"JOSEF HOFFMANN. Fortschritt durch Schönheit" im MAK

Zum 150. Geburtstag von Josef Hoffmann zeigt das MAK die bisher umfassendste Retrospektive zu seinem Gesamtwerk

Wien (OTS) - Zu seinem 150. Geburtstag würdigt das MAK den Architekten, Designer, Lehrer, Ausstellungsmacher und Mitbegründer der Wiener Werkstätte Josef Hoffmann (1870–1956) mit der bisher umfassendsten Retrospektive zu seinem Gesamtwerk. Hoffmann kultivierte ein exemplarisches Modell moderner Lebensweisen und legte den Fokus auf Ästhetik und Schönheit als zentrale Parameter moderner Gestaltung. Die Ausstellung „JOSEF HOFFMANN. Fortschritt durch Schönheit“ (MAK-Ausstellungshalle, 10. Dezember 2020 – 18. April 2021) lässt das nahezu 60-jährige Schaffen des einflussreichen globalen Pioniers in Architektur und Design um 1900 in all seinen Facetten Revue passieren und bereichert die systematische Erforschung und Vermittlung seines Vermächtnisses.

Mit einer anfänglich puristischen Designsprache hat sich Josef Hoffmann als eine der zentralen Figuren in die Wiener Moderne eingeschrieben. Durch sein Ideal des Gesamtkunstwerks und herausragende Bauten, darunter das zum UNESCO-Welterbe zählende Palais Stoclet in Brüssel (1905–1911), hat er national wie international Spuren hinterlassen. Obwohl der Allgestalter in allen wichtigen Ausstellungen zur Wiener Moderne vertreten war, ist sein Werk bis dato nur in Teilbereichen lückenlos aufgearbeitet.

Anlässlich des diesjährigen Jubiläums hat es sich das Kuratorenteam der Ausstellung – Matthias Boeckl, Rainald Franz und Christian Witt-Dörring – zur Aufgabe gemacht, auf Basis zum Teil unbekannter Quellen und der Aktualisierung des Werkverzeichnisses bestehende Forschungslücken zu schließen. Die Wahrnehmung von Hoffmanns Schaffen als Architekt und Designer sei im Hinblick auf die verwendeten Quellen unvollständig, hinsichtlich gestalterischer Aspekte vereinfacht und hinsichtlich des geografischen und historischen Wirkungskreises begrenzt, so die Kuratoren.

In 20 Kapiteln nähert sich die Ausstellung „JOSEF HOFFMANN. Fortschritt durch Schönheit“ mit mehr als 800 Exponaten seinem gewaltigen Lebenswerk, das sämtliche Aspekte des täglichen Lebens wie Architektur, Innenraumgestaltung, Mode sowie Gebrauchsgegenstände umfasst. Der ursprünglich aus wohlhabendem, gutbürgerlichem Haus in Brtnice, Tschechien, stammende Hoffmann erlebte fünf verschiedene politische Regime, von der Habsburgermonarchie bis zur Zweiten Republik Österreich. Er galt als Geschmacks- und Identitätsstifter und pflegte als langjähriger Lehrer, einflussreicher Kunstgewerbedesigner und Mitbegründer der Wiener Secession, der Wiener Werkstätte sowie des Werkbunds ein beispielhaftes modernes Lebensmodell. In seinem Pionierdenken vereinte er einen künstlerisch ambitionierten architektonischen Ansatz mit einer handwerklich geprägten Produktkultur.

Die Ausstellung spannt einen lückenlosen Bogen von seiner Jugend und dem Studium an der Wiener Akademie der bildenden Künste bis zu seinem Tod 1956. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf dem bis heute anhaltenden Einfluss seiner Werke auf Architektur, Kunstgewerbe und Design, ausgehend von seinen prominentesten Projekten und Bauten: dem Sanatorium Westend in Purkersdorf (1904/05), dem Palais Stoclet in Brüssel (1905–1911), der Wiener Kunstschau (1908), dem österreichischen Pavillon für die Werkbundausstellung in Köln (1914), dem Pariser Pavillon für die „Exposition internationale des Arts décoratifs et industriels modernes“ (1925), der Werkbundsiedlung in Wien (1931) und dem Pavillon für die Biennale in Venedig (1934). Eine multimediale Zeitleiste führt die BesucherInnen durch Hoffmanns Leben und verweist auf vergessene Projekte und Texte.

