GLOBAL 2000 zu Rübengipfel: Agrarökologie und faire Preise statt verbotener Gifte!

Klimawandel und Marktliberalisierung sind verantwortlich für Rübenkrise

Wien (OTS) - Mit Blick auf den mittlerweile zweiten von Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger ausgerufenen „Rübengipfel“, der dieses Mal unter Ausschluss der Zivilgesellschaft stattfinden soll, appelliert GLOBAL 2000 an die Ministerin, sich nicht vor den Karren der Pestizid-Lobby spannen zu lassen, sondern nachhaltige Lösungen für eine zukunftsfähige österreichische Landwirtschaft zu suchen.

Vertreter aus dem Bauernbund und der Landwirtschaftskammer hatten zuletzt die bevorstehende Schließung einer veralteten und unrentabel gewordenen Agrana-Zuckerfabrik zum Anlass genommen, um gegen EU-weit verhängte Verbote von bienengefährlichen Pestiziden aus der Gruppe der Neonikotinoide Stimmung zu machen.

Pestizide lösen die Probleme der Rüben-Bauern nicht

“Dabei zeigt gerade das Beispiel der Zuckerrübe, dass Pestizide die Probleme der österreichischen LandwirtInnen nicht lösen können. Denn anders als die Pestizid-Lobbyisten behaupten, hatten österreichische Rübenbauern zuletzt deutlich mehr Pestizide zur Verfügung als die Rübenbauern in anderen EU-Staaten, wie beispielsweise Deutschland oder Frankreich. Denn das österreichische Landwirtschaftsministerium hat das 2018 verhängte EU-weite Verbot von drei bienenschädlichen Neonikotinoiden von Beginn an durch Notfallzulassungen untergraben. Die österreichische Rübenanbaufläche schrumpfte dennoch.“ so Dr. Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker bei GLOBAL 2000.

Bereits beim ersten von Elisabeth Köstinger ausgerufenen „Rübengipfel“ hatte GLOBAL 2000 entschieden vor Alibi-Lösungen wie der Zulassung von verbotenen Neonikotinoiden gewarnt. Das Landwirtschaftsministerium hatte jedoch die konstruktiven Vorschläge, die GLOBAL 2000-Experten in die Arbeitsgruppen-Teffen einbrachten, leider in den Wind geschlagen und stattdessen auf die Zulassung der verbotenen Bienenkiller gesetzt. Bienen und andere Insekten wurden dadurch gefährdet, doch die Probleme im Rübenanbau blieben bestehen. Nun muss die Ministerin erneut zum Rübengipfel einladen. Werden ein weiteres Mal nur Scheinlösungen präsentiert, die nicht helfen, sondern nur noch mehr Schaden anrichten?

Wir brauchen faire Preise für unsere Bäuerinnen und Bauern

Dass Zuckerrübenanbau ohne Pestizide nicht nur möglich, sondern auch rentabel ist, solange faire Preise gezahlt werden, zeigt die Biolandwirtschaft. Denn anders als in der konventionellen Landwirtschaft blieb die Rübenfläche in der Biolandwirtschaft konstant. “Der wahre Grund für den Rückgang im konventionellen Bereich – über den der Bauernbund und die Landwirtschaftskammer gerne schweigen – ist das 2017 mit Zustimmung der österreichischen Agrarier erfolgte Auslaufen der Europäischen Zuckermarktordnung. Seit der Liberalisierung des Zuckermarkts zahlt die Agrana niedrigere Preise für österreichische Zuckerrüben als dies zuvor der Fall war. Konventionelle Bauern, die auf ihren Flächen keine Rekorderträge erzielen können, machen nun ein Verlustgeschäft und steigen daher auf andere Kulturen um.“ so Burtscher-Schaden weiter, “Wenn wir weiterhin österreichischen Zucker wollen, muss die Agrana den Landwirtinnen und Landwirten faire Preise zahlen. Auch im Supermarkt wird das Kilogramm Zucker einige Cent mehr kosten.“

Subventionen bzw. Direktzahlungen an den österreichischen Rübensektor lehnt GLOBAL 2000 entschieden ab. Diese würden nur dazu führen, dass der Preis eines ohnehin nicht gerade gesunden Lebensmittels mit Steuergeld künstlich niedrig gehalten wird. Profiteure wären die Zucker-verarbeitende Industrie und große Getränkehersteller. Stattdessen sollte die Herkunftskennzeichnung verbessert werden.

Die Landwirtschaft muss zukunftsfit gemacht werden

Mit Blick auf den Rübengipfel appelliert GLOBAL 2000 an Elisabeth Köstinger daher, von einer rückwärtsgewandten Landwirtschaftspolitik, wie sie von den Pestizid Lobbyisten gefordert wird, Abstand zu nehmen und stattdessen jene Lösungsansätze zu verfolgen, die mittlerweile auch von der Europäischen Kommission in ihrer Farm to Fork Strategie erkannt wurden: Weniger Gift, mehr Agrarökologie.



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Dr. Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker GLOBAL 2000
+43 699 14 2000 34, helmut.burtscher@global2000.at

Michael Lachsteiner, Pressesprecher GLOBAL 2000
+43 699 14 2000 20, michael.lachsteiner@global2000.at

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