Grüne/Weratschnig erfreut über EU-Vorstoß zur Senkung der Schienen-Maut

Verkehrswende auf Schiene

Wien (OTS) - Mit großer Mehrheit stimmten die Abgeordneten des EU-Parlaments gestern, Donnerstag, für die Senkung der Schienen-Maut. Die EU-Staaten können damit rückwirkend bis März die Tarife senken und die von der COVID-19 Krise betroffenen Eisenbahnunternehmen entlasten.

„Die tausenden von lärmbelasteten Haushalten entlang von Transitrouten dürfen zuversichtlich bleiben. Die EU hat gestern einen wichtigen Schritt zur Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene gemacht“, freut sich Hermann Weratschnig, Verkehrssprecher der Grünen, und weiter: „Durch die starke Wettbewerbsverzerrung im Gütertransport kann die Bahn mit der billigen Straße nicht mithalten. Solange der Bahnkilometer zehnmal so teuer wie der Straßenkilometer ist, wird der Gütertransport auf der Schiene ein Nebendarsteller bleiben. Noch dazu sind 99 Prozent des europäischen Straßennetzes komplett mautbefreit, im Schienennetz kostet hingegen jeder einzelne Kilometer. Bis 2025 muss es möglich werden, den Anteil des Güterverkehrs auf 40 Prozent zu erhöhen. Das ist ein notwendiger Schritt zum Erreichen der Klimaziele. Derzeit liegt Österreich bei ca. 23 Prozent und hat in den letzten Jahren sogar Anteile auf der Schiene eingebüßt.“

Im österreichischen Verkehrssektor fielen 2019 circa die Hälfte der CO2-Emissionen auf den Gütertransport. Mit einem Plus von 112 Prozent seit 1990 sind die CO2-Emissionen im Güterverkehr noch stärker angestiegen als im gesamten Verkehrssektor, der ohnehin schon als Sorgenkind der österreichischen Klimapolitik gilt. Neben der Klimabelastung zählen auch Lärm, Luftschadstoffe, Unfälle und Staus zu den externen Kosten des Güterverkehrs. Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Verkehrsklubs Österreich zeigte dreimal so hohe externe Kosten des LKW-Verkehrs verglichen mit der Schiene.

„Als Tiroler Abgeordneter freue ich mich besonders auf einen wichtigen Schritt zu mehr Kostenwahrheit. An der Brennerroute tragen die umliegenden Dörfer einen großen Teil der externen Kosten: Abgase, Lärm, Verkehrschaos. Das muss sich verändern und daher braucht es als nächsten Schritt den Beschluss der vorliegenden überarbeiteten Eurovignetten-Richtlinie, welche die europaweiten LKW Mauttarife vorgibt“, hält Weratschnig fest.

Quelle: https://www.vcoe.at/service/schriftenreihe-mobilitaet-mit-zukunft-pdf-und-print/g%C3%BCterverkehr-auf-klimakurs-bringen-pdf

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