RH Bericht zu Energiearmut: AK fordert Energie- und Klimahilfsfonds für einkommensarme Haushalte

Bisherige Maßnahmen zur Bekämpfung von Energiearmut sind unzureichend, durch Corona-Krise ist ab Herbst mit einer Verschärfung der Situation zu rechnen

Wien (OTS) - Der heute präsentierte Rechnungshofbericht evaluierte, wie gegen Energiearmut in Österreich gegengesteuert wird. Dabei kam klar heraus: Es gibt zu wenige Maßnahmen, die Betroffene dabei unterstützt, ihre Energierechnungen zahlen zu können. „Diesen Menschen muss geholfen werden“, fordert Sandra Matzinger, Expertin für Energiefragen in der AK Wien. Die AK schlägt daher einen Energie-und Klimahilfsfonds vor, der kurzfristig betroffenen Haushalten dabei hilft, ihre Energierechnungen bezahlen zu können und langfristig eine leistbare und sichere Energieversorgung ermöglicht. „Es müssen alle an der Energie- und Klimawende teilhaben können. Dafür müssen jetzt die Weichen gestellt werden.“

Energiearmut ist eine vielfältige Problemlage, bei der betroffene Haushalte vor allem durch niedrige Einkommen, keinen bzw. einen schlechten Zugang zu Energieversorgung, durch thermisch ungenügend sanierte Wohnhäuser sowie ineffiziente Heizungssysteme belastet sind. Der heute vorgelegte Bericht des Rechnungshofes zeigt klar, dass, obwohl bereits Maßnahmen zur Bekämpfung von Energiearmut in Österreich gesetzt werden, diese zu wenig treffsicher und zielgenau sind. Es bedarf daher weiterer Hilfen, um diesen Haushalten nachhaltig zu helfen.

Schon die letzten Jahre haben gezeigt, dass mit Anfang des Herbstes die Anzahl jener steigt, die mit Zahlungsschwierigkeiten und damit Energieabschaltungen konfrontiert sind. Dieses Jahr dürfte sich die Situation weiter verschärfen, da aufgrund von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit durch die Corona-Krise die finanzielle Lage bei vielen angespannt ist. Bisher konnte die Bezahlung der Energierechnungen durch eine freiwillige Branchenvereinbarung der Energiewirtschaft aufgeschoben werden. Mit dem Auslaufen dieser Vereinbarung Ende Juni und den nun wieder gültigen gesetzlichen Mahnfristen ist zu rechnen, dass sich die Situation im Herbst zuspitzen wird und Abschaltungen drohen. „Das muss verhindert werden. Dafür braucht es diesen Hilfsfonds“, fordert Matzinger.

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