Eine Rekonstruktion des von Josef Hoffmann für die Pariser Weltausstellung entworfenen „Boudoir d’une grande vedette“ [Boudoir für einen großen Star] (1937) ermöglicht ein unmittelbares Erleben von Hoffmanns Raumdenken. Zum ersten Mal können Einrichtungsgegenstände wie Möbel und Beleuchtungskörper für die Villa Árpád Lengyel in Bratislava (1929) der Öffentlichkeit präsentiert werden. Erstmals zu sehen sind auch Einrichtungsgegenstände aus der Villa für Sonja Knips (1924) sowie noch nie gezeigte Entwürfe Josef Hoffmanns aus Archiven wie dem der Firma J. & L. Lobmeyr.

Zur Ausstellung erscheint die Publikation „JOSEF HOFFMANN 1870–1956: Fortschritt durch Schönheit. Das Handbuch zum Werk“, herausgegeben von Christoph Thun-Hohenstein, Matthias Boeckl, Rainald Franz und Christian Witt-Dörring, mit Beiträgen von Matthias Boeckl, Elisabeth Boeckl-Klamper, Rainald Franz, Anette Freytag, Sebastian Hackenschmidt, Otto Kapfinger, Markus Kristan, Christopher Long, Klára Němečková, Andreas Nierhaus, Jan Norrman, Eva-Maria Orosz, Adrián Prieto Fernandez, Ursula Prokop, Lara Steinhäußer, Valerio Terraroli, Wolfgang Thillmann, Christoph Thun-Hohenstein und Christian Witt-Dörring. Deutsch, 448 Seiten mit zahlreichen Farbabbildungen. MAK, Wien/Birkhäuser Verlag, Basel 2021. Erhältlich im MAK Design Shop und unter MAKdesignshop.at um € 69,95.

Mit der Ausstellung und dem begleitenden Katalog trägt das MAK dazu bei, ein um viele Aspekte reicheres Bild von Josef Hoffmann als Schöpfer und Lehrer zu zeichnen und seine Rolle von der Moderne bis zur Gegenwart neu zu sehen. Als Kompetenzzentrum der Wiener Moderne beherbergt das MAK den weltweit umfangreichsten Bestand an Möbeln, Objekten und Entwürfen von Hoffmann. In Josef Hoffmanns Geburtshaus in Brtnice, Tschechien, betreibt das MAK gemeinsam mit der Mährischen Galerie in Brno eine Außenstelle.

Pressefotos zur Ausstellung stehen unter MAK.at/presse zum Download bereit.


PRESSEDATEN:

Öffnung: Mittwoch, 9. Dezember 2020, 19:00 Uhr
Ausstellungsort: MAK-Ausstellungshalle, MAK, Stubenring 5, 1010 Wien
Ausstellungsdauer: 10. Dezember 2020 – 18. April 2021
Öffnungszeiten: Di 10:00–21:00 Uhr, Mi–So 10:00–18:00 Uhr

Gastkuratoren: Matthias Boeckl, Christian Witt-Dörring
Kurator: Rainald Franz, Kustode MAK-Sammlung Glas und Keramik

Ausstellungsarchitektur: Gregor Eichinger
Grafische Gestaltung: Maria Anna Friedl

Rahmenprogramm: In Vorbereitung
MAK-Eintritt: € 14 / ermäßigt € 11 / Familienkarte € 15
Jeden Dienstag 18:00–21:00 Uhr: Eintritt € 6
Eintritt frei für Kinder und Jugendliche unter 19


Rückfragen & Kontakt:

MAK-Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Judith Anna Schwarz-Jungmann (Leitung)
Cäcilia Barani, Sandra Hell-Ghignone
T: +43 1 711 36-233, -212, -229
presse@MAK.at
MAK.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MAK0001