- 11.12.2020, 09:57:29
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- OTS0071
Greenpeace zu EU-Klimaziel: 55 Prozent Nettoziel ist unzureichender Kompromiss
Klimaziel umfasst erstmals auch Klimagase, die in Wäldern und anderen "Senken" gespeichert werden - Endabrechnung sinkt so auf bis zu minus 50,5 Prozent statt notwendiger 65 Prozent
Utl.: Klimaziel umfasst erstmals auch Klimagase, die in Wäldern und
anderen "Senken" gespeichert werden - Endabrechnung sinkt so
auf bis zu minus 50,5 Prozent statt notwendiger 65 Prozent =
Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisiert die
heute von den europäischen StaatschefInnen beschlossene Erhöhung des
EU-Klimaziels auf minus 55 Prozent Netto-Emissionen bis 2030 als
unzureichenden Kompromiss auf Kosten der kommenden Generationen.
Erstmalig umfasst die Zielsetzung auch Klimagase, die in Wäldern und
anderen "Senken" gespeichert werden und drückt so die tatsächlich
mögliche Reduktion auf magere bis zu minus 50,5 Prozent. Von der
wissenschaftlich als notwendig anerkannten Reduktion um 65 Prozent
bleibt die EU somit weit entfernt. Diese wäre jedoch notwendig,
wollen wir das Pariser Klimaziel einer Begrenzung der globalen
Temperaturerhöhung auf 1,5 Grad noch erreichen. Österreichs
Chefverhandler Sebastian Kurz zählte im Vorfeld der Beschlussfassung
zu den Bremsern. Anders als progressivere Länder, wie etwa Luxemburg,
Finnland, Schweden oder die Niederlande, die sich für die
kompromisslosere Brutto-Variante einsetzten, zog Österreich mit der
schwachen Netto-Version in die Verhandlungen. Kurz zementierte damit
ein weiteres Mal die Nachzüglerrolle der heimischen Bundesregierung
im Klimafragen ein.
“Die Wissenschaft ist unmissverständlich - 55 Prozent Netto-Reduktion
sind unzureichend, um der Klimakrise die Stirn zu bieten. Österreichs
Rolle in der Entschlussfindung ist dabei besonders bitter. Die
Bundesregierung hat sich dazu verpflichtet, eine ambitionierte
Klimapolitik in Europa voranzutreiben. Das heute beschlossene Ziel
von minus 55 Prozent Netto-Emissionen, das Sebastian Kurz
unterstütze, ist ein fauler Kompromiss auf Kosten der kommenden
Generationen und alles andere als ambitioniert. Das Netto-Ziel
bedeutet eine deutliche Aufweichung, sodass die tatsächliche
Reduktion der realen Emissionen lediglich bei 50,5 Prozent liegen
könnte. Von dem was die Wissenschaft fordert, nämlich nicht weniger
als 65 Prozent Reduktion bis 2030, sind wir somit in Europa nach wie
vor weit entfernt", warnt Adam Pawloff, Klimaexperte bei Greenpeace
in Österreich.
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