Bund, Land und Stadt geben grünes Licht für historischen Öffi-Ausbau in Salzburg

Auch erster Vertrag für die Umsetzung des 1-2-3-Klimatickets wurde unterzeichnet

Wien, 21.12.2020 (OTS) - Die heutigen Vertragsunterzeichnungen stellen den Abschluss intensiver Gespräche zwischen dem Klimaschutzministerium und Land und Stadt Salzburg dar. Dabei wurde ein umfassendes Paket für den Öffentlichen Verkehr vereinbart, das neben dem Ausbau der Lokalbahn in Salzburg auch den ersten Umsetzungsvertrag für das 1-2-3-Klimaticket beinhaltet.

Öffi-Infrastruktur in Salzburg wird umfassend ausgebaut und erweitert

Mit der Rahmenvereinbarung für die Verlängerung der Salzburger Lokalbahn bis in den Süden ist dabei ein zentraler Meilenstein gelungen. Hier folgen nun die konkreten Planungsschritte für eine rasche Umsetzung. Schon im Jahr 2023 soll mit dem Bau des ersten Abschnittes bis zum Schloss Mirabell begonnen werden. In den Ausbau der Salzburger Lokalbahn werden in den nächsten Jahren rund 900 Millionen Euro investiert. Der Bund trägt für die Bestandssicherung und die Ausbauten auf der bestehenden Strecke 50 Prozent der Kosten. Für die weiteren Ausbaustufen und die langfristigen Planungsarbeiten wurde vereinbart, dass das Klimaschutzministerium jedenfalls die Hälfte der Kosten übernimmt.

Neben der Rahmenvereinbarung wurden heute konkrete Finanzierungsverträge für die Planung bis Mirabell (2021-2023) und für den Bestandsausbau auf dem Nordast (2021-2025) unterfertig. Auch in die Pinzgauer Lokalbahn werden Bund und Land seit über 10 Jahren ab 2021 erstmals wieder gemeinsam investieren: Klimaschutzministerium und Land Salzburg haben sich auf ein Mittelfristiges Investitionsprogramm geeinigt. Bis 2025 werden 8 Mio. Euro investiert.

Auch Umsetzungsvertrag für das 1-2-3-Klimaticket unterzeichnet

Gleichzeitig mit der Rahmenvereinbarung über den historischen Öffi-Ausbau im Großraum der Stadt Salzburg unterzeichnen das Klimaschutzministerium und das Land Salzburg auch den ersten Umsetzungsvertrag für die Einführung des österreichweit gültigen 1-2-3-Klimatickets im kommenden Jahr. Salzburg ist damit neben dem Infrastrukturausbau auch bei der Umsetzung eines günstigen und bequemen Öffi-Tickets Vorreiter. Mit dem my-Regio-Ticket hat das Land Salzburg bereits ein großer Schritt für einen einfachen Zugang zum Öffentlichen Verkehr getan. Dieses wird nun mit dem österreichweiten 1-2-3-Klimaticket optimal ergänzt.

Das 1-2-3-Klimaticket ist ein Ticket für alle Österreichischen Verkehrsmittel. Bereits im nächsten Jahr soll die österreichweite Stufe um 1095 Euro erhältlich sein. Damit können ein Jahr lang alle öffentlichen Verkehrsmittel, egal ob Bus, Bahn oder Straßenbahn, benutzt werden. Die Stufen für ein Bundesland und eine Region werden in den nächsten Jahren folgen.

„Wir haben gemeinsam wirklich Großes geschafft. Wir bringen den Ausbau der Salzburger Lokalbahn auf Schiene. Und die Salzburgerinnen und Salzburger profitieren von einem günstigen Ticket. Mit dem 1-2-3-Klimaticket um 1095 ein Jahr lang bequem mit allen Öffis durch ganz Österreich – und das schon 2021“, so Klimaschutzministerin Leonore Gewessler.

„Gerade in Krisenzeiten ist es enorm wichtig, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken und mit Entschlossenheit zu handeln. Daher halten wir in der Salzburger Landesregierung an unserem Weg fest, durch Investitionen und zentrale Weichenstellungen klare Schwerpunkte zu setzen. Dabei spielt die klimafreundliche Mobilitätswende eine zentrale Rolle, um für nachfolgende Generationen einen bedeutsamen Mehrwert zu generieren. Die Realisierung der Regionalstadtbahn stellt für uns eines der größten Zukunftsprojekte im Verkehrsbereich dar“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

„Die Verlängerung der Salzburger Lokalbahn ist nun endlich auf Schiene. Unsere intensiven Vorarbeiten machen sich jetzt bezahlt. Der Bund hat uns heute vertraglich eine Mitfinanzierung von jedenfalls 50 Prozent zugesagt. Wir rechnen mit einem Baubeginn 2023. Nach dem ersten Schritt bis zum Schloss Mirabell planen wir die Strecke durch die Stadt bis in den Süden nach Hallein. Damit schaffen wir eine attraktive Schienen-Verbindung zwischen Nord und Süd. Das bringt vor allem für die vielen Pendler enorm attraktive Anbindungen und eine Alternative für die Staugeplagten“, so Verkehrslandesrat Stefan Schnöll, der sich bei Bundesministerin Leonore Gewessler für das gute Miteinander bedankt und ergänzt: „Für attraktive Öffis braucht es eine ordentliche Infrastruktur, einen vernünftigen Preis und eine ausreichende Taktung. Gemeinsam kommen wir mit dem Öffi-Paket einen riesigen Schritt weiter in Richtung Mobilitätswende für Salzburg.“

„Dieses große Salzburg-Paket beweist, dass uns ein Umdenken im Sinne des Klimaschutzes gelungen ist. Mit dem 1-2-3-Klimaticket wird den Salzburgerinnen und Salzburgern das Umsteigen vom Auto auf die Öffentlichen Verkehrsmittel erleichtert und attraktiver gemacht. Nach Jahrzehnten der Diskussionen haben wir heute die Regionalstadtbahn endlich auf Schiene gebracht. Bei der Mobilitätswende und im Klimaschutz kommen wir nur voran, wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen. Das passiert nun mit der starken Achse Bund, Land und Stadt. Wenn wir in diese Richtung mit erhöhtem Tempo weitergehen, schaffen wir es, Salzburg bis zum Jahr 2050 klimaneutral, energieautonom und nachhaltig zu machen“, so Heinrich Schellhorn, Landeshauptmann-Stellvertreter.

Vizebürgermeisterin Barbara Unterkofler betont, dass nun alle Ebenen bei diesem wichtigen Projekt an einem Strang ziehen. Das beweise auch, dass seit 2018 im Gemeinderat der Stadt Salzburg jeder Beschluss einstimmig gefasst werden konnte.

„Der Verkehr endet nicht an der Stadtgrenze, sondern wird auch vom Umland maßgeblich beeinflusst: 50% des Verkehrs in den Spitzenstunden entsteht oder endet im Umland. Umso wichtiger ist dieser enge Schulterschluss zwischen Stadt und Land. Die Verlängerung der Lokalbahn, mit der langfristigen Einbindung aller Gleisrelationen, wird nicht nur den Verkehr deutlich entflechten und entlasten, sondern auch Klima und Umwelt werden deutlich profitieren. In Verbindung mit den zahlreichen weiteren Maßnahmen, die wir derzeit bearbeiten sieht man: Die Mobilitätswende in Salzburg ist auf dem Weg!“, so Unterkofler.

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Florian Berger
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