150.000 Euro für Neubauer Kultursicherung

Unbürokratische Unterstützung für Neubaus Künstler*innen in der Krisenzeit – Antragsstellung ab sofort möglich

Wien (OTS) - Im 7ten trifft junge Kunst auf alteingesessene Kreative und sie alle machen Neubau zu dem Kulturbezirk, der er ist. Gerade Künstler*innen sind von der Coronakrise besonders betroffen. Sie stehen meist nicht in einem konventionellen Arbeitsverhältnis und laufen Gefahr in Armut abzurutschen. „Um gemeinsam die Krise durchzustehen, haben wir das Arbeitsstipendium Neubauer Kultursicherung ins Leben gerufen. Künstlerinnen und Künstler jetzt akut zu unterstützen, ist ein Gebot der Stunde“, so der Bezirksvorsteher von Neubau, Markus Reiter (GRÜNE), am Mittwoch in einem gemeinsamen Pressegespräch mit der Vorsitzenden der Kulturkommission Neubau, Dr.in Anna Babka (GRÜNE) sowie Georgij Makazaria, Musiker der Band Russkaja, im Wiener Off Theater.

Kulturbezirk Neubau

„Neubau ist Pionierbezirk. Wir setzen wegweisende politische Maßnahmen und Impulse für eine grundsätzliche Absicherung der Kunst und Kultur“, sagte Reiter. Auf Initiative der Grünen Bezirksvorstehung wurde daher eine Erhöhung des Kulturbudgets um 150.000 Euro beschlossen, was eine 75prozentige Erhöhung des jährlichen Kulturbudgets bedeutet. Neubau ist damit mit 350.000 Euro Bezirkskulturförderung der Bezirk mit dem höchsten Kulturbudget pro Kopf. Das ist das 5-fache des Wiener Durchschnitts in seine der Bezirke im Bereich Kunst und Kultur.

49 Stipendien für Neubauer Künstler*Innen

Im Rahmen der Neubauer Kultursicherung werden 49 Stipendien vergeben und für 2 Monate ausbezahlt. Die Höhe beträgt pro Monat 1.286 Euro, sofern kaum Nebeneinkünfte vorliegen und 967 Euro für Künstler*innen mit relevanten Nebeneinkünften. Antragsteller*innen, die in staatlichen Hilfsfonds (Härtefall-Fonds, Überbrückungsfonds für Künstler*innen) nicht zum Zug kommen, werden bei der Vergabe bevorzugt. Antragsberechtigt sind Künstler*innen, die in Neubau hauptwohnsitzgemeldet sind oder dort ihren Betriebsstandort haben. „Am Neubau schauen wir aufeinander“, meinte Reiter. „Das machen wir mit der Neubauer Kultursicherung erneut deutlich. Durch das Arbeitsstipendium des Bezirks können Künstler*innen für einen bestimmten Zeitraum in Sicherheit leben und sich darauf konzentrieren, was sie am besten können: kreativ sein und die Gesellschaft bereichern.“

Leben wird maßgeblich von Kulturschaffenden mitgetragen

Künstler*innen leisten einen substanziellen Beitrag für ein gutes und sinnvolles Leben – auch und gerade, wenn dieser nicht in materiellen Werten ausgedrückt werden kann. Die vergangenen Wochen und Monaten haben gezeigt, wie wichtig die Kunst für das Leben der Menschen ist und wie sehr sie fehlt, wenn Konzerte, Aufführungen oder Lesungen auf einmal nicht mehr möglich sind. „Das hat Auswirkungen auf uns alle, weil unser Leben maßgeblich von Kulturschaffenden mitgetragen wird“, so Anna Babka, Vorsitzende der Kulturkommission Neubau. „Wirtschaft, Tourismus, Veranstaltungen: auch diese Sektoren hängen von der Arbeit von Künstler*innen ab. Ist eine solche nicht mehr möglich, so hat das Folgen für die wirtschaftliche Situation aller Menschen im Bezirk.“

