Gewitter: AUVA gibt Tipps für richtiges Verhalten

Sobald der erste Donner zu hören ist, sollte man schleunigst geschützte Bereiche aufsuchen. Denn wenn zwischen Blitz und Donner weniger als zehn Sekunden vergehen, besteht bereits die unmittelbare Gefahr eines Blitzeinschlags. Seinen Unterschlupf sollte man erst wieder 30 Minuten nach dem letzten Donner verlassen, denn erst dann ist es vollkommen sicher
AUVA-Experte Dr. Christian Troger

Wien (OTS) - Kein Sommer ohne Gewitter – so faszinierend dieses Naturschauspiel auch ist, so gefährlich sind die Einschläge von Blitzen. Die AUVA gibt Tipps, was bei einem Gewitter für die eigene Sicherheit zu beachten ist.

Ein Blitz entsteht bei Spannungen von über 100.000 Volt, entfesselt Ströme von mehr als 100.000 Ampere und erzeugt eine Temperatur von bis zu 30.000 Grad Celsius. Da wundert es nicht, dass ein Blitzschlag schwere Verletzungen verursachen oder sogar tödlich enden kann. Häufig kommt es gerade zu Beginn oder am Ende eines Gewitters zu Verletzungen durch einen Blitzschlag. Oft werden dabei die Gefahren unterschätzt und schützende Bereiche zu spät aufgesucht oder zu früh verlassen. „Sobald der erste Donner zu hören ist, sollte man schleunigst geschützte Bereiche aufsuchen. Denn wenn zwischen Blitz und Donner weniger als zehn Sekunden vergehen, besteht bereits die unmittelbare Gefahr eines Blitzeinschlags. Seinen Unterschlupf sollte man erst wieder 30 Minuten nach dem letzten Donner verlassen, denn erst dann ist es vollkommen sicher“, erklärt AUVA-Experte Dr. Christian Troger.

Schutz vor dem Blitzschlag – aber wo?

Den besten Schutz vor dem Blitzschlag bieten Gebäude mit Blitzschutzanlage, Fahrzeuge mit Ganzmetallkarosserien und Tunnelanlagen. Offene Unterstände sind kein sicherer Ort, weil bei ihnen die Gefahr eines Seitenblitzes besteht – d.h. dass ein Teil des Stroms vom Hauptblitz auf ein benachbartes Objekt überspringt. Zelte aller Art, insbesondere jedoch kleinere Campingzelte, sind ungeeignet als Unterschlupf.

Zwar scheinen alle Gebäude ein sicherer Zufluchtsort vor dem Unwetter zu sein, allerdings bieten Gebäude ohne Blitzschutzanlage nur bedingten Schutz. In solchen Gebäuden gilt es, den Kontakt mit allen metallenen Leitern, wie elektrischen Anlagen, Telefonleitungen, Gas-, Heizungs- sowie Wasseranlagen, zu meiden. Auch Fenster und Türen müssen während des Gewitters geschlossen bleiben. Mobiltelefone können problemlos verwendet, nicht geschützte Festnetztelefone jedoch nur im Notfall benützt werden. Wenn lediglich ein teilweise offenes Gebäude, wie etwa ein Unterstand, zur Verfügung steht, ist es ratsam, in der Mitte des Raumes mit geschlossenen Füßen in die Hocke zu gehen und sich möglichst von allen Wänden fernzuhalten.

Die Arbeit im Freien, speziell auf erhöhten Standorten, ist bei herannahenden Gewittern unverzüglich zu unterbrechen. Denn im Freien gibt es keine sicheren Aufenthaltsorte. Besteht keine Möglichkeit mehr, sich in ein Gebäude zu begeben, sollten zumindest Orte mit geringerer Gefährdung aufgesucht werden, dazu zählen:

  • Tiefe Mulden, Hohlwege, Höhlen u.ä.
  • Das Innere eines Waldes, wenn von den umgebenden Bäumen im Optimalfall mehr als zehn Meter Abstand gehalten werden kann. Achtung: Für das Sprichwort „Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen“ gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg.
  • Die Nähe von hohen Objekten, wenn mindestens ein, oder besser drei Meter Abstand von allen Teilen des Objekts eingehalten wird.
  • Der Bereich unter großen Brücken und unter den Seilen von Seilbahnen, Liften und auch Stromleitungen (dabei mindestens ein oder besser drei Meter Abstand zum nächsten Mast).

