„Dok 1“ in der Corona-Krise: „Jagd nach Impfstoff“

Lisa Gadenstätter präsentiert den Status quo, gibt Einblicke in Forschungsprozesse und besucht Impfstoffentwickler

Wien (OTS) - Steigende Infektionszahlen, ausgelastete Intensivstationen und ein drohender Kollaps des Medizinsystems dominieren seit Wochen das Tagesgeschehen. Gleichzeitig mehren sich Meldungen von Durchbrüchen bei der Impfstoffentwicklung, die Hoffnung auf eine baldige Entspannung der Situation und damit eine allmähliche Rückkehr zur Normalität geben. In „Dok 1: Jagd nach Impfstoff“ ergründet Lisa Gadenstätter am Mittwoch, dem 2. Dezember 2020, um 20.15 Uhr in ORF 1 nicht nur den aktuellen Stand der Impfstoffentwicklung, sondern geht auch der Frage nach, warum Forschung üblicherweise ein so zeitintensiver Prozess ist.

„Dok 1: Jagd nach Impfstoff“

Wie bei jedem anderen Impfstoff verlangt auch der Zulassungsprozess gegen den Erreger SARS-CoV-2 eine Testphase -– ein Abschnitt, für den sich u. a. Alex aus Wien und Glenn aus Austin/Texas bereiterklärt haben. Die beiden Probanden haben den Impfstoff gegen das Corona-Virus bereits erhalten und erzählen in „Dok 1“, warum sie sich freiwillig gemeldet haben und wie es um Nebenwirkungen bestellt ist. Die aktuell vorherrschende Frage ist: Wie sicher kann ein Prozess dieses Tempos sein? Darauf gibt das Impfzentrum von Ursula Wiedermann-Schmidt Antwort, das Einblick in den Ablauf von Entwicklungsstudien gewährt.

Weltweit sind seit Jahresbeginn über 200 Forschungsgruppen mit der Entwicklung eines Impfstoffes beschäftigt, darunter die Firma BionNTech, die in Österreich den Stoff BNT162n2 entwickelt hat. Lisa Gadenstätter besuchte das Unternehmen Polymun – das die für BioNTech notwendigen Lipid-Nanopartikel herstellt – und gewann dort Einblick in die komplexe Entstehung eines Impfstoffes. Ein weiteres Forschungsteam arbeitet nur sechs Kilometer entfernt bei Themsis an einem Impfstoff, der getreu dem Motto „Langsam ans Ziel kommen“ von der Fertigstellung allerdings noch weit entfernt ist.

Naturgemäß ist der Sektor Forschung stark an finanzielle Mittel gekoppelt, allein in Österreich werden rund 12 Milliarden Euro jährlich in diesen Bereich investiert – Tendenz steigend. Für diese Summe bewerben sich jährlich über 2.000 Forschende, die mit Teilen des Geldes nicht nur ihre Projekte, sondern auch ihren Lebensunterhalt finanzieren möchten. Einblick in die Verteilung dieses Betrags gibt die Teilnahme an einer Jurysitzung des Wissenschaftsfonds FWF. In welch engem Wechselspiel Wirtschaft und Forschung stehen, konnte im Jahr 2020 aus nächster Nähe beobachtet werden. Weltweit sind die Aktienkurse beim ersten Lockdown zusammengebrochen, während Verlautbarungen von Forschungserfolgen bei der Impfstoffentwicklung jene von Pharmafirmen in astronomische Höhen steigen lassen. Verhaltensökonom Michael Kirchler aus Innsbruck erklärt, wie sich Banker in dieser herausfordernden Zeit an den Börsen verhalten.

So beeindruckend und attraktiv das Berufsfeld Forschung nach außen anmutet, so enorm viel Druck müssen Beschäftigte standhalten – denn eine unsichere Zukunft paart sich in dieser Branche mit hohen Erwartungen. Im Labor des Virologen Christoph Steininger erzählt Carmen Stecher, dass sie als Skilehrerin genau so viel verdiente wie jetzt im Labor. Ob sie eines Tages in die Fußstapfen ihres Mentors Steininger treten wird, ist noch unklar. Fest steht, dass auch er einst klein angefangen hat, nämlich als Lkw-Fahrer.

Durch die Corona-Pandemie wurde eine andere große globale Herausforderung fast vollständig aus der öffentlichen Wahrnehmung verdrängt: der Klimawandel. Aber auch in dieser Mission sind junge Forscherinnen und Forscher an vorderster Front unterwegs, so etwa Gina Moseley, die in „Dok 1“ von ihrer aufwendigen Expeditionsreise nach Grönland berichtet.

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