Politisches Zeichen über den Bezirk hinaus

Die Neubauer Kultursicherung setzt aber auch ein politisches Zeichen über den Bezirk hinaus. „Das System der Finanzierung von Kunst muss grundlegend neu gedacht werden. Neubau hilft im Rahmen seiner Möglichkeiten kurzfristig, langfristig aber ist eine Neuaufstellung der sozialen Absicherung von Künstler*innen notwendig. So könnten etwa mehrjährige Stipendien ein angemessenes Leben für Kunstschaffende ermöglichen und ihre künstlerische Arbeit gefördert werden“, so Reiter.

Unbürokratische Abwicklung sichert rasche Hilfe

Besonderes Augenmerk wurde auf die unbürokratische und faire Abwicklung der Neubauer Kultursicherung gelegt. Die Arbeitsstipendien werden jenen 49 Künstler*innen zugesprochen, die alle Antragskriterien erfüllen. Eine parteiübergreifende Jury ist für die Auswahl zuständig. Für die Prüfung der Künstler*inneneigenschaft sind Expert*innen aus den jeweiligen facheinschlägigen Interessensvertretungen beratend tätig.

Künstler*innen brauchen eine Bühne – Neubau hat sie

Kunst und Kultur brauchen neben materieller Sicherheit aber auch eine Bühne. Eine solche wird mit dem Sommerprojekt „Gürtelfrische WEST“ geboten, wo auf dem Neubaugürtel direkt neben dem Westbahnhof den ganzen August lang ein innovativer Kulturtreffpunkt entstehen wird. Weitere Auftrittsmöglichkeiten gibt es im WEST (ehemaliges Sophienspital) und beim Literaturfest der Eröffnung der Kühlen Meile Zieglergasse am 11. September.

Politischer Konsens über Parteigrenzen hinweg

Fast alle Parteien des Bezirksparlaments stehen geschlossen hinter dem Projekt. Bezirksvorsteher-Stellvertreter Gallus Vögel (SPÖ) sagt dazu: „Demokratie ist Kultur. Die Kunst- und Kulturschaffenden leisten einen wichtigen und nachhaltigen Beitrag. Neubau ist von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise besonders betroffen. Mit diesem Arbeitsstipendium setzen wir auch im Bezirk die erfolgreiche Arbeit der Stadt Wien fort.“

Daniel Sverak, Klubobmann der ÖVP Neubau, kommentiert: „Jede Initiative, die hilft Künstlerinnen und Künstlern in dieser schwierigen Zeit finanziell über die Runden zu kommen, ist gut und soll auch als Beitrag des Bezirks geleistet werden. Wie im Bund setzt sich die VP für finanzielle Hilfestellung für die von der Coronakrise besonders betroffenen Menschen ein. Besonders die zahlreich im Bezirk lebenden Kulturschaffenden brauchen nun unsere Unterstützung.“

Stefan Magometschnigg, Klubobmann der NEOS schließt ab: „Die Förderung der kleinteiligen Kultur ist eine wichtige Aufgabe des Bezirkes, weshalb NEOS den Vorstoß der Grünen unterstützt, die Neubauer Künstlerinnen und Künstlern in diesen besonders schwierigen Zeiten, in denen Corona bedingt Einkommenseinbrüche aufgrund der staatlich verordneten Maßnahmen zu verzeichnen waren, rasch finanzielle Mittel zukommen zu lassen.“

Alle Informationen und Beantragung unter:

www.neubau.wien.at
arbeitsstipendium@bv07.wien.gv.at

Rückfragen & Kontakt:

Lena Köhler, MA
Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Bezirksvorstehung Neubau
Hermanngasse 24-26,1070 Wien
tel: +43 (0)1 4000 07115
m: +43(0)676 8118 07115
mail: lena.koehler@wien.gv.at

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