steht an oberster Stelle, sie wird durch noch strengere Sicherheitsvorkehrungen gewährleistet. Für alle Kunden gilt eine FFP2-Maskenpflicht, ein Mindestabstand von 2 Meter sowie eine Beschränkung von 20m2 pro Kunde im gesamten Handel. Klar gibt es vielerorts Schlangenbildung, weil die Bundesregierung die maximale Kundenzahl in den Geschäften halbiert hat. Etwaige Wartezeiten werden von den Kunden generell geduldig und unter Einhaltung der Abstands- und Hygienevorgaben gut angenommen. Die Konsumenten sind sehr diszipliniert, unaufgeregt und agieren vorbildlich", bestätigt Will.

Wien meldet gute Umsätze, Bezirkshauptstädte noch verhalten. Wenig Andrang in Tourismusregionen.

Sowohl aus der Bundeshauptstadt Wien als auch aus den Bundesländern melden die Händler und Shopping Center-Betreiber heute einen guten Betrieb, überdurchschnittliche Umsatzzahlen und viele Schnäppchenjäger. Einige Bezirkshauptstädte hatten jedoch im Vorfeld noch höhere Frequenzen erwartet. Weniger Andrang verzeichnen die Händler in den Tourismus-Regionen von Tirol, Vorarlberg und Salzburg, wo sich das Fehlen ausländischer Gäste weiterhin klar in den Geschäftszahlen bemerkbar macht.

Textil-, Elektro- und Möbelhändler am stärksten frequentiert

"Besonders die Bekleidungs-, Schuh-, Multimedia- und Möbelgeschäfte dürfen sich heute über eine sehr starke Kundennachfrage freuen, vielerorts fällt der Umsatz doppelt so hoch aus wie an einem ‚normalen‘ Einkaufsmontag. Aber auch Sportartikel-, Spielwaren- und Buchhändler melden für heute überdurchschnittliche Verkaufszahlen, die sich im Laufe des Nachmittags weiter steigern dürften", gibt Rainer Will das Feedback der heimischen Händler wieder.

Geschenksumtausch & Rückgaben: Händler reagieren meist kulant

Mit dem Umtausch von Weihnachtsgeschenken oder der Rücknahme von Produkten gehen die meisten Händler sehr kulant um und nehmen auch Ware entgegen, bei der die Umtauschfrist bereits abgelaufen ist. Viele Betriebe haben den Umtauschzeitraum aufgrund des dritten harten Lockdowns freiwillig verlängert. Auch bei Gutscheinen sind die Geschäfte großzügig, was deren Einlösung betrifft.

Vierten harten Lockdown unbedingt verhindern: Handel muss geöffnet bleiben!

Etwaige Bedenken, die heutige Wiedereröffnung der Geschäfte könnte die Corona-Fallzahlen nach oben treiben, wurden mittlerweile durch unzählige wissenschaftliche Studien entkräftet. Der Handel ist kein Corona-Hotspot, dafür sind die Aufenthaltsdauern zu gering und der Kundenkontakt zu lose. Auch in den Untersuchungen der AGES konnte keine Clusterbildung in den Geschäften nachgewiesen werden, das Infektionsgeschehen spielt sich vielmehr im privaten Haushaltsbereich ab. Daher hofft der heimische Handel auf eine dauerhafte Öffnung, denn einen vierten harten Lockdown würden viele Händler wirtschaftlich nicht überleben.

"In keiner anderen Branche ist der wirtschaftliche Schaden so hoch zu beziffern wie im Handel, daher verliert das Finanzministerium auch in keinem anderen Wirtschaftssektor mehr Mehrwertsteuer-Einnahmen als im Handel. Gleichzeitig hat sich die Branche als verlässlicher Partner bei der gelebten Umsetzung der Hygiene- und Sicherheitskonzepte bestens bewährt", so Rainer Will abschließend.

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