Neue Regionalbusverbindung an die KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Am 12. Juli 2020 ist es soweit: Der erste Regionalbus des OÖ Verkehrsverbundes mit direkter Verbindung vom Linzer Hauptbahnhof an die KZ-Gedenkstätte Mauthausen nimmt Fahrt auf.

Wien (OTS) - Mit der neuen Linienbusverbindung wird noch mehr Interessierten ein einfacher und unkomplizierter Besuch der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ermöglicht. Die Linienführung und die Haltestellen des neuen öffentlichen Verkehrsangebots sind so gewählt, dass Interessierte zusätzlich zur KZ-Gedenkstätte Mauthausen auch die KZ-Gedenkstätte Gusen und die Gemeinde St. Georgen an der Gusen mit den Infostelen beim Stollensystem „Bergkristall“ besuchen können. Somit wird künftig für Besucher*innen das KZ-System, das ausgehend von Mauthausen die ganze Region miteingeschlossen hat, noch besser sicht- und greifbar.

Viermal pro Tag startet die Regionalbus-Linie 361 vom Busterminal beim Linzer Hauptbahnhof (Steig C5) in Richtung KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Für eine angenehme Anreise ohne lange Wartezeiten auch von außerhalb von Linz hat der OÖ Verkehrsverbund die Abfahrtszeiten um 08:45, 10:45, 12:45 und 14:45 Uhr auf die Fernverkehrs- und S-Bahn- Verbindungen abgestimmt. Über die Goethekreuzung Linz und den Europaplatz fahren die Busse in 36 Minuten direkt zur neuen Haltestelle Mauthausen KZ-Memorial. Am Weg dorthin halten die Regionalbusse auch an der Gedenkstätte Memorial Gusen. Die Rückfahrten vom Memorial nach Linz sind um 09:30, 11:30, 13:30 und 15:30 Uhr geplant.

Im abgelaufenen Jahr 2019 kamen insgesamt knapp 290.000 Besucher*innen an die Gedenkstätten Mauthausen und Gusen – so viele wie nie zuvor. „Mit der Anbindung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen an das öffentliche Verkehrsnetz lässt sich dieser positive Trend bei den Besucher*innenzahlen in den nächsten Jahren hoffentlich fortsetzen bzw. noch weiter ausbauen“, sagt Barbara Glück, Direktorin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen.

Rund 70.000 Schüler*innen aus dem In- und Ausland kamen 2019 an die KZ-Gedenkstätte Mauthausen und beschäftigten sich an diesem ehemaligen Verbrechensort der Nationalsozialisten mit der Vergangenheit aber auch mit relevanten Themen in der Gegenwart. Die Frage „Was hat es mit mir zu tun?“ steht im Mittelpunkt des pädagogischen Konzepts an der Gedenkstätte. Insgesamt rund 80 Vermittler*innen erfüllen dieses Konzept tagtäglich mit Leben und begleiten die Besucher*innen behutsam durch das Areal des ehemaligen Konzentrationslagers.

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation mit steigenden Fallzahlen in Oberösterreich und im Bezirk Perg, hat die Gesundheit der Besucher*innen absolute Priorität. Aus diesem Grund und den Empfehlungen der Behörden folgend, kann es sein, dass Rundgänge kurzfristig storniert und Gebäude geschlossen werden müssen. Die Außenbereiche des Memorials bleiben zugänglich. Über die aktuelle Lage an der Gedenkstätte informieren wir laufend auf unserer Homepage www.mauthausen-memorial.org und auf unseren Social-Media-Kanälen.

Stichwort Corona-Krise. Digitalisierung ist im Kontext der Gedenkstätte Mauthausen ein großes und wichtiges Thema. Binnen weniger Tage nach dem in Österreich Mitte März das öffentliche Leben zum Erliegen gekommen ist, verlegte das pädagogische Team das historische Lernen ins Netz. Eine Gruppe Vermittler*innen hat insgesamt 50 Kurzvideos mit Themen rund um das ehemalige Konzentrationslager Mauthausen produziert, Fragen und entsprechende Arbeitsblätter für Schüler*innen der Unter- und Oberstufe ausgearbeitet. Die Beiträge waren und sind auf YouTube, Facebook sowie auf www.mauthausen-memorial.org abzurufen – das Interesse war enorm. „Wir freuen uns über viele positive Rückmeldungen von Schüler*innen, Eltern und Pädagog*innen und insgesamt Tausende Klicks auf unsere Beiträge“, sagt Gudrun Blohberger, pädagogische Leiterin an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen.

Dennoch ist das ganze Team der KZ-Gedenkstätte Mauthausen dankbar, dass wieder Besucher*innen an die Gedenkstätte kommen dürfen. „Wir sind wirklich stolz darauf, dass wir mit unserem Videoprojekt so schnell auf eine völlig neue Situation reagieren konnten, aber uns ist bewusst, dass ein Besuch an Ort und Stelle durch nichts zu ersetzen ist und darum ist auch die neue Busverbindung aus unserer Sicht eine wertvolle Ergänzung unseres gesamten Angebots“, sagt Barbara Glück.

Rückfragen & Kontakt:

KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Mauthausen Memorial
Gregor Panis, BA
Leitung Öffentlichkeitsarbeit
Tel: +43 1 376 3000-106
E-Mail: gregor.panis@mauthausen-memorial.org

Oberösterreichischer Verkehrsverbund
Klaus Wimmer, BSc. MBA
Bereichsleitung Marketing & Kommunikation
Tel: +43 732 66 10 10-190
E-Mail: klaus.wimmer@ooevg.at

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