SJ-Stich zur Vier-Tage-Woche: Wann, wenn nicht jetzt, über faire Verteilung der Arbeit nachdenken?

Arbeitszeitverkürzung und gute Löhne sind kein Widerspruch

Wien (OTS) - "Fast eine halbe Million Menschen sind aktuell auf Jobsuche. Dem gegenüber stehen nur rund 65.000 offene Stellen. Dass sich das nicht für Alle ausgeht, ist auf den ersten Blick klar. Wir müssen daher dringend über eine faire Verteilung der vorhandenen Arbeit diskutieren“ betont Paul Stich, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend, angesichts anhaltender Debatten um eine Vier-Tage-Woche.

„Arbeitslos zu sein ist für alle Betroffenen nicht nur ökonomisch, sondern auch gesellschaftlich eine Gefahr“, betont Stich und verweist auf zahlreiche Untersuchungen zu Langzeitfolgen von Arbeitslosigkeit. „Hier herrscht akuter Handlungsbedarf. Es ist die Aufgabe der Regierung, durch eine gerechte Verteilung der Arbeit jeder Person einen Arbeitsplatz und eine gesicherte Perspektive zu bieten. Eine Vier-Tage Woche ist dabei ein erster Schritt in die richtige Richtung“, so Stich weiter. Bereits im April legte die Sozialistische Jugend ihr Corona-Programm Aufbruch aus der Krise vor, das neben massiven Investitionen und einer Arbeitszeitverkürzung auch eine Beschäftigungsgarantie für Langzeitarbeitslose vorsieht.

Auch dem Argument, eine Verkürzung der Arbeitszeit und der Kampf um gute Löhne würden sich ausschließen, kann Stich wenig abgewinnen. „Über eine Million Menschen arbeiten in Österreich Teilzeit. Für diese Gruppe bedeutet eine Verkürzung der Regelarbeitszeit eine sofortige Lohnerhöhung, die sich spürbar im Geldbörsel bemerkbar macht. Das kann in weiterer Folge auch ganze Branchen attraktiveren.“ Um dies zu untermauern, verweist Stich auf den Sozialbereich, wo rund 70% der Beschäftigten, auch aufgrund der hohen Belastungen, in Teilzeit sind.

Dennoch steht für Stich außer Frage, dass niemand unfreiwillige Einkommensverluste erleiden darf. „Wenn die Arbeitszeit gesetzlich verkürzt wird, ist das nur mit einem vollen Lohnausgleich für die Beschäftigten denkbar. Daher ist für uns klar: Die faire Verteilung von Arbeit und gute Löhne sind niemals ein Widerspruch“, so Stich abschließend.

Das Aufbruch-Papier der Sozialistischen Jugend findet sich unter: www.sjoe.at/aufbruch

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