Tagesbefehl von Verteidigungsministerin Tanner anlässlich der Massentestung 2020

Wien (OTS) - Das Bundesministerium für Landesverteidigung erlaubt sich den Tagesbefehl von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner anlässlich der Massentestung 2020 zu veröffentlichen.

"Wir zeigen der Bevölkerung, dass wir immer für sie da sind“

Das Österreichische Bundesheer ist die strategische Reserve der Republik – das wurde uns niemals so deutlich vor Augen geführt wie im heurigen Jahr. Denn einige Szenarien, die in den Sicherheitspolitischen vorausschauenden Risikoanalysen erwähnt werden, sind bereits heuer schon eingetroffen.

Das hat schon zu Beginn des Jahres die große Cyberattacke auf das Außenministerium gezeigt, als Experten unseres Hauses zur Bekämpfung dieses Angriffes eingesetzt waren. Das hat Anfang November unser Einsatz nach dem hinterhältigen Terroranschlag in Wien gezeigt, als das Bundesheer noch in der Terror-Nacht vollständig den Objektschutz in Wien übernommen hat, um die Polizei für Ermittlungsarbeiten entlasten zu können. Sogar Militärpolizei und Jagdkommando waren alarmiert und hielten sich für Aufträge bereit, auch gepanzerte Fahrzeuge wurden bereitgestellt.

Und das haben die zahlreichen Assistenzeinsätzen bei der Katastrophenhilfe und die sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsätze „Migration“ an den Grenzen gezeigt.

Doch vorherrschend war und ist noch immer eines: der Kampf gegen die Covid-19 Pandemie. In dieser Corona-Krise haben wir seit Beginn im März schon mehr als fünf Millionen Arbeitsstunden an Assistenzeinsätzen und Unterstützungsleistungen geleistet. Durchschnittlich waren jeden Tag knapp 1.000 Soldaten rund um die Uhr und österreichweit im Kampf gegen das Covid-19 Virus im Einsatz. Inzwischen haben wir den Einsatz ausgeweitet und in mehreren Bundesländern die Anzahl der Bundesheerbediensteten verdoppelt, um die Gesundheitsbehörden bei der Bewältigung der Pandemie zu unterstützen.

Die Anforderungen des Bundesheeres waren mit vielen und auch neuen organisatorischen Hürden verbunden: Erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik haben wir im Frühling mobil gemacht und die Milizsoldaten einberufen und wir mussten die Präsenzdiener als Unterstützung verlängern.

Unsere Soldatinnen, Soldaten und Zivilbedienstete helfen österreichweit bei Grenzkontrollen, beim Contact-Tracing, bei Drive-ins und diversen anderen Teststationen bei der Abwicklung der Probeentnahmen und wo immer sie im Kampf gegen das Corona-Virus gebraucht werden. So aktuell bei einem mehrtägigen Einsatz in einem Pflegeheim, nachdem dort fast alle Heiminsassen und Leute des Pflegepersonals erkrankt oder in Quarantäne sind. Elf Sanitätssoldaten haben die Rund-um-die-Uhr-Betreuung der betagten Bewohner übernommen.

Wir richten auch gerade mehrere „COVID-19-Lager“ als Notvorrat ein, um bei Engpässen und Bedarfsspitzen mit Schutzausrüstung und sonstigen notwendigen medizinischen Materialien und Geräten aushelfen zu können.

Und jetzt steht eine besondere Aufgabe und Herausforderung für das Bundesheer an– die Massentests der österreichischen Bevölkerung. Wir konnten mit unserem Einsatz in der Slowakei erste Erfahrungen sammeln und haben uns die Testungen in Südtirol angeschaut. All das wird uns jetzt zu Gute kommen. Das Bundesheer wird mit rund 5.000 Soldaten und Zivilbediensteten die Massentestungen in den Bundesländern ermöglichen. Damit werden neben unserem Militärpersonal bei der Überwachung der Grenzen und in den Auslandsmissionen und dem Personal beim Contact-Tracing und anderen Unterstützungsleistungen knapp 8.330 Soldaten und Zivilbedienstete im Einsatz sein.

Für Einsätze, die kurzfristig und mit kurzer Dauer geplant sind, wird keine Mobilmachung wie im Frühjahr nötig sein. Doch eines ist für alle klar:

Die Arbeitsbedingungen werden nicht immer leicht sein: Alle eingesetzten Soldatinnen, Soldaten und Zivilbedienstete müssen daher besonders auf die Einhaltung der strengen Maßnahmen achten, um sich vor Ansteckungen zu schützen und nicht selbst krank zu werden.

Diese Einsätze in der Corona-Krise sind aber gleichzeitig auch eine Chance. Eine Chance zu zeigen, was das Bundesheer alles kann. Eine Chance zu zeigen, dass Ausbildung, Disziplin und Organisationsvermögen einen Wert haben und dass unsere Arbeit wahrhaftig einen Sinn macht. Eine Chance der Bevölkerung zu zeigen, dass man sich auf das Österreichische Bundesheer verlassen kann. Und Sie sind ein Teil davon.

Ich bedanke mich daher bei allen Soldatinnen und Soldaten und bei den vielen Zivilbediensteten für ihren Einsatz in dieser Corona-Krise. Ich bedanke mich bei denjenigen, die bisher schon bei der reibungslosen Vorbereitung der Massentestung Initiative und Engagement gezeigt haben. Ich wünsche Ihnen alles Gute für die kommenden Einsätze und bleiben Sie gesund!

Es lebe das Österreichische Bundesheer! Es lebe die Republik Österreich!

Mag. Klaudia Tanner
Bundesministerin für Landesverteidigung

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