Gaal/Pürstl: Fahne am Wiener Rathaus setzt starkes Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen

Rund um die Uhr: 24-Stunden Frauennotruf, Wiener Frauenhäuser und Polizeinotruf bieten Hilfe bei Gewalt – Gewaltschutz wird ausgebaut

Wien (OTS) - Als starkes Zeichen wurden am internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen am Rathaus die Fahne der Menschenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ und die White-Ribbon-Fahne gehisst. Die White-Ribbon-Kampagne ruft Männer dazu auf, sich gegen geschlechtsspezifische Gewalt einzusetzen. Am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25.11. startet auch die Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“.

„Gerade jetzt, in dieser herausfordernden Zeit, ist es besonders wichtig, dass Frauen in Notsituationen rasch Unterstützung bekommen. Wer Schutz vor Gewalt braucht, hat in unserer Stadt ein Auffangnetz – auch und gerade während Corona-Krise und Lockdown. Der 24-Stunden Frauennotruf und der Frauenhaus-Notruf helfen rasch und unbürokratisch – rund um die Uhr!“, so Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaal. „Gewalt gegen Frauen hat in unserer Stadt keinen Platz und ist niemals zu dulden. Die Stadt Wien ist rund um die Uhr für Frauen in Notsituationen da!“, so Gaal.

„Die Wiener Polizei ist Ansprechpartner für jedes Opfer von Gewalt. Wir können und werden Gewalt, gleichgültig in welcher Form, nicht dulden. Jeder Mensch soll sich in der Stadt Wien sicher fühlen“, so Wiens Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl.

Notrufnummern sind immer erreichbar!

Wichtig ist: Wer Gewalt wahrnimmt oder von Gewalt betroffen ist: Die Polizei rufen! Der Polizei-Notruf ist unter 133 erreichbar. Sowohl der 24-Stunden Frauennotruf (01/71719), als auch der Frauenhaus-Notruf des Vereins Wiener Frauenhäuser (05 77 22) sind rund um die Uhr besetzt. In Krisen und Notsituationen sind die Wiener Frauenhäuser wie immer für von Gewalt Betroffene da.

Die Stadt Wien informiert während der „16 Tage gegen Gewalt“ verstärkt zu den Notrufnummern gegen Gewalt gegen Frauen – auf Infoscreens und auf Social Media.

Ausbau des Gewaltschutznetzes in Wien geplant: 5. Frauenhaus, Spurensicherung, kostenlose K.O.-Tropfen-Tests

„Die Stadt Wien baut ihr dichtes Gewaltschutznetz weiter aus. Bis 2022 entsteht ein fünftes Frauenhaus mit 50 zusätzlichen Plätzen für Frauen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind. Neu geplant ist ein mobiles Forensik-Team, das in Zukunft in Spitälern im Einsatz sein soll. Es soll Spuren und Beweismittel ohne polizeiliche Anzeige sichern. Außerdem sind kostenlose Tests auf die Verabreichung von K.O-Tropfen geplant“, so Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaal über die künftig geplanten Maßnahmen.

Anzahl der Täter-Opfer-Beziehungen mit Gewaltkriminalität gegen Frauen in Wien

Im Jahr 2019 wurden insgesamt 11.428 Frauen Opfer von Gewalt. Hierbei sind Gewaltdelikte gegen Leib und Leben umfasst, die bei der Polizei angezeigt wurden (darunter fallen etwa Vergewaltigung, Mord, schwere Körperverletzung, usw.).

Davon wurden 2.879 Frauen, die in einem Bekanntschaftsverhältnis mit dem Täter standen, Opfer von Gewaltkriminalität. 3.343 angezeigte Gewaltdelikte ereigneten sich bei familiären Beziehungen in einer Hausgemeinschaft und 1.956 bei familiären Beziehungen ohne eine Hausgemeinschaft. 462 Frauen waren Gewaltopfer von Zufallsbekanntschaften.

Gesamtgesehen wurden im Jahr 2019 11.428 Frauen Opfer von Gewalt. Im Vergleich dazu wurden im Jahr 2018 10.354 Frauen Opfer von Gewaltdelikten.

