Stammler zu Corona in Fleischbetrieben: Kleinere Einheiten statt Großbetrieben

Grüne: Ziel muss Schutz von MitarbeiterInnen, Tierwohl und Qualitätssteigerung der Produkte sein

Wien (OTS) - „Die Corona-Fälle in oberösterreichischen Schlachthöfen belegen das Infektionsrisiko in derartigen Großbetrieben und sollten uns grundsätzlich zu einem Umdenken bewegen. Denn es ist wohl offensichtlich, dass die schiere Größe der Betriebe, die Arbeitsbedingungen und -prozesse das Infektionsrisiko der Mitarbeiter*innen erhöhen. Die Konsequenz muss sein, dass wir zurück zu kleineren Einheiten kommen, anstatt Großbetriebe mit Massenproduktion zu forcieren. Das stärkt nicht nur den Schutz der Mitarbeiter*innen, sondern stärkt auch die Qualität der Produkte und das Tierwohl“, sagt Clemens Stammler, Sprecher der Grünen für den ländlichen Raum.

Die Dimension dieser Fälle ist selbstredend nicht mit der Causa Tönnies vergleichbar. Und doch gibt es gemeinsame Grundmerkmale. „Es sind Großbetriebe, in denen die Mitarbeiter*innen, im Regelfall GastarbeiterInnen aus vielen Nationen, auf engstem Raum an sogenannten Zerlegestraßen, in ähnlichen Arbeitsprozessen und ähnlichen Rahmenbedingungen arbeiten“, erläutert Stammler.

„Dass damit auch in oberösterreischen Schlachtbetrieben Corona-Fälle gehäuft auftreten, ist somit kaum verwunderlich. Es muss für uns Anlass sein, all diese Gegebenheiten viel stärker zu hinterfragen und in Alternativen zu denken. Und dazu gehört selbstverständlich auch ein Wandel in der Fleischproduktion“, betont Stammler und weiter: „Es gibt durchaus Unternehmer*innen, die diesen anderen Weg gehen wollen und in kleineren Einheiten die Zukunft sehen. Sie stehen leider oft vor großen Hürden und Widerständen. Wir müssen diese kleineren Betriebe stärken und ihnen den Weg erleichtern“.

Die aktuelle Debatte um die Fleischproduktion beschäftigt natürlich auch die Konsument*innen. Das Bewusstsein für hochwertige, regionale und im besten Fall biologische Produkte wächst. Die Herkunftskennzeichnung für Fleisch, Milchprodukte und Eier in der öffentlichen Verpflegung, der Gastronomie sowie für Fertigprodukte ist unumgänglich. Aber auch die verpflichtende regionale Beschaffung in der öffentlichen Verpflegung wie Schulausspeisung, Krankenhauskost und der Versorgung in Altenheimen schafft Bewusstsein und stärkt kleine, feine Strukturen“, sagt Stammler.

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