Korrektur zu OTS 0078 – Synagogen, jüdische Schulen […] bleiben vorerst geschlossen

Attentäter schoss auf mindestens zwei Passanten vor Stadttempel

Wien (OTS) - Korrektur zu OTS 0078 vom 3. November 2020: Der Polizeischutz für alle jüdischen Einrichtungen wurde erhöht, die weiterhin erhöhte Gefährdungslage besteht nicht wegen der Fahndung sondern weil nach wie vor mindestens ein Attentäter unterwegs sein könnte. Der erste Satz des zweiten Absatzes wurde adaptiert.

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Der Krisenstab der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) erneuert nach einer heute Mittag durchgeführten Lagebewertung seinen Aufruf an alle Gemeindemitglieder, zu Hause zu bleiben, öffentliche Verkehrsflächen zu meiden und eine Entwarnung durch die Behörden abzuwarten.

Nach wie vor fahndet die Polizei nach mindestens einem Attentäter, weshalb eine erhöhte Gefährdungslage für jüdische Einrichtungen besteht. "Diese Gefahreneinschätzung ist das Ergebnis der jüngsten Evaluierung, die die Sicherheitsabteilung der IKG gemeinsam mit dem Verfassungsschutz durchgeführt hat", so IKG-Präsident Oskar Deutsch: "Alle Synagogen, jüdischen Schulen, Institutionen der IKG, koschere Geschäfte und Restaurants müssen heute geschlossen bleiben! Wir bemühen uns, den sicheren Betrieb aller Einrichtungen schnellstmöglich wieder aufnehmen zu können. Dies erfolgt jedenfalls nur im Einvernehmen mit den Sicherheitsbehörden." Die Mitglieder und Mitarbeiter der IKG werden regelmäßig über den jeweils aktuellen Erkenntnisstand informiert.

Gesichert sei derzeit, dass bisher vier Menschen und ein Attentäter bei dem Terroranschlag gestern Abend ums Leben kamen. Mehrere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Unmittelbar vor dem Eingang des Stadttempels in der Seitenstettengasse wurde auf zwei Passanten geschossen. Mindestens eine weitere Person, die sich im Eingang eines Gasthauses in Sichtweite des Stadttempels befunden hat, wurde ebenfalls schwer verletzt.

"In Gedanken sind wir bei den Angehörigen der Todesopfer, bei den Verletzten und bei allen Einsatzkräften, die wir vollumfänglich unterstützen", so Deutsch. Glücklicherweise war das Abendgebet bereits vor Beginn des Anschlags beendet, ebenso der Bürobetrieb. Auch das koschere Restaurant Alef Alef war, anders als am Vorabend, zum Zeitpunkt des Attentats glücklicherweise geschlossen. Deutsch: "Ein antisemitisches Motiv der islamistischen Attentäter ist naheliegend, aber es zeigt sich auch, dass Antisemitismus, der dem Islamismus innewohnt, nicht nur eine Bedrohung für Juden und Jüdinnen ist, sondern für alle Menschen, denen es um Freiheit, Demokratie und Humanismus geht", so Deutsch.


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