Gefährliche Orte: Schwimmbecken und erhöhte Standorte

Zu den gefährlichsten Plätzen zählen Schwimmbecken und Gewässer, außerdem im Gelände höher gelegene Punkte (wie etwa Berggipfel oder Bergrücken) sowie Klettersteige. Menschenansammlungen im freien Gelände sollten unverzüglich aufgelöst werden. Kommt trotz aller Vorsichtsmaßnahmen überraschend ein Gewitter auf und es bleibt keine Zeit mehr, einen Unterschlupf auf zu suchen, muss zumindest die Wahrscheinlichkeit eines Blitzschlages oder möglicher Folgen soweit wie möglich reduziert werden. Folgendes gilt es dabei zu beachten:

  • Mindestens einen oder besser drei Meter Abstand von anderen Personen, Masten, Geländern und Zäunen halten – jeglichen Körperkontakt unterlassen,
  • mit geschlossenen Füßen in Hockstellung gehen – keinesfalls flach auf den Boden legen,
  • keine Gegenstände tragen, die über den Körper hinausragen (z. B. Regenschirme),
  • von Bäumen und Ästen einen Abstand von zirka zehn Metern einhalten.

Blitzschlag – Erste Hilfe rettet Leben

Nach einem Blitzschlag muss sofort Erste Hilfe geleistet werden. Da ein Blitzunfall zu Herz- und Atemstillstand führen kann, sind Sofortmaßnahmen für das Opfer lebenswichtig.

Zuallererst müssen Bewusstsein sowie Atmung und Kreislauf der betroffenen Person überprüft werden. Achtung!Lebensbedrohende Zustände können auch dann bestehen, wenn keine äußerlichen Verletzungen sichtbar sind. Eine Störung des Herzkreislaufapparates kann gegebenenfalls auch zeitverzögert auftreten. Deshalb sollte nach einem Blitzunfall auch ohne sichtbare Verletzungen ärztliche Hilfe aufgesucht werden.

Bei Bewusstlosigkeit muss unverzüglich die Rettung gerufen werden und die Person in stabile Seitenlage gebracht werden. Danach sollte minütlich eine Herz-Kreislauf-Kontrolle durchgeführt werden. Ein Herz-Kreislaufstillstand kann bei Blitzopfern auch bei scheinbarer Stabilität plötzlich auftreten.

Auch bei einem Atem-Kreislauf-Stillstand muss sofort die Rettung alarmiert werden. Hierbei muss eine Herzdruckmassage (30 x) und Beatmung (2 x) durchgeführt werden, bis die Rettung eingetroffen ist. Wenn ein Defibrillator zur Verfügung steht, sollte dieser möglichst rasch zum Einsatz gebracht werden.

Weiterführende Informationen finden Sie unter: www.auva.at


Über die AUVA:

Bei der AUVA sind ca. 4,5 Millionen Personen gesetzlich gegen die wirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten versichert. Die AUVA finanziert ihre Aufgaben fast zur Gänze aus den Beiträgen der Dienstgeber und übernimmt dafür die Haftung für Arbeitsunfälle und das Auftreten von Berufskrankheiten. Kernaufgaben der AUVA sind die Verhütung von Arbeitsunfällen sowie die Heilbehandlung und Rehabilitation. Ziel ist es, Unfallopfer und Beschäftigte mit Berufserkrankungen möglichst rasch wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren. Eine weitere Kernaufgabe der AUVA ist die finanzielle Entschädigung. Diese vier Aufgabenbereiche der AUVA ermöglichen eine integrierte und effiziente Unfallversicherung mit hohem volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen.

Die AUVA betreibt das Traumazentrum Wien mit den beiden Standorten Meidling und Brigittenau/Lorenz Böhler, die Unfallkrankenhäuser Linz, Salzburg, Klagenfurt und Steiermark mit den beiden Standorten Graz und Kalwang sowie die Rehabilitationszentren Meidling (Wien), Weißer Hof (NÖ), Häring (Tirol) und Tobelbad (Steiermark). In den Einrichtungen der AUVA werden jährlich rund 380.000 Patientinnen und Patienten auf medizinischem Spitzenniveau versorgt, davon 46.000 stationär.

https://www.facebook.com/MeineAUVA/

Rückfragen & Kontakt:

AUVA-Hauptstelle
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail: kommunikation@auva.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAU0001