FPÖ – Hofer kategorisch gegen Radiusbeschränkung

Wien (OTS) - Die „Achterbahn-Politik“ der Bundesregierung sei jeden Tag für Überraschungen gut. Während Mitte der Vorwoche noch Lockerungen der Corona-Maßnamen zur Diskussion standen, ist seit Sonntag klar, dass der harte Lockdown weiter fortgesetzt wird. Obwohl die Infektionszahlen zurückgehen und auch die Situation in den Krankenhäusern täglich besser wird, versetzt die Bundesregierung die Menschen in Angst und Schrecken. In einer TV-Diskussion wollte Gesundheitsminister Anschober ganz und gar nicht ausschließen, dass es auch in Österreich dazu kommen könnte, dass der Bewegungsradius der Menschen eingeschränkt wird, wie das in Deutschland (mit einem Radius von 15 Kilometern) oder Israel (1 Kilometer) bereits der Fall ist. „Diese Vorgangsweise wäre ein weitere unverantwortlicher Schuss ins Blaue. Es ist höchst an der Zeit, dass die Regierung auch Experten aus dem Bereich der Verhaltensforschung in ihre Beratungsgremien aufnimmt. Menschen sind soziale Wesen – man kann sie auch in dieser Krise nicht einsperren wie Tiere im Käfig, was ich übrigens auch ablehne. Das funktioniert nicht“, ist FPÖ-Bundesparteiobmann NAbg. Norbert Hofer überzeugt. Das größte Problem derzeit sei, dass die Menschen durch die Sperre der Gastronomie in den privaten Bereich gedrängt werden, wo sie sich ohne Einhaltung von Schutzmaßnahmen treffen.

Hofer warnt die Verantwortlichen, falsche Erwartungen in den Lockdown zu setzen. Der deutsch Virologe Hendrik Streeck beispielsweise hält es im Winter für unmöglich, die von der Politik angepeilte 7-Tages-Inzidenz von 50 zu erreichen. Bewegungen wie die „ZeroCovid“-Initiative, die auf den gänzlichen Verzicht zwischenmenschlicher Kontakte setze, seien überhaupt Utopie. Streeck sieht es als Fakt an, dass trotz Impfstoff das Virus nicht gänzlich verschwinden werde. Er plädiert zudem dafür, nicht weiter mit Lockdowns zu experimentieren, weil dadurch der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kollateralschaden weiter vergrößert werde. Norber Hofer: „Auch der gesundheitliche Kollateralschaden in Österreich durch die Lockdowns ist enorm. Die im Vorjahr gestiegene Übersterblichkeit wurde nicht nur durch Corona verursacht. Von den rund 9.000 Menschen, die im Jahr 2020 mehr gestorben sind als im Jahr davor, sind 3.000 nicht an oder mit Corona verstorben.“ In den Lockdowns des Jahres 2020 haben immer wieder Ärzte gewarnt, dass Routine-Operationen und Vorsorgeuntersuchungen verschoben oder abgesagt werden mussten. Psychische Erkrankungen als Folge des Lockdowns seien dramatisch angestiegen, wie auch die Suizid-Rate. Existenzängste, Jobängste und die fehlende Aussicht auf eine Verbesserung der Lebenssituation seien dafür mitverantwortlich gewesen.

Norbert Hofer: „Der gesundheitliche Kollateralschaden kann noch nicht endgültig beziffert werden und er wurde von der Regierung auch nicht untersucht. Solange aber das Land durch einen Lockdown nach dem anderen im Ausnahmezustand gehalten wird, bleibt die Lage prekär. In dieser sensiblen Phase dann auch noch mit einer Einschränkung des Bewegungsradius für die Menschen zu drohen, wie es der Gesundheitsminister tut, ist fahrlässig. Es kann doch nicht sein, dass Flugzeuge aus der halben Welt in Österreich landen und gleichzeitig die Menschen in einem Rundreservat festgehalten werden sollen. Man muss nicht jeden Unsinn aus anderen Ländern nachmachen, und vor allem sollte die Regierung keine Befehle aus Berlin entgegennehmen.“

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