Stadt Wien unterstützt Hilfe für Moria mit 300.000 Euro

Bürgermeister Ludwig und Vize Wiederkehr: Zustände in griechischem Flüchtlingslager „Schande für EU“; Kritik an Bund, der Hilfsangebot Wiens zur Aufnahme von 100 Kindern blockiert

Wien (OTS/RK) - Die Stadt Wien wird Caritas, Diakonie und Arbeiter-Samariterbund mit insgesamt 300.000 Euro unterstützen – das Geld fließt in die Hilfe für die Menschen in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln, konkret für jene Familien und Kinder, die in unmenschlichen Bedingungen in Moria oder auf Lesbos leben müssen. Das haben Bürgermeister Michael Ludwig und Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr heute, Mittwoch, angekündigt.

Mit dem Geld wolle die Stadt Wien unmittelbare Hilfe „für jene Menschen leisten, die unter schwersten Bedingungen in den Flüchtlingslagern leben müssen“, sagte Ludwig. „Es sind unhaltbare Zustände in den Flüchtlingslagern. Es ist eine Schande, dass es so etwas auf dem Boden der EU gibt“, so der Bürgermeister. Ludwig erinnerte an das Angebot der Stadt Wien, 100 Kinder aus dem Flüchtlingslager Moria aufnehmen zu wollen. „Wir wären bereit. Das Hilfsangebot scheitert aber am Bund, der für das Aufenthaltsrecht zuständig ist“, sagte Ludwig.

Auch Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr kritisierte die Zustände in den Lagern und bedankte sich beim Engagement der NGOs: „Es ist eine Schande, was in den Lagern passiert.“ Die Flüchtlingscamps seien nicht winterfest, Menschen müssten im kalten Wind und Regen ausharren. „Ziel muss es sein, diesen Menschen eine würdige Unterkunft zu geben. Es ist unsere Verantwortung das zu tun. Während der Bund diese unsäglichen Umstände zulässt und Hilfsangebote blockiert, wollen wir als Stadt Wien wenigstens einen finanziellen Beitrag leisten“, sagte Wiederkehr.

Die 300.000 Euro der Stadt Wien werden zu gleichen Teilen verteilt, an die in Griechenland vertretene Caritas, Diakonie und den Arbeiter-Samariterbund. „Wir wollen keine PR-Aktion mit Flugzeugen voller Gegenstände, die nicht ankommen“, sagte Ludwig. Das Geld soll vor Ort eingesetzt werden und den Menschen direkt zu Gute kommen.

„Wir sind der Stadt Wien und den anderen Bundesländern für diese wichtige Unterstützung sehr dankbar“, sagte Claus Schwertner, Geschäftsführender Direktor der Caritas der Erzdiözese Wien. „Wir hoffen sehr, dass auch die Bundesregierung dem Beispiel der Länder folgt und in einem nächsten Schritt jene Gemeinden in ganz Österreich unterstützt, die sich wie Wien bereit erklärt haben, Familien mit Kindern bei sich aufzunehmen.“

„Die Flüchtlingscamps in Griechenland sind nach wie vor völlig überfüllt. Nicht nur auf den Inseln, auch am Festland ist die Situation sehr kritisch. Tausende Migrantinnen und Migranten sind obdachlos und die Winter in Griechenland sind oft kalt, nass und windig. Dank der Unterstützung der Stadt Wien können wir gemeinsam mit unseren lokalen Partnern in den kommenden Wintermonaten die Menschen mit Nahrungsmitteln, warmer Kleidung, Hygieneartikeln und medizinischer Basisversorgung unterstützen“, erklärt Andreas Balog, Geschäftsleitung Samariterbund.

„Der Winter ist auf Lesbos bereits angebrochen. Durch die Winterstürme stehen die Zelte unter Wasser. Die Situation ist für die vielen Familien mit Kindern besonders unerträglich. Mit der Nothilfe der Diakonie können nur die allerdringendsten Verbesserungen im Lager erreicht werden. Tatsächlich aber fordern wir eine umgehende Evakuierung des Lagers, um Leben und Gesundheit der BewohnerInnen nicht noch weiter zu gefährden“, sagt Christoph Riedl, Diakonie Österreich.

Weitere Informationen: Paul Weis, Mediensprecher Bürgermeister Michael Ludwig, Tel +43 1 4000 81846; paul.weis@wien.gv.at (Schluss) ato

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