Prof. Dr. Tempfer: „Die Interpretation der Hormonersatztherapie hat sich in den letzten 10 Jahre stark verändert“

Von 02. Oktober 2020 bis 03 Oktober fand in Wien der „Women´s Health Summit“ statt. Dabei wurde über die Menopause der Frau gesprochen.

Wien (OTS) - Klimakterische Beschwerden treten in der Peri- und Postmenopause häufig auf. Eine Hormonersatztherapie mit Östrogenen oder Östrogenen und Gestagenen wird als symptomatische Therapie zur Behandlung von klimakterischen Beschwerden mit klinisch relevanter Beeinträchtigung der Lebensqualität eingesetzt. Die Therapie peri- und postmenopausaler Beschwerden soll allerdings an die individuellen Bedürfnisse der betroffenen Frau und die sich im Verlauf ändernden Symptome angepasst werden. Eine prophylaktische Hormonersatztherapie ist als obsolet zu betrachten. „Die Interpretation der Hormonersatztherapie hat sich in den letzten 10 Jahren stark verändert. Die Langzeitergebnisse der WHI-Studie zeigen ein deutlich positiveres Bild als die ursprünglichen Ergebnisse. Der Zusammenhang zwischen synthetischen Gestagenen und einem erhöhten Brustkrebsrisiko konnte aufgeklärt werden und kann durch den Einsatz von „natürlichem“ Progesteron (mikronisiertes Progesteron und Dydrogesteron) umgangen werden“, so Prof. Dr. med. Clemens Tempfer, MBA, Klinikdirektor der Universitäts-Frauenklinik der Ruhr-Universität Bochum.

Dazu muss man auch die aktuelle Datenlage zu therapeutischen Interventionen bei peri- und postmenopausalen Beschwerden entsprechend der gemeinsamen deutschen, österreichischen und schweizerischen S3-Leitlinie ,Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Therapie‘ darstellen. Konkret beinhaltet die S3-Leitlinie Handlungsanweisungen und Empfehlungen für eine Hormonersatztherapie zur Behandlung klimakterischer Beschwerden, die von etwa 50% aller perimenopausalen Frauen und etwa 30% aller postmenopausalen Frauen angegeben werden. Eine Hormonersatztherapie (HRT) mit Östrogenen (ET) oder Östrogenen und Gestagenen (EPT) wird als symptomatische Therapie zur Behandlung von klimakterischen Beschwerden mit klinisch relevanter Beeinträchtigung der Lebensqualität eingesetzt. Alternativ können auch Isoflavone, Cimicifuga-Präparate, Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, Clonidin, Gabapentin oder kognitive Verhaltenstherapie angewendet werden.
Darüber hinaus muss man die Effektivität sowie die Sicherheit, Nebenwirkungen und systemischen Wirkungen dieser unterschiedlichen Therapieformen entsprechend den Vorgaben der S3-Leitlinie ,Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Therapie‘ darstellen. Insbesondere werden neue Ergebnisse aus Langzeitbeobachtungen zur Sicherheit der Hormonersatztherapie und rezente Studien zur effizienten Anwendung verschiedener Hormonpräparate diskutiert. Darüber hinaus werden konkrete Empfehlungen zur Beratung betroffener Patientinnen und der Anwendung einer Hormonersatztherapie in speziellen klinischen Situationen gegeben.
„Die peri- und postmenopausale Hormontherapie wird in der neuen S3-Leitlinie wieder als Standard für Frauen mit klimakterischen Beschwerden empfohlen“, so Prof. Dr. med. Clemens Tempfer, MBA, abschließend.

Über den Women´s Health Summit:
Im Rahmen des „Women´s Health Summit“ von 02. – 03.10.2020 wurden zahlreiche Facetten des Themas Frauengesundheit dargestellt. Der Bogen spannte sich von Psychosomatik über Kardiologie, Immuntherapien, Menopause und Urogynäkologie bis hin zu Osteoporose, Syndrom X und Ernährung. Hochkarätige Vortragende aus den entsprechenden Disziplinen referierten zu den genannten Themen mit einem speziellen Fokus auf Frauengesundheit und genderspezifische Aspekte der Diagnostik & Therapie.

Die ursprünglich als Kongress in Salzburg geplante Fortbildungsveranstaltung fand aufgrund von Covid-19 rein virtuell statt. Über 120 Ärztinnen und Ärzte aus ganz Österreich hatten so die Möglichkeit die Vorträge live von zu Hause aus mitzuverfolgen.

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