Tag der Menschen mit Behinderung: Korosec fordert vollständige Umsetzung der Barrierefreiheit

Seniorenbund-Präsidentin plädiert darüber hinaus für die konsequente Ausarbeitung und Umsetzung des „Nationalen Aktionsplans Behinderung“ für die Jahre 2022 bis 2030.

Wien (OTS) - Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung am 3.12. fordert Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec die flächendeckende Umsetzung der Barrierefreiheit in Österreich. „An umfassender Barrierefreiheit führt kein Weg vorbei. Mobilität ist eine wichtige Voraussetzung für selbstbestimmte gesellschaftliche Teilhabe – das gilt sowohl für Menschen mit Behinderung als auch andere Gruppen wie Ältere oder Personen mit Kinderwägen“, betont sie.

Trotz der per Gesetz bereits vorgeschriebenen Barrierefreiheit sei Österreich von einer flächendeckenden Umsetzung noch entfernt: „Hier geht es um viele kleine Dinge, die aber ein echtes Hindernis darstellen können. Beispielsweise sind Handläufe auch bei wenigen Stufen noch alles andere als eine Selbstverständlichkeit“, so Korosec. Wichtig sei auch ein barrierefreier Zugang zu allen Gesundheitseinrichtungen und der flächendeckende Zugang zu behindertengerechten Toiletten.

Assistenz und Bewusstseinsbildung

Für viele Menschen mit Behinderung ist persönliche Assistenz ein wichtiger Schritt zur Selbstbestimmtheit und umfassenden Teilhabe. Das gilt sowohl für Schule und Arbeit als auch Freizeit. Das betrifft besonders junge Menschen mit Behinderung, um ihre Entwicklung so gut wie möglich zu unterstützen. „Hier sind wir auch noch weit von einer Ideallösung entfernt. Es braucht flächendeckende Betreuung auch in kleinen Gemeinden, nicht nur Großstädten.“

Entscheidend ist für Ingrid Korosec auch Bewusstseinsarbeit. „Es ist immer noch nicht in vielen Köpfen angekommen, dass auch Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben führen können und dürfen müssen. Wir müssen viel mehr Energie aufwenden, um ihnen dieses selbstbestimmte Leben zu ermöglichen. Denn was Menschen mit Behinderung am wenigsten brauchen, ist Mitleid“, sagt Korosec.

All diese Punkte müssen zentrale Teile des „Nationalen Aktionsplan Behinderung“ sein, welcher sich für die Jahre 2022 bis 2030 bereits in der Konzeption befindet. „Aufgrund der Corona-Krise sind dieses Jahr viele Projekte ins Hintertreffen geraten. Aber die umfassende Gleichbehandlung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung darf gerade in dieser Krise, die viele gesellschaftliche Probleme noch stärker sichtbar gemacht hat, nicht gebremst werden“, appelliert Korosec abschließend.

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