SPÖ-Heide: „Europa muss seine Bildungssysteme krisenfest machen“

Europäisches Parlament will 10 Prozent des Geldes aus dem Wiederaufbaufonds der Bildung widmen

Wien (OTS/SK) - „In ganz Europa haben die Corona-bedingten Schulschließungen die Schwächen und Ungleichheiten der Bildungssysteme offenbart. Fernunterricht war, wenn überhaupt, oftmals nur mit viel Einsatz und Kreativität der Lehrkräfte möglich. Wir müssen jetzt aus unseren Fehlern lernen und die Missstände im Bildungsbereich angehen“, sagt SPÖ-Europa-Abgeordneter Hannes Heide. Das EU-Parlament stimmt heute über den Entschließungsantrag „Die Zukunft der Bildung in Europa vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie“ ab. Angeführt von der S&D-Fraktion fordern die EU-Abgeordneten im Europäischen Parlament, das Thema Bildung auf die Prioritätenliste der EU-Kommission zu setzen und 10 Prozent der Gelder aus dem Wiederaufbaufonds dafür zu investieren. ****

„Das kann aber nur eine erste Maßnahme sein. Wollen wir die Bildungsprobleme nicht nur da und dort notdürftig mildern, sollten auch die Mitgliedstaaten langfristig mindestens 10 Prozent ihres BIP der Bildung widmen. Damit wären echte Reformen möglich“, sagt Hannes Heide. „Die Zukunft liegt in einem hybriden Bildungssystem, also in der Kombination von E-Learning und Präsenzunterricht, das auch außerhalb von Krisenzeiten Alltag werden soll. Damit wird das Lernen vor Ort ergänzt, aber nicht ersetzt. Denn Schule muss viele soziale Aufgaben leisten, für deren Erfüllung die Lehrkräfte mehr Anerkennung verdienen“, so Heide. Die Europäische Union soll bei der Bildungsoffensive eine wichtige unterstützende und koordinierende Rolle spielen. Synergien sollen genutzt werden, etwa mit einer Plattform für erfolgreiche COVID-19-Bildungsprojekte, die von anderen Schulen übernommen werden können. Bei der Finanzierung von digitaler Infrastruktur bis zu den Geräten für Schulen sieht Heide, besonders im ländlichen Raum, Potenzial beim Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

„Für den Aufbau eines europäischen Bildungsraums, der die Ungleichheiten zwischen armen und reichen Ländern im Bildungsbereich mildert, brauchen wir die Regionalförderung ebenso wie die Mittel des Bildungsflaggschiffs Erasmus+, das so viele wichtige Impulse bei der Entwicklung von Lehrmitteln und der Lehrer-Weiterbildung ermöglicht. Die von Rat und Kommission vorgeschlagen Kürzungen in diesen Bereichen sind deshalb untragbar“, so Heide. (Schluss) lp

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