NEOS: Länder impfen querbeet, Gesundheitsminister schaut zu

Gerald Loacker: „Es darf nicht so weit kommen, dass wir uns nicht nur mit dem Ellbogen begrüßen, sondern dass eine Ellbogen-Mentalität auch bei der Impfung zur Methode wird.“

Wien (OTS) - „Wenn sich die Länder nicht an den Plan und die Priorisierung halten, die das nationale Impfgremium ausgegeben hat, nach welchen sachlichen Kriterien werden denn dann Impfstoffe zugeteilt?“, fragt sich NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker und kritisiert die intransparente und für niemanden mehr nachvollziehbare Priorisierung und Abwicklung der Corona-Impfung durch die Länder.

„Das nationale Impfgremium sieht Personen über 80 in Priorität 1. Die Praxis der Bundesländer zeigt jedoch, dass andere Gruppen, die weiter hinten gereiht waren, jetzt früher drankommen. Das ist nicht nur unsachlich, es ist auch gleichheitswidrig“, sagt Loacker. „Auch wenn sich Gesundheitsminister Anschober offiziell aus der Verantwortung geschlichen hat, so gebietet es allein der Anstand und seine Führungsfunktion, dass er als Gesundheitsminister darauf achtet, dass nicht irgendwer geimpft wird, der halt grad da ist. Die Länder müssen den Plan, auf den sich alle verständigt haben, auch einhalten.“

Es gehe um nichts weniger als den Schutz von Menschenleben. Bundeskanzler Kurz müsse auch einhalten, was er groß angekündigt habe - nämlich, dass auch Menschen über 80, die nicht in Senioren- und Pflegeheimen leben, bereits im Jänner geimpft werden. Loacker: „Das wird aber nicht funktionieren, wenn jeder so macht, wie er es möchte. Risikogruppen zuerst! Es darf nicht so weit kommen, dass wir uns nicht nur mit dem Ellbogen begrüßen, sondern dass eine Ellbogen-Mentalität auch bei der Impfung zur Methode wird.“ Das Argument, der Pfizer-Impfstoff sei für Über-80-Jährige nicht geeignet, weil dieser so schnell aufgebraucht werden müsse und man deswegen nicht zu den Menschen heimfahren könne, lässt Loacker nicht gelten: „Die sind ja nicht alle immobil. Die Mehrheit dieser Bevölkerungsgruppe kann sehr wohl in ein Impfzentrum kommen oder in eines gebracht werden.“

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