Oö. Volksblatt: "Worte und Taten" (von Christian HAUBNER)

Ausgabe vom 9. September 2020

Linz (OTS) - In Berlin kämpfte der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny nach einer Vergiftung mit einem militärischen Kampfstoff tagelang um sein Leben. Vonseiten des offiziellen Russlands wird nicht nur mit Nachdruck betont, dass man nichts mit dem Anschlag zu tun habe. Das könnte ja durchaus sein, es gibt tatsächlich keinen Beweis dafür. Man verspielt aber jegliche Glaubwürdigkeit, indem man noch einen Schritt weitergeht und versucht, eine neue Verschwörungstheorie in den Ring zu werfen: Deutschland habe die Vergiftung quasi „erfunden“, heißt es da auf einmal.
Szenenwechsel: In Weißrussland werden unliebsame Oppositionelle am helllichten Tag verhaftet, entführt oder gegen ihren Willen außer Landes gebracht. Dafür gibt es jede Menge Beweise in Form von Videoaufnahmen. Dass bei den Präsidentenwahlen im Land betrogen wurde, ist auch kein Geheimnis.
Der EU ist es zum Teil bereits gelungen, klare Worte gegen diese unannehmbaren Zustände zu finden. Wenn sie glaubwürdig sein will, müssen aber auch Taten folgen – nicht unbedingt in Form großer Wirtschaftssanktionen, die letztlich niemandem etwas bringen. Aber Sanktionen, die sich etwa gegen in der EU geparktes Vermögen von Politikern à la Lukaschenko richten, sollten dann doch möglich sein.

Rückfragen & Kontakt:

Oö. Volksblatt, Chefredaktion
0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001