Humor und Lachen in den Religionen – Ein Programmschwerpunkt der ORF-Abteilung Religion und Ethik multimedial im Fasching

Ab 31. Jänner in ORF 2, Ö1 und religion.ORF.at

Wien (OTS) - Humor ist, wenn man trotzdem lacht: Religionen und religiösen Menschen wird oft nachgesagt, wenig Spaß zu verstehen. Wenn auch viele die Lebensklugheit, Schlagfertigkeit und Selbstironie des jüdischen Humors und – dank diverser Blockbuster – auch den nordischen Gott des Schabernacks Loki kennen, scheint die lange gemeinsame Geschichte von Humor und Religion(en) in Vergessenheit geraten zu sein. Doch so bierernst und humorbefreit, wie oft unterstellt, sind weder die religiösen Traditionen noch deren Anhänger/innen. So gibt es die Tradition der „Heiligen Narren“, das sogenannte „Osterlachen“, die herzlich lachenden buddhistischen Lamas, den jüdischen Witz. Humor als Lebenselixier und Quelle von Resilienz; Humor als Möglichkeit, gegen zweifelhafte Autoritäten auf-und für Menschlichkeit einzutreten; Humor als befreiende Lebenshaltung und Schutz vor fundamentalistischer Engführung.

Im Fasching, der sich heuer vielerorts ganz anders abspielen wird, widmet sich die Ö1-Sendung „Lebenskunst“ am 31. Jänner 2021 ab 7.05 Uhr der psychohygienischen und gesellschaftlichen Funktion des Lachens, „kreuz und quer“ rückt am 9. Februar um 22.35 Uhr in ORF 2 eine zentrale Persönlichkeit des österreichischen Judentums in den Mittelpunkt: Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, einen begnadeten Witze-Erzähler. Das Ö1-Religionsmagazin „Praxis“ spricht mit Kabarettisten, Schauspielerinnen und Filmemachern darüber, was wirklich gute religiöse Witze ausmacht und wer sie machen darf. TV-(„Religionen der Welt“, 13. Februar, 16.55 Uhr) und Radio-Sendungen („Lebenskunst“, Ö1, 7. Februar, 7.05 Uhr) gehen der Frage auf den Grund, welche Lebenshaltung der lachende Buddha und seine stets lächelnden Erben wie der Dalai Lama vermitteln möchten. Am Faschingssonntag (14. Februar) sucht „Was ich glaube“ um 16.55 Uhr in ORF 2 nach den sogenannten „Heiligen Narren“. Und religion.ORF.at fragt kurz vor dem Faschingsdienstag: „Was gibt’s da zu lachen? – Über Humor und Religion“.

ORF-Programmdirektorin Mag. Kathrin Zechner: „Dass sich ganze Generationen von Comedy-Schreibern und Kabarettistinnen vom jüdischen Witz inspirieren haben lassen, ist weitgehend bekannt. Weniger bekannt sind die vielen Traditionen und Funktionen rund um das Lachen und den Humor, die es auch in den anderen Religionen gibt. Das Team rund um Barbara Krenn hat mit feinsinniger Hand diese oft verborgenen Schätze gehoben und zeigt damit auch auf, wie wichtig der Humor als Lebenshaltung gerade auch in Zeiten der Krise sein kann. ‚Humor ist, wenn man trotzdem lacht‘ (Otto Julius Bierbaum).“

Die Programmpunkte in ORF 2, Ö1 und religion.ORF.at im Detail:

„Wenn der Rabbi lacht“, kreuz und quer, 9. Februar, 22.35 Uhr, ORF 2 Wer etwas über jüdischen Humor in Wien sagen will, kommt an Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg nicht vorbei. Niemand erzählt Witze so wie er, niemand verkörpert so eine feinsinnige, kluge Heiterkeit und ist gleichzeitig eine zentrale Figur des österreichischen Judentums. Für Eisenberg ist Humor nicht Selbstzweck, sondern eine Methode, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer/innen auf die ernsteren Anliegen zu lenken. Humor hat im Judentum einen fixen Stellenwert:
Egal ob es um Religion, Geschichtsaufarbeitung, Politik oder Zwischenmenschliches geht – das Augenzwinkern besiegt jede Form von Autorität und Fundamentalismus. Eisenberg führt das Team um Thomas Grusch und Elisabeth Krimbacher an ausgesuchte Orte in Wien, an denen er gemeinsam mit seinen Freunden und Freundinnen die Tiefen und Untiefen der jüdischen Heiterkeit erläutert.

