„Rotes Foyer“ – Rendi-Wagner fordert regelmäßige Tests in Tourismus-Branche und Fahrplan von Regierung

SPÖ-Chefin: „Ampelsystem kommt zu spät“ - Kucher: „St. Wolfgang letzter Warnschuss vor dem Herbst – Regierung muss besser werden“

Wien (OTS/SK) - SPÖ-Bundesparteivorsitzende, Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner und SPÖ-Gesundheitssprecher Philip Kucher haben heute, Donnerstag, im „Roten Foyer“ zu den aktuellen Corona-Entwicklungen im Tourismus Stellung genommen. Für einen sicheren Sommerurlaub in Österreich brauche es zwei Dinge, so Rendi-Wagner: „Die Bundesregierung muss österreichweit flächendeckende Corona-Tests für die MitarbeiterInnen in der Tourismus-Branche durchführen und einen klaren Fahrplan für Betriebe und Länder bereitstellen, was im Ernstfall zu tun ist.“ Das brauche es für die Sicherheit der MitarbeiterInnen und Betriebe im Tourismus, für den Schutz der Gäste und der Tourismusregion Österreich. Kritik übte Rendi-Wagner am Krisenmanagement der Regierung: Das Erkennen von Fehlern reiche nicht aus, Kanzler Kurz und die Regierung müssen auch daraus lernen. „Aus Ischgl haben sie aber offenbar nichts gelernt“, so die SPÖ-Chefin, die an das „beispiellose Test- und Verordnungschaos“ der Regierung erinnert. In St. Wolfgang waren Tourismusbetriebe und Hoteliers völlig auf sich allein gestellt, genauso wie die Bundesländer - „ein fahrlässiges Vorgehen des Kanzlers“. ****

„Zentrale Leitlinien, was ein Betrieb, eine Gemeinde oder ein Bundesland im Ernstfall zu tun hat, gibt es nach fünf Monaten Corona noch immer nicht“, kritisierte Rendi-Wagner. Zudem seien im Mai von Kanzler Kurz und Tourismusministerin Köstinger im Tourismus 65.000 Tests pro Woche, also 260.000 Tests im Juli, angekündigt worden, aber nur rund 10.000 sind durchgeführt worden. „Österreich sollte eines der sichersten Urlaubsländer Europas sein – die Realität ist St. Wolfgang. Das wurde aus den leeren Versprechen.“ Die neuste Ankündigung sei die Corona-Ampel, von der man zwar die Farben kenne, aber nicht wisse, wofür diese stehen. Das Ampelsystem komme zudem zu spät: „Diese Leitlinien hätten wir spätestens Mitte April bei den Lockerungen gebraucht.“

Rendi-Wagner schlägt vor, alle Tourismus-MitarbeiterInnen in Österreich im 2-Wochen-Rhythmus auf Corona zu testen. Organisiert und finanziert muss dies von der Regierung, konkret über die 150 Mio. Euro Budget aus dem Tourismusministerium, werden. Zudem fordert die SPÖ-Chefin einen erhöhten Kündigungsschutz für positiv getestete MitarbeiterInnen im Tourismus.

„Wenn die Regierung weiter so planlos durch Österreich rast, wird’s auch mit 100 Ampeln scheppern“, sagte SPÖ-Gesundheitssprecher Philip Kucher. „Die Regierung muss hier besser werden. St. Wolfgang ist der letzte Warnschuss vor dem Herbst“, so Kucher. Der SPÖ-Gesundheitssprecher kritisierte, dass bei der Tourismus-Teststrategie auf die Expertise des Gesundheitsministeriums verzichtet wurde, Ministerin Köstinger sei offenbar neuerdings „Top-Virologin“. Zudem seien Nicht-WKÖ-Mitglieder wie Jugendherbergen aus der Tourismus-Teststrategie ausgenommen, bezahlt werde aber alles mit Steuergeld. Kritik übte Kucher auch am Umgang der Regierung mit ihren Fehlern: Die Reaktionen seien „Abputzen und Intransparenz“. Schuld seien für Kurz und Köstinger immer die anderen, also die Gäste, die MitarbeiterInnen oder die UnternehmerInnen, kritisierte Kucher. Über Entscheidungsgrundlagen oder etwa die Rolle von McKinsey bei der Tourismusstrategie werde nicht informiert. Auch, dass einige ÖVP-Günstlinge „das Geschäft ihres Lebens“ machen, Stichwort Maskenkauf in Oberösterreich, sei aufklärungswürdig. (Schluss) bj/ls

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