Krenn: Tourismus wird mit Covid19 leben müssen – dafür braucht es eine Neubewertung der Maßnahmen.

UT: Schwere des Krankheitsverlaufs und nicht Zahl der Neuinfektionen soll das künftige Bewertungskriterium sein

Wien (OTS) - Nach dem zehnwöchigen Komplettausfall im Frühjahr ist der bundesweite Nächtigungsrückgang um 17,4% und speziell um 73,3% in Wien im Juli mehr als dramatisch. Nur in den Seenregionen liegen die Nächtigungen dank der Österreicher über den Erwartungen. Speziell in den Bundesländern Kärnten, Steiermark und Burgenland gibt es einigermaßen zufriedenstellende Nächtigungszahlen. Aber wir fahren weiter auf Sicht und die Prognosen sind extrem kurzfristig. Wir sind noch lange nicht über den Berg“, erinnert der BO der Freiheitlichen Wirtschaft (FW) WKO-Vizepräsident Krenn an die Löcher, die Corona in die Kassen aller Betriebe in Österreichs Tourismusregionen gerissen hat.

Krenn dazu: „31 Mio. verlorene Gästenächte holt keiner auf. Im Gegenteil, wir müssen weiter mit schwankenden und regional sinkenden Einnahmen rechnen. Bis wir wieder in gewohnten Bahnen denken und arbeiten können, braucht es noch zahlreiche Anstrengungen. Positiv ist aber, dass die Nachfrage im Juli über den Prognosen liegt. Auch greifen die Maßnahmen der Betriebe für mehr Sicherheit im Umgang mit Corona und das hat so viele Gäste zu kurzfristigen Buchungen motiviert. Die spürbare Entlastung durch Kurzarbeit, Fixkostenzuschuss (sofern dieser rasch und unkompliziert ankommt) die Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf 5% und andere Instrumente zur Krisenbewältigung führten zu mehr Sicherheit in den Betrieben!

Trotzdem liegen noch viele wichtige Bereiche brach. Die Nachtgastronomie, Kultur- Brauchtums- und Sportveranstaltungen, Musikevents, Messen, Vergnügungsparks mit unzähligen Schaustellen und viele andere mehr sind nach wie vor wegen Covid19 ganz oder massiv eingeschränkt. Schwer betroffen ist auch die Reisebranche, denn noch immer kommt es zu Stornierungen von Busreisen. Der Städte- und Kongresstourismus liegt nahezu komplett darnieder. Eine Normalisierung ist aufgrund der Reiserestriktionen wohl noch auf längere Zeit nicht zu erwarten. Für eine Vielzahl von Hotelbetreibern in den Städten ist daher eine Wiedereröffnung nach wie vor keine wirtschaftlich sinnvolle Option, so die Kritik von Krenn.

Stundungen seitens der Finanz und der Sozialversicherungen, sowie gestundete Kredite mögen zwar im Moment helfen. Spätestens dann, wenn diese zurückgezahlt werden müssen, könnte dies für tausende Betriebe, infolge fehlender Liquidität, das Aus bedeuten. Diesbezügliche Prognosen zeichnen leider ein düsteres Bild.

Einfach werde die Rückkehr zur Normalität nicht. Der Herbst und der Winter wird mit mehr Aufenthalten in Innenräumen wohl zur Mega-Herausforderung: Mehr Sicherheit und Planbarkeit würden da helfen. Er sei daher für eine Verlängerung der Kurzarbeit für den Stadt- und Kongresstourismus und die Beibehaltung des reduzierten 5%-Umsatzsteuersatz deutlich über den Jahreswechsel hinaus! Weiter sei er für Corona-Tests für Mitarbeiter und Gäste, solange sie nötig sind. Wichtig wäre ihm außerdem die Klarheit für Veranstaltungen in Innenräumen und im Freien! Es braucht klare Bestimmungen für Weihnachtsmärkte, den Skitourismus generell und eine international abgestimmte Vorwärtsstrategie für die Luftfahrt! Alles natürlich unter dem Aspekt von Gesundheit und Sicherheit, so der FW Bundesobmann

So schnell werden wir nämlich das Corona Virus nicht los. Um weiteren Schaden von der Wirtschaft und die Arbeitsplätze abzuwenden, muss man Covid19 neu denken. Allerdings nicht mit weiteren Restriktionen, wie von der Regierung angekündigt, sondern durch eine umfassende Neubewertung der Maßnahmen. Einen neuerlichen Lock down können wir uns nicht mehr leisten, genauso wenig wie das noch immer andauernde quasi Berufsverbot einiger wichtiger Sparten. So ist auch eine Verschärfung der Maskenpflicht ein Weg in die falsche Richtung, so Krenn

Auch wenn die Zahlen der Corona infizierten im Moment wieder steigen, was letztendlich auch auf ständig steigende Testungen zurückzuführen ist, wurde auch deutlich, dass sich das Virus verändert hat. Richtig ist, dass trotz dieser steigenden Zahlen der Krankheitsverlauf fast in 100% der Fälle ein äußerst milder ist. So haben wir seit längerem eine nahezu stagnierende Mortalitätsrate. Mit heute 157 Menschen in der Spitalsbehandlung und 30 Patienten in der Intensivbehandlung sind Beweis genug, die Pandemie neu zu bewerten – und zwar weg von einer Panikmache, die in absolut nicht mehr nachvollziehbar ist.

Das tödliche Virus ist offenbar beherrschbar geworden. Daher braucht es statt einer weiteren Verbreitung von Ängsten ein rasches Comeback der alten Normalität. Das ist für Krenn eine unabdingbare Voraussetzung, um das Tourismusland Österreich wieder hochzufahren und auch dem bevorstehenden Wintertourismus eine reale Chance zu geben. Durch herbeireden einer 2. Welle wird die Tourismuswirtschaft speziell und die Wirtschaft insgesamt weiterer Schaden zugefügt. Hier braucht es eine neue Verantwortung der Bundesregierung und somit ein rasches Ende der Politik der fortschreitenden Verunsicherung, so der FW BO, WKO Vizepräsident Matthias Krenn, abschließend.

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