„Das Lachen der Lamas: Humor im Buddhismus“, Religionen der Welt, 13. Februar, 16.55 Uhr, ORF 2
Wer kennt ihn nicht, den lachenden Buddha? Oder Bilder vom herzlich lachenden Dalai Lama? Der historische Buddha soll zwar nie laut gelacht, sondern nur milde gelächelt haben – dennoch sind Heiterkeit und lautes Lachen im Buddhismus nicht unbekannt. Lachen und Humor haben ihren Platz in der religiösen Praxis. Doch welche Lebenshaltung steckt dahinter? Welchen Zweck, welche Funktion erfüllt das Lachen im Buddhismus? Gestaltung: Gundi Lamprecht.

„Wie ist das mit den Heiligen Narren?“, Was ich glaube, 14. Februar, 16.55 Uhr, ORF 2
Wolfgang Treitler blickt auf die Tradition der Heiligen Narren im Christentum. Dabei stellt er die Frage nach ihrer Funktion innerhalb der biblischen Tradition und verrät, wo Heilige Narren heute zu finden sind. Gestaltung: Irene Klissenbauer.

„Humor ist, wenn man trotzdem lacht – Lachen als Quelle von Resilienz“, Lebenskunst – Begegnungen am Sonntagmorgen, 31. Jänner, 7.05 Uhr, Ö1
Gerade Menschen, die wenig oder gar nichts zu lachen haben, können – was Witze anbelangt – außerordentlich produktiv sein. Denn: Gerade in schwierigen Situationen ist Lachen besonders hilfreich. Man kann Unterdrücker durch den Kakao ziehen (wie es im jüdischen Humor oft geschieht) und Bedrohungen ins Lächerliche ziehen. Auf diese Weise kann man kreativ mit Problemen umgehen, die Deutungshoheit über die Situation wiedergewinnen und die eigene Resilienz deutlich steigern. Über diese und andere Aspekte hat Brigitte Krautgartner mit der langjährigen Schulleiterin, der Theologin, Pädagogin und Ordensfrau Sr. Beatrix Mayrhofer gesprochen.

„Humor gekonnt ins Bild gesetzt“, Zwischenruf, 7. Februar, 6.55 Uhr, Ö1
Von der Karikatur mit ihren manchmal derben Darstellungen bis hin zum Esprit der feinen Pinselstriche – wer richtig hinsieht, findet in der bildenden Kunst viel Anlass zum Lachen, Grinsen, Schmunzeln. Mehr darüber im Zwischenruf von Johanna Schwanberg, Direktorin des Dom Museum Wien. Redaktion: Brigitte Krautgartner.

„Was ist so komisch im Buddhismus? – Anfragen an eine Weltreligion“, Lebenskunst – Begegnungen am Sonntagmorgen, 7. Februar, 7.05 Uhr, Ö1 Quietschvergnügt und wohlgenährt sitzt er auf zahllosen Darstellungen da, der lachende Buddha. Während andere religiös prägende Gestalten bzw. Persönlichkeiten in der Regel recht ernsthaft dargestellt werden, scheint er sich einfach nur köstlich zu amüsieren. Und auch der prominenteste lebende Vertreter des Buddhismus, der 14. Dalai Lama Tenzin Gyatso, hat ein recht fröhliches Naturell und zeigt auf vielen Fotos ein verschmitztes Lächeln. Was hat es mit dieser Neigung zum Humor auf sich? Besonders im Zen-Buddhismus wird er hochgeschätzt – wissen doch erfahrene Lehrmeister/innen: Wer lacht, atmet intensiv, ist ganz mit seiner Körperlichkeit verbunden, völlig unabgelenkt im Hier und Jetzt. Gestaltung: Brigitte Krautgartner