Im Jahr 2019 gab es in Wien 12 Morde an Frauen. (Zahlen: Polizeiliche Kriminalstatistik für Wien im Jahr 2019)

2.789 Betretungsverbote in Wien 2019

2019 wurden in Wien 2.789 polizeiliche Betretungsverbote verhängt. Das sind rund 14,7 Betretungsverbote pro 10.000 EinwohnerInnen.

Im Jahr 2019 betreute die „Wiener Interventionsstelle gegen familiäre Gewalt“ insgesamt 6.132 Personen, die von Gewalt in der Familie und/oder Stalking betroffen waren. 85 Prozent der KlientInnen im Jahr 2019 waren weiblich. Das zeigt: In den meisten Fällen handelt es sich bei häuslicher Gewalt um männliche Gewalt gegen Frauen und Kinder. (Zahlen: Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie, www.interventionsstelle-wien.at)

EU-weit gab jede dritte bis fünfte Frau – also 20 Prozent der Frauen –an, seit ihrem 15. Lebensjahr schon mindestens einmal körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren zu haben (Studie der EU-Grundrechtsagentur 2014).

24-Stunden Frauennotruf: 10.007 Beratungen im Jahr 2019, Hauptthema: Sexualisierte Gewalt

Der 24-Stunden Frauennotruf (01/71719) war und ist während der gesamten Zeit der Corona-Pandemie rund um die Uhr für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, da.

Einen Anstieg gab es heuer bei den E-Mail-Beratungen. Außerdem gab es vermehrt Anrufe von Nachbarinnen und Nachbarn, die Fragen zum richtigen und sicheren Handeln haben, wenn Gewalt an Mitmenschen befürchtet wird.

Im Jahr 2019 hat der 24-Stunden-Frauennotruf der Stadt Wien mit 10.007 Beratungen Frauen mit Gewalterfahrungen, Angehörige und Ratsuchende unterstützt (durchschnittlich 27 Beratungen pro Tag).

71 Prozent der insgesamt 10.007 Beratungen erfolgten telefonisch,19 Prozent per E-Mail und 10 Prozent persönlich.

Bei den Beratungsthemen ging es im Jahr 2019 bei etwa 37 Prozent um sexualisierte Gewalt. Knapp danach folgten Beratungen wegen psychischer Gewalt (33 Prozent) und körperlicher Gewalt (29 Prozent). Bei etwa einem Prozent der Beratungen ging es um K.O.-Mittel, FGM und Zwangsheirat.

Der 24-Stunden Frauennotruf ist Anlaufstelle für alle Frauen und Mädchen ab 14 Jahren, die von sexualisierter, körperlicher und/oder psychischer Gewalt betroffen sind oder Gewalt in der Vergangenheit erfahren haben – egal wie lange die Gewalterfahrung zurückliegt. Das Frauennotruf-Team ist täglich von 0 bis 24 Uhr erreichbar: 01/71719, frauennotruf@wien.at; www.frauennotruf.wien.at

641 Frauen und 611 Kinder fanden 2019 in vier Wiener Frauenhäusern Schutz

Im Jahr 2019 fanden 641 Frauen und 611 Kinder in den vier Wiener Frauenhäusern Zuflucht und Schutz. Die Summe aller Aufenthaltstage sind 70.646 (Zahlen: Verein Wiener Frauenhäuser).

Derzeit bieten die Wiener Frauenhäuser an vier Standorten 175 Plätze für Frauen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind. Der Frauenhaus-Notruf ist unter 057722 rund um die Uhr erreichbar.

Für sonstige Anfragen ist die Beratungsstelle der Wiener Frauenhäuser untertags für ausführliche telefonische Beratungen erreichbar (01/512 38 39, www.frauenhaeuser-wien.at).

Die Stadt Wien baut ein fünftes Frauenhaus. 50 zusätzliche Plätze sollen ab 2022 für Frauen und Kinder, die sich in einer Notsituation befinden, zur Verfügung stehen.

Die wichtigsten Nummern gegen Gewalt auf einen Blick:

Polizei-Notruf: 133

Euro-Notruf: 112

24-Stunden-Frauennotruf der Stadt Wien: 01/71719

Frauenhaus-Notruf: 05 77 22 / (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Gerda Mackerle
Mediensprecherin
Vizebürgermeisterin Kathrin Gaal
Tel.: 0676/8118 81983
E-Mail: gerda.mackerle@wien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0003