„kreuz und quer“ über „Mut zur Menschlichkeit – Caritas wörtlich genommen“ und „Die Gerechten unter den Völkern“

Am 10. November ab 22.35 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Im Rahmen der „Bewusst gesund“-Initiative „Pflege – Die große Herausforderung“ (Details zum ORF-Programmschwerpunkt unter presse.ORF.at) zeigt „kreuz und quer“ am Dienstag, dem 10. November 2020, um 22.35 Uhr in ORF 2 die Dokumentation „Mut zur Menschlichkeit – Caritas wörtlich genommen“. Der Film dokumentiert, wie vielfältig die Caritas agiert und warum der uralte Grundgedanke der Nächstenliebe heute nichts von seiner Brisanz und Notwendigkeit für die Gesellschaft eingebüßt hat.
Zum Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November 1938 folgt um 23.20 Uhr eine Dokumentation über Retter und Helfer im Nationalsozialismus, in der Andrea Morgenthaler und Franziska Aringer an den Mut und Einsatz der „Gerechten unter den Völkern“ erinnern.

„Mut zur Menschlichkeit – Caritas wörtlich genommen“ – Ein Film von Andrea Eder

Sie ist wie ein Seismograf der sozialen Entwicklungen: Seit 100 Jahren gibt es die Caritas in Österreich, die als kirchliche Hilfsorganisation Menschen zur Seite steht, die am Rande der Gesellschaft stehen und in Not sind. Regisseurin Andrea Eder zeigt in ihrem Film persönliche Schicksale, die verdeutlichen, wie vielfältig die Caritas agiert und warum der uralte Grundgedanke der tatkräftigen Nächstenliebe (auf Latein: caritas) heute nichts von seiner Brisanz und Notwendigkeit für die Gesellschaft eingebüßt hat.
„Das menschliche Antlitz einer Gesellschaft zeigt sich ganz entscheidend auch darin, wie mit Menschen an den Rändern der Gesellschaft, aber auch an den Rändern des Lebens, umgegangen wird“, sagt Caritas-Präsident Michael Landau. Gemeinsam mit seinen Vorgängern Franz Küberl und Helmut Schüller wirft er einen Blick auf Solidarität, Mut und Nächstenliebe in Österreich und erzählt anhand von persönlichen Schicksalen, was es bedeuten kann, Hilfe zu brauchen, zu erfahren und anzunehmen – oder auch zu geben: Denn zwei der im Film gezeigten Protagonistinnen und Protagonisten, denen die Caritas in schwierigen Lebenssituationen helfen konnte, sind letztlich selbst zu Helfern geworden.

„Ich will einfach nur glücklich sein“, sagt die 20-jährige Sarah Höfer, während sie sich die nächste Zigarette dreht: „Ich bin wütend auf mich, dass ich nicht früher begonnen habe, aus meinem Leben etwas zu machen.“ „Zuhause konnte ich nicht mehr sein“, sagt Margarete Pokorny. Die gesundheitlich angeschlagene Pensionistin musste in ein Pflegewohnheim ziehen: „Das war nicht schön!“ „Mit dem Tod muss man lernen umzugehen“, sagt Martina Groll. Sie hat ihren Mann kurz nach der Hochzeit verloren. Was Sarah Höfer, Margarete Pokorny und Martina Groll eint: Sie alle haben Schicksalsschläge erlebt, die ebenso außergewöhnlich wie alltäglich sind: Not, Krankheit, Tod. Der bedeutenden Frage, wie Österreicherinnen und Österreicher als solidarische Gesellschaft damit umgehen können, sodass niemand alleine „zurückbleibt“, versucht die Doku „Mut zur Menschlichkeit – Caritas wörtlich genommen“ auf den G rund zu gehen.

„Die Gerechten unter den Völkern“ – Ein Film von Andrea Morgenthaler und Franziska Aringer

Yad Vashem ist die bedeutendste Gedenkstätte des Holocaust. Das Dokumentationszentrum hat es sich zur Aufgabe gemacht, neben der wissenschaftlichen Aufarbeitung der nationalsozialistischen Gräuel auch die Geschichten der Menschen, die Humanität und Hilfsbereitschaft gezeigt haben, als „Gerechte unter den Völkern“ zu ehren.

Der Film handelt von mutigen Menschen und ihren Familien, die ihr Leben riskiert haben, um verfolgte Jüdinnen und Juden zu retten:
Jaroslawa Lewickaja aus dem polnischen Zloczow, die es in Kauf nahm, dass sie hätte erschossen werden können; Eberhard Helmrich, der auf seinem Bauernhof 300 jüdische Zwangsarbeiter beschäftigte, um SS-Soldaten zu versorgen; die holländische Familie Boissevain, die drei Juden auf ihrem Dachboden versteckte – trotz der Gefahr, dass sie bei einer Razzia entdeckt würden. Auch in Österreich gab es Gerechte wie den Steirer Franz Leitner, der mehrere hundert Kinder im KZ Buchenwald rettete. Die Wiener Schauspielerin Dorothea Neff gewährte ihrer jüdischen Freundin Lilli Wolff jahrelang Unterschlupf in ihrer Wohnung. Dorothea Neffs Schülerin Andrea Eckert berichtet über ihre berühmte Lehrerin. Anhand dieser außergewöhnlichen Lebenslinien sollen die Möglichkeiten, sich unter widrigsten Bedingungen für Menschlichkeit und Mitleid zu entscheiden, gezeigt und den „Stillen Helfern“ ein Denkmal gesetzt werden.

Sie sind der Beweis, dass es Alternativen gab. Mehr als 24.000 Menschen hat Yad Vashem bis heute als „Gerechte“ geehrt. Immer noch kommen jedes Jahr ein paar neue hinzu. Trotzdem sind die Geschichten dieser Menschen nach wie vor beinahe unbekannt. Die Dokumentation will diese unbekannten Geschehnisse erzählen und an den Mut und Einsatz der „Gerechten unter den Völkern“ erinnern. Regisseurin Andrea Morgenthaler begibt sich auf eine Spurensuche u. a. nach Jerusalem und New York und erforscht die Akten der Helmrichs, der Boissevains und von Jaroslawa Lewickaja. Die Geschichten der österreichischen Gerechten Dorothea Neff und Franz Leitner werden von Franziska Aringer erzählt.

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