Sarah Wiener zu GVOs: „Lassen wir das Vorsorgeprinzip unserer Gesundheit und dem Ökosystem zuliebe bitte weiterhin walten“

Brüssel (OTS) - Soeben hat der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments fünf Einsprüche gegen die Zulassung von neuen gentechnisch veränderten Soja- und Mais-Sorten eingebracht.

Damit sind es innerhalb er letzten fünf Jahre nun bereits insgesamt über fünfzig Einsprüche, die die Mitglieder des ENVI, darunter auch die Grüne EU-Abgeordnete Sarah Wiener, gegen das Inverkehrbringen von diversen Gentech-Lebensmitteln in der Europäischen Union erhoben haben: „Bis jetzt wurden wir von der Kommission aber knallhart ignoriert. Dabei ist es von enormer Bedeutung was auf unseren Tellern landet oder unseren Tieren gefüttert wird. Es wäre fatal GVOs ohne ausreichende Risikoabschätzung auf dem europäischen Markt zuzulassen. Lassen wir das Vorsorgeprinzip doch unserer Gesundheit und dem Ökosystem zuliebe bitte weiterhin walten,“ so Wiener.

„Aufwühlender noch ist der Ausblick was die neue Gentechnik angeht“, sagt die EU-Abgeordnete: „Bislang fallen neue Methoden wie CRISPR/Cas unter das EU-Gentechnikgesetz. Das hat vor zwei Jahren der Europäische Gerichtshof entschieden. Große Gentechnik-Unternehmen betreiben allerdings großes Lobbying in ihrer Sache und versuchen die Kommission zu beeinflussen: sie versuchen das Urteil als veraltet darzustellen.“

Das ihnen das zu einem gewissen Grad bereits gelungen ist, zeigt eine von der EFSA kürzlich veröffentlichte Studie. Sarah Wiener: „Darin heißt es: die Gen-Editierung würde nicht mehr Gefahren mit sich bringen als die konventionelle Züchtung, dass Gen-Editing die DNA von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen mit hoher Präzision verändere und es sich nicht lohne, sich mit den sogenannten "Off-Target-Effekten" des Gen-Editings zu befassen, d.h. mit anderen genetischen Veränderungen als denjenigen, auf die die Technologie abzielt. Da schrillen bei mir alle Alarmglocken“, ist Sarah Wiener empört.

Im April 2021 will die Kommission darüber entscheiden, ob geneditierte Pflanzen aus neuen Methoden nun nicht mehr unter das Europäische Gentechnikrecht fallen sollen. Viel früher, nämlich in vierzehn Tagen, wird aber zunächst noch das Plenum über die neuen fünf GVO-Einsprüche des ENVI abstimmen.

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