Greenpeace: Pfandsystem nur mit hohen Mehrwegquoten sinnvoll

Umweltschutzorganisation fordert: ÖVP muss Wort halten und bei 3-Punkte-Plan gegen Wegwerfplastik mitziehen - 80 Prozent der Bevölkerung will Mehrweg-Ausbau

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßt, dass laut Medienberichten eine Einigung beim 3-Punkte-Plan gegen Wegwerfplastik in Sicht ist. Greenpeace stellt jedoch klar, dass neben einem Einwegpfand auch die Abgabe auf Wegwerfplastik sowie eine verpflichtende Mehrwegquote umzusetzen sind. Pfand alleine ermöglicht, dass Einweg-Getränkeverpackungen getrennt gesammelt und recycelt werden können. Noch wichtiger ist jedoch, dass der Umstieg auf wiederverwendbare Flaschen gelingt und so Einwegmüll gar nicht erst anfällt. Die ÖVP müsse endlich ihre Blockadehaltung aufgeben und bei der Reduktion von Plastik in Österreich mitziehen, fordert Greenpeace.

„Österreich braucht einen klaren Kurswechsel, um die Plastikflut zu stoppen. Vor zwei Jahren haben Kurz und Köstinger medienwirksam versprochen, Wegwerfplastik zu reduzieren. Jetzt müssen endlich Taten folgen: Die ÖVP muss dem Drei-Punkte-Plan gegen Wegwerfplastik zustimmen und Pfand, Mehrweg und eine Kunststoff-Abgabe in Österreich umsetzen”, fordert Lisa Panhuber, Konsumexpertin bei Greenpeace Österreich. 80 Prozent der ÖsterreicherInnen wünschen sich den Ausbau von Mehrwegsystemen. Das ergab 2019 eine repräsentative Umfrage im Auftrag von Greenpeace. Dass KundInnen verstärkt wiederverwendbare Flaschen nachfragen, zeigen die neuen Mehrwegprodukte von Berglandmilch und Egger Getränke sowie die jahrzehntelange Erfolgsstory der 0,5-Liter-Bier-Mehrwegflasche.

„Freiwillige Vereinbarungen sind nicht genug - das haben die letzten Jahre gezeigt. Seit Jahrzehnten versprechen die Unternehmen, Verpackungen zu reduzieren. Doch ein Blick auf die Abfallbilanz zeigt: Jedes Jahr wachsen die Müllberge. Der Mehrweganteil ist sogar von 80 auf unter 20 Prozent gesunken. Es braucht darum endlich Gesetze, die für die gesamte Wirtschaft gelten und Mehrweg wieder zurück in alle Supermärkte bringen. Die Regierung muss so dafür sorgen, dass Menschen und Tiere nicht weiter unnötig durch Mikroplastik und Plastikmüll in der Umwelt belastet werden. Die Umsetzung des 3-Punkte-Plans ist ein erster Schritt und aus Umweltsicht das absolute Minimalprogramm”, so Panhuber.

Eine Mehrweg-Glasflasche ersetzt bis zu 40 Einweg-Flaschen, eine Mehrweg-PET-Flasche bis zu 20 Einwegflaschen. PET-Einwegflaschen werden hingegen in Österreich nach einmaliger Verwendung zu rund 45 Prozent verbrannt, landen noch viel zu oft in der Umwelt oder werden unter hohem Energieeinsatz recycelt. Nur knapp 30 Prozent aller PET-Flaschen werden aktuell wieder zu Flaschen, 25 Prozent werden zu Fasern oder Folien verarbeitet. Denn im Recyclingprozess - d.h. beim energieaufwändigen Zerkleinern, Schmelzen und neuen Formen von PET-Flaschen - geht jedes Mal Material verloren. Die Politik muss sich an der Abfallhierarchie orientieren - das heißt primär Maßnahmen zur Vermeidung und Wiederverwendung setzen.

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Lisa Panhuber
Konsumexpertin
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 61 26 712
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Julia Karzel
Pressesprecherin
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: + 43 (0)664 61 26 725
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