„Ein Witz mit der Religion“, Praxis – Religion und Gesellschaft, 10. Februar, 16.05 Uhr, Ö1
Sind Religionen per se humorlos? Neigen religiöse Menschen dazu, in jedem guten Scherz über ihre Religion Blasphemie zu sehen? Oder aber hilft eine religiöse Sozialisierung dabei, auch gute Witze über Gott und die Welt zu machen? Der Kabarettist und Kolumnist Guido Tartarotti beispielsweise meint: „Die besten Witze kann man über das machen, was man gut kennt und sogar liebt. Seien es nun die Rolling Stones, das Golfen oder die eigene Religion.“ All das setzt jetzt die Fähigkeit voraus, über sich selbst lachen zu können. Wo aber sind die Grenzen? Wann werden Witz und Humor zu Blasphemie? Alexandra Mantler spricht mit Kabarettisten, Schauspielerinnen und Filmemachern über die Religionen und den Humor.

„Lachen mit Gott – Revival des Humors in Zeiten der Krise“, Logos – Glauben und Zweifeln, 13. Februar, 19.05 Uhr, Ö1
Obwohl Humor gerade im Christentum eine lange Tradition hat, scheint das Lachen in den Kirchen und seine befreiende, aber auch kritische Funktion vielerorts in Vergessenheit geraten zu sein. Dabei gab es bis zur Renaissance in einigen Kirchen einmal im Jahr eine sogenannte „Narrenmesse“, bei der nicht nur Würste am Altar gegessen und Schuhsohlen im Weihrauch verbrannt, sondern auch schmutzige Witze erzählt wurden, um das Volk zum Lachen zu bringen. In Vergessenheit geraten ist heute auch die im Mittelalter feste Institution des „Osterlachens“, bei dem nicht nur die Auferstehung Jesu mit grenzenloser Freude begrüßt wurde, sondern auch der Tod und der Teufel schadenfroh ausgelacht wurden, da sie durch Ostern überwunden waren. „Humor ist eine unverkrampfte, zugleich krampflösende Grundhaltung“, sagt die evangelische Theologin und Clownin Gisela Matthiae, weil er, wie die Satire, nicht einfach das Bedürfnis einer Spaßgesellschaft nach seichter Ablenkung befriedige, sondern dazu diene, die Schwachpunkte und Überzogenheiten von Ideologien und Dogmen aufzudecken. „Logos“ unternimmt mit Fachleuten aus Psychologie, Theologie und Kabarett einen Streifzug durch die humoristischen Traditionen im Christentum. Wo sind die „heiligen Narren“ heute? Wie hilft Humor gerade in Zeiten der Krise? Gestaltung: Irene Klissenbauer.

„Hämisch, herzlich, hoffnungsfroh – Regina Polak über Dimensionen des Lachens“, Lebenskunst – Begegnungen am Sonntagmorgen, 14. Februar, 7.05 Uhr, Ö1
Aus Schadenfreude, aus Verlegenheit, aus Erleichterung oder aus Spaß an einer komischen Situation – es können unterschiedlichste Beweggründe sein, die Menschen zum Lachen bringen. Nicht jedes Lachen ist ehrlich, nicht immer wirkt es befreiend. Es kann aber auch neue Wege eröffnen, Konflikte auflösen und einfach ganzheitlich wohltuend wirken. Über die verschiedenen Facetten des Lachens – und was passiert, wenn es in manchen Kontexten tabuisiert wird – darüber hat Brigitte Krautgartner mit der Praktischen Theologin und Religionssoziologin Regina Polak gesprochen.

„Was gibt’s da zu lachen? Humor und Religion“, Mitte Februar, religion.ORF.at
Humor und Lachen ermöglichen Distanz – sowohl zu uns selbst als auch zu hierarchischen Strukturen. Lachen kann auch als eine Art der Meditation gesehen werden, die kurzzeitig von Meinungen und Überzeugungen befreit und entspannt. Während das Lachen von Autoritäten einerseits als Bedrohung empfunden werden kann, wird es von anderen als etwas Göttliches gepriesen. Gestaltung: Nina Goldmann.

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