Voglauer/Stammler: Aus Forst wird endlich wieder Wald

Grüne: 350 Mio. € Forstpaket verhilft österreichischen Wäldern zum Überleben in der Klimakrise und zu mehr Artenvielfalt

Wien (OTS) - Aufgrund der Klimakrise vermehren sich Borkenkäfer stärker als je zuvor und richten in den weit verbreiteten Fichten-Monokulturen große Schäden an. Extremwetterereignisse wie Stürme und Schneebrüche setzen noch eins drauf. Olga Voglauer, Forstwirtschaftssprecherin der Grünen, erklärt: „Wir sehen nun die negativen Folgen der eintönigen, nur auf raschen Holzertrag ausgerichteten Forste: Sie sind viel weniger widerstandsfähig gegen Schädlinge und Extremwetterereignisse, als dies bei standortangepassten Mischwäldern der Fall ist.“

Das Ziel des soeben beschlossenen Forstpakets ist es daher, die österreichischen Forste wieder in echte Wälder umzubauen, die für die Änderungen der Klimakrise gewappnet sind. Dafür sind Maßnahmen wie Aufforstungsförderungen mit Klima-Anpassungskriterien, oder Forschung für klimafitte Wälder vorgesehen. Clemens Stammler, Regionalsprecher der Grünen, führt dazu aus: „Unsere Wälder bringen nicht nur einen Holzertrag, sondern erfüllen noch unzählige weitere Aufgaben. Sie sind unverzichtbar für Tourismus und Freizeitnutzung, schützen Siedlungen vor Muren und Lawinen, speichern Wasser insbesondere bei Starkregenereignissen, und kühlen die Umgebung während der immer häufiger werdenden Hitzewellen ab. Damit sie all diese Funktionen auch weiterhin erfüllen können, müssen wir unsere Forste wieder zu vielfältigen Wäldern umgestalten.

Das Forstpaket beinhaltet aber nicht nur Klimamaßnahmen, sondern auch die biologische Vielfalt spielt eine große Rolle: Einerseits bringt die Umwandlung von monotonen Forsten in Mischwälder auch eine erhöhte Vielfalt mit sich, andererseits gibt es auch eine eigene Maßnahme zur Erhöhung der Biodiversität im Wald. Naturwaldreservate und Trittsteinbiotope wie Totholzinseln stehen dort im Fokus. Voglauer dazu: „Naturwaldreservate sind aus der Nutzung genommene Waldstücke, wo sich Natur frei entwickeln darf und Bäume auch viele Hundert Jahre alt werden können. Dort finden wir viele gefährdete Arten die z.B. auf Totholz und alte Bäume angewiesen sind, wie Spechte und spezialisierte Käferarten. Gleichzeitig entwickelt sich dort – ganz von selbst, ohne menschlichen Eingriff – der Wald von morgen. Durch regelmäßiges Monitoring und Forschung lernen wir viel von diesen natürlichen Prozessen.“

Stammler ergänzt: „Viele Waldbesitzer*innen hatten in letzter Zeit Probleme, ihr Holz noch zu angemessenen Preisen zu verkaufen, weil so viel Schadholz am Markt war. Um solchen Situationen in Zukunft – trotz der Bedrohungen durch die Klimakrise und das Artensterben – vorzubeugen, unterstützen wir die Waldbesitzer*innen bereits jetzt beim Umbau ihrer Wälder für die Generation ihrer Kinder und Enkelkinder. Wie so oft braucht es auch hier den Umbau eines ganzen Wirtschaftssystems statt Symbolpolitik. Heute machen wir den ersten Schritt hin zu dieser Systemveränderung.“


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