Katastrophe in Beirut: ORF und NACHBAR IN NOT starten gemeinsame Hilfsaktion

Die verheerenden Explosionen im Hafen von Beirut haben die Millionenstadt schwer getroffen – Hunderttausende Menschen brauchen Hilfe

Wien (OTS) - Am Dienstag, 4. August 2020, erschütterten enorme Explosionen die Hauptstadt des Libanon, die Menschen in Beirut stehen unter Schock. Das Ausmaß der Zerstörung ist verheerend: zwei Tage nach der Katastrophe gibt es Hunderte Tote, mehr als 5.000 Menschen wurden verletzt. Das dicht besiedelte Stadtzentrum am Hafen ist schwerstens betroffen. Große Teile der umliegenden Wohngebiete wurden zerstört, auch vier Krankenhäuser sind betroffen. Aber auch einige Kilometer entfernte Straßen und Gebäude sowie die Infrastruktur der Millionenstadt sind schwer beschädigt. Mehr als 300.000 Menschen haben durch die Explosionen ihr Zuhause verloren und müssen nun in Notunterkünften oder bei Verwandten und Freunden unterkommen. ORF und NACHBAR IN NOT haben schnell reagiert und die gemeinsame Hilfsaktion „NACHBAR IN NOT – Katastrophe in Beirut“ gestartet.

Wrabetz: „Bilder der Katastrophe gingen um die Welt – Hilfe auch aus Österreich gefordert“

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: „Die Bilder von den verheerenden Explosionen im Hafen von Beirut gingen um die ganze Welt. Nun ist internationale Hilfe – auch die aus Österreich – gefordert, um den Menschen in Beirut beizustehen. Der ORF unterstützt daher in all seinen Medien und Landesstudios die NACHBAR IN NOT-Hilfe und bittet um Spenden, um die Arbeit der österreichischen Hilfsorganisationen vor Ort unterstützen zu können. Denn die Auswirkungen dieser Katastrophe werden für die Menschen im Libanon noch lange zu spüren sein.“

Strobl: „Ausmaß der Tragödie ist nicht zu fassen“

Pius Strobl, Leiter des ORF Humanitarian Broadcasting: „Das ganze Ausmaß dieser Tragödie ist noch gar nicht zu fassen – neben dem Verlust von Menschenleben und schweren strukturellen Schäden haben Hunderttausende ihr Dach über dem Kopf verloren. Durch diese Katastrophe in der seit Jahren von Konflikten und Wirtschaftskrise gebeutelten Metropole ist auch das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Libanon schwer getroffen. Die verzweifelten Menschen brauchen jetzt jede Unterstützung und wir sind froh, dass wir in der bewährten Zusammenarbeit von ORF und NACHBAR IN NOT diese Hilfsaktion so rasch starten konnten.“

Opriesnig: „Libanon steuert auf humanitäre Krise zu“

„Der Libanon steuert auf eine humanitäre Krise zu. Die Wirtschaft liegt am Boden, das Gesundheitssystem ist restlos überfordert und durch die Explosion in Beirut stehen bis zu 300.000 Menschen vor der Obdachlosigkeit. Die nächsten Wochen werden entscheidend sein, um eine Katastrophe nach der Katastrophe zu verhindern. Wichtig wird auch mittelfristige Hilfe für all diese Menschen sein“, sagt Rotkreuz-Generalsekretär Michael Opriesnig.

Knapp: „Menschen in dieser Ausnahmesituation ein Gefühl von Sicherheit geben“

„Die Menschen in Beirut stehen unter Schock. Die Katastrophe trifft das Land in einer extrem unsicheren Phase. Oberste Priorität haben fürs Erste der Schutz und die Versorgung der von der Explosion betroffenen Menschen mit Unterkünften, Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Hygienematerial und anderen Nothilfegütern. In dieser Ausnahmesituation ist es wichtig, ein Gefühl von Sicherheit geben zu können“, sagt Andreas Knapp, Generalsekretär für Internationale Programme der Caritas Österreich.

Im Land herrschen seit Jahrzehnten politische Unruhe und wirtschaftliche Instabilität, auch die Syrienkrise hat den Libanon schwer getroffen. Die Menschen kämpfen seit Herbst 2019 mit einer schweren Wirtschaftskrise, bereits die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze und leidet an Nahrungsmittelmangel. Die COVID-19 Pandemie hat das bereits geschwächte Gesundheitssystem noch weiter erschüttert und die Einschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens haben die Krise im Libanon noch verschärft. Der völlig zerstörte Hafen von Beirut beherbergte den Großteil der Nahrungsmittelreserven des Landes. Darüber hinaus befinden sich derzeit über 900.000 registrierte syrische Flüchtlinge im Libanon – und somit gehört es, trotz der schwierigen Bedingungen, zu einem der Länder, das in Relation zur eigenen Bevölkerung die meisten Flüchtlinge aufgenommen hat.

Die NACHBAR IN NOT-Organisationen – Caritas, CARE, Diakonie, Hilfswerk, Malteser, Rotes Kreuz, Samariterbund und Volkshilfe – sind seit Jahren in Beirut aktiv und bieten den betroffenen Menschen Hilfe an. Obwohl viele Organisationen vor Ort selbst Schäden erlitten haben, stehen nun der Schutz und die Versorgung der Betroffenen an erster Stelle. In den kommenden Tagen wird den Menschen medizinische und psychologische Unterstützung geboten und ein Dach über dem Kopf zur Verfügung gestellt, sie werden mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Hygienematerial und anderen Nothilfegütern versorgt. Es gibt Hunderte von Vermissten und ihre Angehörigen, zahlreiche Freiwillige und Mitarbeiter/innen des Zivil- und Katastrophenschutzes hoffen einige von ihnen noch lebend aus den Trümmern zu bergen.

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NACHBAR IN NOT – Katastrophe in Beirut
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