Deutsch: Wusste Sebastian Kurz von Ibiza-Video, schon bevor es gedreht wurde?

SPÖ-Bundesgeschäftsführer fordert ÖVP und Kanzler Kurz auf, reinen Tisch zu machen und unverzüglich alle Kontakte und Angebote an Ersteller des Ibiza-Videos offenzulegen

Wien (OTS/SK) - Die heute, Mittwoch, in mehreren deutschen und österreichischen Zeitungen veröffentlichten Interviews mit Detektiv H. legen die tiefe Verstrickung der ÖVP in den Ibiza-Skandal und den Ballhausplatz als Epizentrum der Affäre nahe. Für SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch sind die Aussagen von H. „unfassbar“, daher fordert er die ÖVP und Kanzler Kurz auf, „reinen Tisch zu machen und unverzüglich alle Kontakte und Angebote an die Ersteller des Ibiza-Videos offenzulegen“. Zuvorderst gelte es dabei zu beantworten, ob „Sebastian Kurz schon vom Ibiza-Video wusste, bevor dieses überhaupt gedreht wurde“, so Deutsch. Denn H. gibt im „Standard“-Interview an, dass Gudenus schon vor (!) dem Treffen auf der Finca in Ibiza vor einer Videofalle gewarnt wurde. Diese Information soll ihm direkt aus dem ÖVP-Umfeld zugetragen worden sein. „Sollte sich herausstellen, dass die ÖVP und Kurz von der geplanten Video-Falle gewusst haben, würde das dem Fass den Boden ausschlagen“, so Deutsch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

„Volle Aufklärung“ fordert Deutsch von der ÖVP und Kurz auch über die Angaben von H., denen zufolge mit einem ÖVP-nahen Berater über den Verkauf des Ibiza-Videos geredet wurde. Dies sei deshalb so brisant, weil die ÖVP im U-Ausschuss seit Monaten versucht, die SPÖ zu Unrecht in diese „skandalöse Affäre der krachend gescheiterten türkis-blauen Ibiza-Koalition hineinzuziehen“.

Doch damit nicht genug: „Die ÖVP hat im Sommer 2019 von Kurz abwärts in einer beispiellosen Schmutzkübelkampagne versucht, der SPÖ das Ibiza-Video in die Schuhe zu schieben“, sagt Deutsch, der daran erinnert, dass Kurz seine infamen Attacken erst in Folge einer Unterlassungsklage beendet hat und sich entschuldigen musste. „Jetzt stellt sich heraus, dass offenbar zwei bis drei Millionen Euro dafür geboten wurden, die SPÖ fälschlicherweise mit der Erstellung des Videos zu belasten. Ich frage mich, aus welcher Ecke dieses Angebot wohl stammt“, so Deutsch, der auch daran erinnert, dass namhafte ÖVP-Berater kurz nach Veröffentlichung des Skandal-Videos ihre Social-Media-Accounts gelöscht haben und abgetaucht sind – „wie vom Erdboden verschluckt“.

Für den SPÖ-Bundesgeschäftsführer ist klar: „Es braucht nicht nur volle Aufklärung rund um die politischen Implikationen, die durch die Ibiza-Affäre aufgedeckt wurden - wie den PRIKRAF-Skandal, das Projekt Edelstein, den türkis-blauen Postenschacher, die Casinos-Affäre und das Novomatic-Sponsoring -, sondern es braucht auch volle Aufklärung zu den heute bekanntgewordenen Aussagen. Der aus dem Ibiza-U-Ausschuss bestens bekannte türkise Evergreen ‚Ich habe zu den Vorgängen keine Erinnerung‘ wird für Kanzler Kurz und seine Gefolgsleute diesmal nicht reichen“, ist Deutsch überzeugt. (Schluss) ls/bj

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1010 Wien
Tel.: 01/53427-275
https://www.spoe.at/impressum/

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSK0001