Schweine Vollspaltenboden Demo bei Köstinger Rede im Kurhaus Bad Aussee

Ein Dutzend Tierschützer_innen informierten die Besucher_innen der Kommunalen Sommergespräche Bad Aussee 2020 über die unrühmliche Rolle der Ministerin

Wien (OTS) - Die Landwirtschaft sei der Motor des Tourismus, erklärte Ministerin Elisabeth Köstinger in einem Impulsreferat anlässlich der Kommunalen Sommergespräche im Kurhaus Bad Aussee. „Und was ist mit den Schweinen auf Vollspaltenboden ohne Stroh?“, fragten die Tierschützer_innen vor der Türe. Mit zahlreichen aktuellen Fotos aus Schweinefabriken sowie mit Plakaten und der Frage „Soll das eine vorbildliche Haltung sein?“ und „Vollspaltenboden ist Tierqual“ wurden sämtliche Gäste informiert. Die Ministerin selbst hat sich in gewohnter Manier der Diskussion entzogen und über die Hintertüre in den Vortragssaal geschlichen. Die VGT-Kundgebung wurde von Aktivist_innen der Grünen Bad Aussee, Bad Ischl und St. Wolfgang unterstützt.

Vollspaltenboden ist ein harter Betonboden ohne Stroheinstreu, der mit 1,8 cm breiten Spalten vollständig durchzogen ist. Die Schweine entwickeln Schwielen und praktisch ausnahmslos schmerzhaft geschwollene Gelenke. Zusätzlich haben 50 % der Tiere zum Schlachtzeitpunkt Lungenentzündung, weil sie ständig über ihrem Kot leben, 30 % Spulwürmer in der Leber, weil alles verdreckt ist, und viele der Schweine abgebissene Ohren und Schwänze, weil sie sich mangels Stroh nicht beschäftigen können und deshalb gegenseitig beißen, obwohl die Schwänze verbotener Weise routinemäßig kupiert werden. Laut EU-Mindestrichtlinie müsste Schweinen ein physisch angenehmer Liegebereich geboten werden. In Österreich, das laut Ministerin Köstinger vorbildlich im Tierschutz sei, ignoriert man aber diesen Mindestschutz für Schweine. In der Schweinehaltung ist Österreich Schlusslicht in Europa.

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: „Kein Mensch, der die Haltung von Schweinen auf Vollspaltenboden sieht, findet das gut. Warum gibt es diese Haltung trotzdem? Weil sie in hinter verschlossenen Türen stattfindet und von blumigen Werbebildern kaschiert wird. Deshalb versteckt sich die Landwirtschaftsministerin auch vor uns, weil sie das ganze Thema unter den Tisch kehren will. Aber jetzt reicht‘s. 25 Jahre auf Veränderung warten ist genug. Wir gehen nicht mehr weg, bis die Ministerin auf die 96 % Mehrheit der Bevölkerung hört und den Schweinen wenigstens Stroh zum Liegen bietet.“

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