Gerlinde Feichtlbauer neue Hebammenpräsidentin

Wien (OTS) - Generalsekretärin Ines Stilling hat vergangenen Freitag das neue Präsidium des Österreichischen Hebammengremiums angelobt. Die Oberösterreicherin Gerlinde Feichtlbauer ist die neue Präsidentin des Österreichischen Hebammengremiums. Sie war bereits die letzten zehn Jahre Vizepräsidentin und übernimmt das Amt von Petra Welskop, die sich nach zehn Jahren als Präsidentin aus dem ÖHG-Vorstand zurückzieht. Die Burgenländerin Beate Kayer ist neue Vizepräsidentin.

Am Freitag, 18. Dezember, nahm die Generalsekretärin des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Frau Mag. Ines Stilling, in Wien die Angelobung des neuen Präsidiums des Österreichischen Hebammengremiums (ÖHG) vor. Stilling betonte: „Hebammen betreuen Frauen während der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Leben mit dem Baby und geben ihnen Sicherheit. Das ist eine wichtige Aufgabe unseres Gesundheitssystems und ich bedanke mich bei den Hebammen in Österreich für die wertvolle Arbeit, die sie jeden Tag leisten.“

Alle fünf Jahre wählen die rund 2.500 Hebammen Österreichs ihre Standesvertreterinnen. Der neue Vorstand des ÖHG setzt sich aus 23 Hebammen zusammen, die in ihrem jeweiligen Bundesland gewählt wurden: je eine Hebamme aus dem Burgenland und Vorarlberg, je zwei Hebammen aus Kärnten, Niederösterreich und Salzburg, je drei Hebammen aus der Steiermark und Tirol, vier Hebammen aus Oberösterreich und fünf Hebammen aus Wien. Die bisherige Präsidentin Petra Welskop hatte nicht mehr kandidiert, die langjährige Vizepräsidentin Gerlinde Feichtlbauer aus Oberösterreich wurde vom neuen Vorstand zur Präsidentin gewählt. Ihre Stellvertreterin und Vize-Präsidentin ist Beate Kayer aus dem Burgenland.

Corona Vereinbarungen haben rasch funktioniert

„Wir Hebammen sind eine kleine Berufsgruppe, aber wir haben viel erreicht in den letzten Jahren. Die Corona Pandemie hat gezeigt, wie gut wir im Gesundheitssystem verankert sind. Wir haben sehr rasch Vereinbarungen für frei praktizierende Hebammen gehabt – zur Telemedizin, zur Hebammen-Beratung im Mutter-Kind-Pass, zu zusätzlichen telefonischen Beratungen und so weiter“, resümmiert Feichtlbauer. Vize-Präsidentin Beate Kayer ergänzt: „Hebammen werden gehört, unsere Anliegen werden ernstgenommen, auch in schwierigen Zeiten. Und das ist auch für schwangere Frauen und für Mütter mit ihren Neugeborenen eine gute Nachricht. Hebammen-Begleitung ist nämlich für die Frauen in der Schwangerschaft, während der Geburt und im ersten Jahr mit dem Baby sehr wichtig. Gerade auch in Zeiten großer Unsicherheit.“

Themen: Hebammenmangel, mehr Kassenhebammen und neuer Gesamtvertrag

Zu ihren wichtigsten Aufgaben der kommenden Jahre zählt Gerlinde Feichtlbauer, die neue Präsidentin des Österreichischen Hebammengremiums, die Bekämpfung des Hebammenmangels. Sie fordert eine österreichweite Hebammen-Bedarfsanalyse, die bisher an der Finanzierung gescheitert sei. Außerdem macht Feichtlbauer zum wiederholten Male darauf aufmerksam, dass in einigen Bundesländern dringend zusätzliche Kassenstellen für frei praktizierende Hebammen geschaffen werden müssen. Darüber hinaus hofft sie, die Gespräche über einen neuen Gesamtvertrag mit den Sozialversicherungen rasch zu einem guten Ergebnis führen zu können.

"Hebammen brauchen eine starke Standesvertretung. Wir sind eine kleine Berufsgruppe und innerhalb des Gesundheitssystems eine spezielle Berufsgruppe. Denn wir haben es nicht mit Krankheit zu tun, sondern wir begleiten gesunde Frauen in einem besonderen Abschnitt ihres Lebens“, betont Feichtlbauer. "Ich persönlich finde es sehr befriedigend, dass Standespolitik für Hebammen immer auch gesundheitspolitische Arbeit für Frauen ist. Wir Hebammen sehen Schwangerschaft und Geburt als besonderen Abschnitt im Leben einer Frau und wir wollen die Frauen in ihrem Vertrauen auf den eigenen Körper stärken. Sie sollen das Freudige an diesem Lebensabschnitt erleben können und sich nicht wegen aller möglichen Risiken verunsichern lassen", so Feichtlbauer. In Zeiten der hochtechnisierten Geburtshilfe und auch in Zeiten von Corona sei dies für viele Frauen nicht so einfach.

Hebammengremium hat Kammerstatus

Das Österreichische Hebammengremium ist eine öffentlich rechtliche Körperschaft und vertritt die beruflichen Interessen der Hebammen. Es gilt Pflichtmitgliedschaft für alle rund 2.500 in Österreich arbeitenden Hebammen.

Hebammen arbeiten freiberuflich und/oder in einem Krankenhaus mit geburtshilflicher Abteilung, im Geburtshaus, in der Hebammenpraxis oder als Familienhebammen in Mutter-Eltern-Beratungen. Aktuell sind 599 Hebammen in Krankenhäusern angestellt, 530 Hebammen arbeiten in der freien Praxis und die restlichen 1.403 Hebammen arbeiten zusätzlich zur Anstellung im Krankenhaus auch frei praktizierend.

Online Hebammensuche

Das ÖHG versteht sich auch als Verbindungsstelle zwischen Hebammen und (werdenden) Müttern. Mit der Hebammensuche auf der Webseite des ÖHG – www.hebammen.at - finden Frauen ihre frei praktizierende Hebamme für die Betreuung in der Schwangerschaft, während der Geburt, im Wochenbett und darüber hinaus.

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Österreichisches Hebammengremium
Elli Schlintl
PR-Beauftragte
+43 699 15050700
elli.schlintl@hebammen.at

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