Blimlinger zum Internationalen Holocaust Gedenktag

Grüne fordern entschiedenes Vorgehen gegen jede Form von Rechtsextremismus und Rassismus

Wien (OTS) - Heuer jährt sich am 27. Jänner zum 76. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee. Es steht sinnbildlich für die industrielle Massenvernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden. Allein an diesem Ort wurden über eine Million Menschen ermordet: Jüdinnen und Juden, Roma und Sinti sowie Homosexuelle, politisch Verfolgte und viele andere Gruppen. Anlässlich des 60. Jahrestags der Befreiung des KZ Auschwitz erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen 2005 den 27. Jänner zum „International Holocaust Remembrance Day“ (Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust).

Österreich hat sich 1997 hingegen mit einem Beschluss des Nationalrates nicht für den 27. Jänner als Holocaust-Gedenktag entschieden. „Man wollte den 5. Mai, den Tag der Befreiung des KZ Mauthausen, als jährlich zu begehenden nationalen Gedenktag in Österreich, der offiziell ‚Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus‘ heißt und somit einen breiteren gegenwartsbezogenen Zugang verfolgt. Dennoch könnte auch der 27. Jänner als zweiter Gedenktag hinzugenommen werden, wäre doch damit die internationale Dimension des Holocaust-Gedenktages auch in Österreich verankert“, erklärt Eva Blimlinger, Historikerin und gedenkpolitische Sprecherin der Grünen.

Gedenktage dürfen jedoch nicht nur dazu dienen, zu erinnern und zu gedenken, sondern müssen einerseits die historische Aufklärung und andererseits gegenwärtige Entwicklungen im Blick haben. An Gedenktagen darf nicht in symbolischen Gesten und Inszenierungen verharrt werden. „Wenn wir wollen, dass Gedenktage einen Sinn haben, dann müssen wir sie für Informationen, für politische Diskussion oder für neue Forschungsprojekte nützen. Vor allem müssen wir aber einen Bezug zur Gegenwart herstellen. Der steigende Rechtsextremismus und der Antisemitismus - auch in Zusammenhang mit Coronaleugner*innen und Verschwörungserzähler*innen – müssen gerade jetzt konsequent bekämpft werden“, fordert Blimlinger.

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