Selmayr: In den kommenden sechs Monaten geht es in Europa um die Wurst

EU-Kommissionsvertreter und die Botschafter Deutschlands und Kroatiens haben sich zur Staffelübergabe am Würstelstand getroffen.

Wien (OTS) - Die kroatische EU-Ratspräsidentschaft ist gestern zu Ende gegangen, ab heute ist Deutschland für sechs Monate an der Reihe. Aus diesem Anlass haben sich Martin Selmayr, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, der kroatische Botschafter Daniel Glunčić und der deutsche Botschafter Ralf Beste heute beim Würstelstand Bitzinger getroffen, um Erfahrungen auszutauschen und über die Herausforderungen für die kommenden Monate zu diskutieren.

Botschafter Glunčić zog Bilanz: „Für Kroatien war es ein EU-Ratsvorsitz voller Überraschungen und Herausforderungen. Neben der Fokussierung auf die eigentlichen großen Fragen wie EU-Erweiterung, Brexit und andere höchst anspruchsvolle Themen hat uns unerwartet nicht nur die COVID-19 Krise getroffen, sondern auch ein schweres Erdbeben in Zagreb. All das hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, gemeinsam für ein geeinigtes und starkes Europa einzustehen. Die Herausforderungen der heutigen Zeit zeigen uns, dass wir nur im gemeinsamen Handeln bestehen können.“

„Kroatien ist während der Corona-Pandemie unter extrem erschwerten Bedingungen ein sehr gutes Debüt als EU-Vorsitzland gelungen“, sagte Selmayr. „Jetzt hat ganz Europa naturgemäß hohe Erwartungen an die deutsche EU-Ratspräsidentschaft. Europa ist in mehrfacher Hinsicht in einer entscheidenden Phase. Wir müssen die Lehren aus der Corona-Pandemie ziehen und alles daransetzen, dass die wirtschaftliche Erholung zügig und flächendeckend einsetzt. Wenn wir im Zuge des Wiederaufbaus in Zukunftsbereiche wie Klimaschutz und Digitalisierung investieren, dann können wir Herausforderungen in Chancen verwandeln. Auch geopolitisch ist jetzt ein wichtiger Moment, Europa im Verhältnis zu anderen Mächten wie den USA, China und Russland stark zu positionieren. Kurzum: In den kommenden sechs Monaten geht es um die Wurst“, ergänzte der EU-Kommissionsvertreter.

Botschafter Beste unterstrich die Notwendigkeit der Zusammenarbeit in Europa: „Der Wiederaufbau Europas nach der Corona-Krise gibt das Programm für die deutsche Ratspräsidentschaft vor. Wir freuen uns auf die spannende Herausforderung und zählen auf Österreich und die anderen 25 Partner, um Europa gemeinsam wieder stark zu machen.“

Deutschland hat das Motto „Gemeinsam. Europa wieder stark machen“ gewählt und wird sich von Juli bis Dezember um Kompromisse im Rat der Europäischen Union bemühen, wo die Ministerinnen und Minister aller EU-Staaten geplante Rechtsvorschriften diskutieren und verabschieden. Um wichtige EU-Themen längerfristig verfolgen zu können, kooperieren im Rahmen des EU-Ratsvorsitzes stets drei Staaten für den Zeitraum von 18 Monaten: Sie bilden die sogenannte „Trio-Präsidentschaft“. Deutschland startet als erstes Land aus dem Team mit Portugal und Slowenien.

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