65 Jahre Fernsehen: Teil 2 des „Menschen & Mächte“-Zweiteilers „Die Macht der Bilder“ über die Geschichte des Fernsehens

Am 30. Juli um 21.05 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Der zweite Teil des „Menschen & Mächte“-Zweiteilers „Die Macht der Bilder“ von Andreas Novak, Robert Gokl und Edith Stohl betrachtet am Donnerstag, dem 30. Juli 2020, um 21.05 Uhr in ORF 2 die Zeit von der Mitte der 1980er Jahre bis zur Gegenwart mitsamt Blick in die Zukunft. Dieser Abschnitt der Fernsehgeschichte ist gekennzeichnet von der stetig wachsenden, immer rasanter und schneller werdenden Bilderflut, ermöglicht durch die ebenso rasante Entwicklung der Kommunikationstechnik. Von analoger zu digitaler Technik, von nationalem Programm zu internationalem Content, vom ORF-Monopol zur Marktführerschaft in Zeiten zunehmend globalisierten Medienkonsums. Gerade in der globalen Mediengesellschaft gilt es Orientierung anzubieten, nationale und regionale Identitäten in allen Facetten hervorzuheben, ohne in rot-weiß-roten Chauvinismus oder ins telemediale Biedermeier abzugleiten. Heimat ist Breite lautet die Devise.

Die Jahre 1955 bis 1990 waren die „goldene Ära“ des ORF. Von Programmerfolgen wie „Traumschiff“ mit mehr als drei Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern pro Folge: Das waren die letzten Jahre der monopolisierten österreichischen Fernsehwelt. Gerd Bacher gab angesichts steigender Konkurrenz ausländischer Sender in seiner letzten Amtsperiode bis 1995 die Devise aus: vom Monopol zum Marktführer. 1994, in Gerd Bachers letztem Amtsjahr, gelingt mit einer vierbeinigen Kriminalschnüffelnase ein enormer Serienerfolg. Mit „Kommissar Rex“ beginnt die steile Film- und TV-Karriere von Tobias Moretti. Gleichzeitig öffneten immer mehr Österreicher/innen ihre Wohnzimmer der internationalen Fernsehwelt – via Kabel und Satellit. Bacher-Nachfolger Gerhard Zeiler reagierte 1995 auf diese Entwicklung mit der größten Programmreform seit 1967. Sie brachte die „Verösterreicherung“ erfolgreicher deutscher Talkshow-Formate und erfolgreiche Reportage-Formate wie „Am Schauplatz“. Unter Zeiler ist auch Schluss mit dem Sendeschluss, der ORF spielt 24 Stunden durch.

Um den ORF zukunftsfit zu machen, soll er von der öffentlich-rechtlichen Anstalt zum öffentlich-rechtlichen Unternehmen mit multimedialer Ausrichtung werden. Gemäß dieser Absicht wird im Juli 1997 ORF Online gestartet. Eine damit einhergehende Schemareform soll klare Unterscheidbarkeit und Positionierung der beiden Kanäle bringen. Filme und Serien für Junge und Sport in ORF 1. Informationssendungen, Kultur und Wissenschaft in ORF 2 für älteres Publikum.

Unter Nachfolger Gerhard Weis wird „Taxi Orange“ zum Erfolg – es folgten Castingshows wie „Starmania“, „Dancing Stars“, „Helden von Morgen“ oder „Die große Chance“. Fernsehen personalisiert, produziert Stars, entscheidet auch wesentlich über die Halbwertszeit ihrer Popularität. Siegen, verlieren, vergessen werden …
Das Zukunftsmagazin „Modern Times“ führte viele Österreicher/innen in die Welt des Internets ein; Zeitgeschichte-Schwerpunkte analysieren die Geschichte Österreichs von der Monarchie über Diktatur hin zur Demokratie; die „Science Busters“ verbinden Naturwissenschaft mit Humor; öffentlich-rechtliches Flaggschiff bleibt neben der „ZIB 1“ und der „ZIB 2“ die Doku-Reihe „Universum“.

Die 1990er und 2000er Jahre prägen die Spindoktoren. Auch ehemals im ORF tätige Journalisten oder Moderatoren trainieren mit Frage-Antwort-Spielen und Auftrittsübungen nicht nur Politikerinnen und Politiker auf die Bedürfnisse der Mediengesellschaft. Intensiv bleibt über alle Jahrzehnte das Interesse der Parteien am ORF und ihre Versuche, Einfluss auf die Berichterstattung zu nehmen. Betrachteten die Zeitungen Mitte der 1950er Jahre das Fernsehen als mögliche Existenzbedrohung bezüglich des schnelleren Transports von Nachrichten, so ist heute das Internet, aber auch das Smartphone zur großen Konkurrenz geworden, ebenso Facebook oder Google, auf dessen Videoportal YouTube immer mehr Onlinevideos den Markt erobern. Mit der Einführung der Kleinelektronik und Videotechnik hat das Fernsehen in den 1980er Jahren vor allem in der Information den Abstand zwischen Ereignis und Nachricht bereits wesentlich verkürzt. Mittlerweile lassen die neuen Plattformen die Zeitebenen beinahe völlig verschmelzen, sie berichten noch schneller, beinahe live aus aller Welt und aus nächster Nähe.

Was der legendäre ORF-Chef Gerd Bacher nicht schafft, gelingt Alexander Wrabetz 2016: die dritte Wiederwahl als ORF-Chef in Folge. Das Channel-Manager-Prinzip wird eingeführt. „Ab in die Zukunft“, heißt fortan der Slogan, in die digitale Zukunft – und die ist trimedial. Wer Medien konsumiert, ist nun auf vielen Pfaden unterwegs – ihnen gilt es als ORF zu folgen.

Von Anbeginn der Corona-Krise lief die ORF-Informationsmaschine auf Hochtouren, erstmals in der Geschichte des Hauses werden Isolationsbereiche für die redaktionelle und technische Mannschaft des Aktuellen Dienstes eingerichtet, um die Berichterstattung nicht zu gefährden. Erfolgreich bewältigt hat der ORF auch den Generationswechsel: Neue junge Talente in Information und Unterhaltung garantieren auch in Zukunft öffentlich-rechtliche Qualitätsprodukte. „Die Macht der Bilder“, ein abwechslungsreicher Blick in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Fernsehens.

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