Greenpeace: Wiederholt verschlechterte Treibhausgasbilanz 2019 ist Weckruf für drastischen Kurswechsel

Österreich verfehlt zum dritten Mal in Folge Klimaschutzziele - überfällige Investitionen in Klimaschutz müssen mit sozial gerechter Finanzierung einhergehen

Wien (OTS) - Die heute von der Bundesregierung vorgestellte vorläufige Treibhausgasbilanz für 2019 (NowCast 2020) serviert zum wiederholten Mal die Rechnung für die drastischen Verfehlungen Österreichs im Klimaschutz der letzten Jahrzehnte. Statt die Treibhausgase nachhaltig zu senken, wie es EU-Verpflichtungen und das Klimaschutzgesetz vorgeben, verfehlte Österreich 2019 bereits zum dritten Mal in Folge seine Klimaschutzziele. Die Sorgenkinder der heimischen Klimapolitik sind dabei keine unbekannten: Der Verkehrssektor legt ungebremst an Klimaschädlichkeit zu und liegt mittlerweile bei einem Anstieg an klimaschädlichen Emissionen von über 70% gegenüber 1990. Zudem trägt die nur schleppende Abkehr von klimaschädlichen Energieformen wie Öl und Gas zu Österreichs mangelhafter Performance in Sachen Klimaschutz bei.

“Um eine lebenswerte Zukunft zu sichern, muss Österreich seine klimaschädlichen Emissionen drastisch senken. Das glatte Gegenteil passierte 2019: Statt zu sinken, sind die Treibhausgase schon wieder gestiegen - um satte 1,4 Millionen Tonnen,” warnt Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace. “Österreich hat es die letzten 30 Jahre verschlafen, echte Klimaschutzmaßnahmen einzuleiten. Unter Führung der ÖVP wurde stattdessen jahrzehntelang jährlich noch mehr heiße Luft produziert und auf PR-Projekte und Scheinlösungen gesetzt. Dafür bekommen wir jetzt schwarz auf weiß die Rechnung serviert. Die neue Bundesregierung muss nun beweisen, dass sie ihr Versprechen, endlich das Ruder herumzureißen, ernst meint und voll auf Klimakurs setzen,” fordert Duregger.

Die erste Feuerprobe stellt dabei der Umgang mit den Folgen der Corona-Krise dar, die innerhalb kürzester Zeit die Freisetzung hoher Mittel nötig gemacht haben. Die Bundesregierung muss nun sowohl beim Einsatz dieser Mittel, als auch bei der Finanzierung der Corona-Hilfsmaßnahmen und Konjunkturpakete, Klimaschutz eine zentrale Rolle geben. Der Ausbau von erneuerbarer Energie und klimafreundlichem Verkehr ist das Gebot der Stunde. Zentral ist jedoch nicht nur die Frage des Mitteleinsatzes sondern mit zunehmender Dringlichkeit auch die Frage der Finanzierung echter Klimaschutz-Politik im Angesicht dieser globalen Krise. “Nur durch eine rasch umgesetzte, ökologische und soziale Steuerreform, kann garantiert werden, dass der längst überfällige Kurswechsel in Österreichs Klimapolitik nicht nur umfassend genug ausfällt, sondern auch so fair ausgestaltet wird, dass er alle Menschen mitnimmt. Jede und Jeder muss sich leisten können, einen Beitrag zu leisten, dazu braucht es Umverteilung im Zuge der angekündigten Steuerreform, etwa durch einen Klimabonus,” fordert Duregger.

Rückfragen & Kontakt:

Klara Maria Schenk
Pressesprecherin
Greenpeace in Central- and Eastern Europe
Tel.: + 43 (0) 664 85 74 598
E-Mail: klara.schenk@greenpeace.org

Jasmin Duregger
Klima- und Energieexpertin
Greenpeace in Central- and Eastern Europe
Tel: +43 (0) 664 840 3803
E-Mail: jasmin.duregger@greenpeace.org

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP0001