VIER PFOTEN Test: Schadstoffe in „Sportalm“-Pelzprodukten über den Branchen-Grenzwerten

Unternehmen setzt zwar auf Regionalität, kauft aber Pelz von skandinavischen Pelzfarmen

  • elz bedeutet nicht nur Tierqual. Auch die Belastung mit Giftstoffen ist eine echte Gefährdung, nicht nur für die Gesundheit der Menschen, sondern natürlich auch für die Umwelt. Sportalm hat es nicht nötig, seinen Ruf aufs Spiel zu setzen. Es ist hoch an der Zeit, die Pelzbestände auszusortieren
    Veronika Weissenböck, Kampagnenleiterin VIER PFOTEN
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  • In Österreich gibt es seit 2005 ein Verbot von Pelztierfarmen. Es wäre doch stimmig, würde Sportalm auch dies als Auftrag sehen, keinen Pelz für die Produktion zu importieren.
    Veronika Weissenböck, Kampagnenleiterin VIER PFOTEN
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Wien (OTS) - Das Tiroler Modeunternehmen Sportalm setzt als eines der wenigen österreichischen Labels nach wie vor auf Echtpelz in seiner Kollektion. VIER PFOTEN hat nun einige Artikel von Sportalm in einem Labor toxikologisch untersuchen lassen. Das Ergebnis: Bei einem Pelzkragen liegen die Werte sowohl beim Formaldehyd als auch bei den hormonwirksamen Nonylphenolethoxylaten deutlich über dem von der Pelzindustrie selbst auferlegten SafeFur-Standard. Bei zwei Pelzbommeln sind die Formaldehyd-Werte deutlich zu hoch.

Für VIER PFOTEN ist dies eine weitere Gelegenheit, Sportalm zum Ausstieg aus dem Handel mit Echtpelzprodukten zu bewegen. Formaldehyd und jede Form von Ethoxylaten können laut der European Chemicals Agency (ECHA) u.a. Allergien, Krebs und Störungen des Hormonhaushaltes verursachen. „Pelz bedeutet nicht nur Tierqual. Auch die Belastung mit Giftstoffen ist eine echte Gefährdung, nicht nur für die Gesundheit der Menschen, sondern natürlich auch für die Umwelt. Sportalm hat es nicht nötig, seinen Ruf aufs Spiel zu setzen. Es ist hoch an der Zeit, die Pelzbestände auszusortieren“, sagt VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck. Wer die Kampagne unterstützen möchte, kann dies auch aktiv tun: www.vier-pfoten.at/sportalm

Sportalm gibt an, nur „nachhaltige“ Pelze vom Marderhund zu verwenden, die aus kontrollierten skandinavischen Zuchtbetrieben stammen. Weissenböck: „Wir wissen aus jahrelanger Erfahrung und von Recherchen vor Ort: Es gibt keinen ethisch oder nachhaltig produzierten Pelz – egal von wo er kommt und welches Tier dafür sterben musste. Echtpelz bedeutet immer Tierqual. Es ist klassisches Greenwashing, das Sportalm betreibt. Wir fordern das Unternehmen nachdrücklich auf, dem guten Beispiel der vielen anderen Modelabels zu folgen. Wir sind überzeugt: Jede Modemarke kann vom Imagewandel nur profitieren.“

Außerdem legt Sportalm auf seiner Website großen Wert auf Regionalität. „Made in Austria“ wird als Bekenntnis und gleichzeitig als Auftrag bezeichnet. Weissenböck: „In Österreich gibt es seit 2005 ein Verbot von Pelztierfarmen. Es wäre doch stimmig, würde Sportalm auch dies als Auftrag sehen, keinen Pelz für die Produktion zu importieren.

Erfolg: „Madeleine“ steigt aus Pelz aus

Erfreulicherweise steigen immer mehr Modeunternehmen aus dem Handel mit Pelzprodukten aus. Aktuell konnte VIER PFOTEN das deutsche Modelabel Madeleine dazu gewinnen, ab Herbst/Winter 2021/22 vollständig auf Echtpelzprodukte in den Kollektionen zu verzichten. Veronika Weissenböck: „Das ist ein riesiger Erfolg für die Tiere und für uns. Es sollte aber auch eine ‚Steilvorlage‘ für Sportalm sein. Denn es zeigt, dass Mode ohne Pelz nicht nur tier- und umweltfreundlicher ist, sondern auch neue Chancen eröffnet.“

Madeleine liegt im internationalen Trend: Namhafte Labels und Designer wie Chanel, Gucci und Prada sind mit gutem Beispiel vorangegangen. Vergangenes Jahr hat VIER PFOTEN auch die umsatzstärksten und bekanntesten österreichischen Modemarken und -Händler auf Echtpelz im Sortiment befragt und das Ergebnis der Recherche in einem Report veröffentlicht. Fazit: Ein Großteil hat Echtpelz aus seinen Kollektionen verbannt. Heimische Unternehmen wie Northland, Hervis und Jones zeigen, wie gut Mode ohne Tierqual ankommt.

Die Ergebnisse einer VIER PFOTEN Umfrage in Österreich im Vorjahr zeigen ein eindeutiges Bild: 83 Prozent aller Befragten lehnen das Halten und Töten von Tieren zur Gewinnung von Pelz für die Modeindustrie ab, 85 Prozent empfinden den Verkauf von Echtpelz als nicht mehr zeitgemäß. Die Nachfrage nach pelzfreier Mode steigt also deutlich.

Link zum Protest gegen Pelz bei Sportalm
SPORTALM - Stoppt den Pelzverkauf!

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Mag. Elisabeth Penz
Press Office Austria
VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Linke Wienzeile 236, 1150 Wien

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