VKI-Test: Pestizidrückstände in Obst und Gemüse noch immer problematisch

In einer stichprobenartigen Untersuchung waren nur in 10 von 30 Produkten keine Pestizide nachweisbar

Wien (OTS/VKI) - Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat eine Stichprobe von 16 Obst- und 14 Gemüseprodukten aus österreichischen Lebensmittelketten auf Pestizidrückstände untersucht. Dabei waren nur 4 Obst- und 6 Gemüseproben makellos. Bei ihnen lagen die Messwerte für alle 600 geprüften Wirkstoffe unterhalb der Nachweisgrenze. Am anderen Ende der Skala überschritten 2 Proben die zulässigen Höchstwerte, entsprachen aber aufgrund der zu berücksichtigen Messtoleranzen noch den gesetzlichen Vorgaben. Für alle Stichproben wurde ein vergleichendes Testurteil vergeben, in das toxikologische Parameter ebenso einflossen wie die Ausschöpfung der gesetzlichen Höchstwerte und die Nachweisbarkeit von besonders bedenklichen Pestiziden. Zudem wurden alle Proben auf Chlorat und Perchlorat überprüft. Die ausführlichen Untersuchungsergebnisse gibt es ab dem 30. Juli im Testmagazin KONSUMENT und auf www.konsument.at.

Pestizide sind ein Sammelbegriff für Giftstoffe, die in der Forst- und Landwirtschaft gegen tierische Schädlinge, Krankheiten oder unerwünschtes Unkraut eingesetzt werden. Die Problematik dieser Stoffe liegt neben den Auswirkungen auf die Artenvielfalt in der Belastung von Boden und Wasser. So können sich die Gifte in der Nahrungskette anreichern und durch die Aufnahme von belasteten Lebensmitteln die Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbraucher beeinträchtigen.

In der aktuellen Untersuchung des VKI waren Pestizide in zwei Dritteln der Proben nachweisbar. Zwar waren alle Proben verkehrsfähig, also alle Messwerte innerhalb der gesetzlich vorgegebenen Toleranz, jedoch enthielten einzelne Produkte so hohe Mengen an Pestiziden, dass das Testurteil „nicht zufriedenstellend“ vergeben wurde. Insgesamt wurden 15 Proben mit „sehr gut“, 5 mit „gut“, 4 mit „durchschnittlich“, 4 mit „weniger zufriedenstellend“ und 2 mit „nicht zufriedenstellend“ beurteilt.

„In unserer Untersuchung waren die Obstproben tendenziell stärker belastet als das Gemüse“, erläutert VKI‑Projektleiterin Birgit Beck. „Allerdings ist es aufgrund der Größe unserer Stichprobe schwer, allzu generalisierende Aussagen abzuleiten. Auch bei der Analyse der Herkunftsländer zeigt sich ein eher uneinheitliches Bild, das keine eindeutigen Rückschlüsse auf die Pestizidbelastung erlaubt.“

„Obst und Gemüse ist sehr gesund und sollte täglich auf dem Speiseplan stehen. Wer mögliche Pestizidbelastungen vermeiden möchte, dem ist leider auch mit gründlichem Putzen der Ware wenig geholfen. Waschen hilft gut gegen Keime und Verunreinigungen, kann aber gegen in der Pflanze verteilte Substanzen nicht viel ausrichten“, so Birgit Beck weiter. „Am besten ist es, zu Bioprodukten zugreifen. Bei konventioneller Ware ist das Risiko, dass Rückstände enthalten sind, höher. Auch saisonale Erzeugnisse zu kaufen hilft. Denn Obst und Gemüse, das gerade Saison hat, ist nicht so anfällig für Krankheiten und wird daher weniger intensiv mit Pflanzenschutzmitteln behandelt.“

SERVICE:
Die ausführlichen Testergebnisse gibt es ab dem 30.7.2020 in der August-Ausgabe der Zeitschrift KONSUMENT und auf www.konsument.at.

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